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dosensuppe, 69cent

gerade zu „spiegel tv“ gezappt und hängengeblieben. ein bericht über einen kleinen, gut besuchten supermarkt an der reeperbahn. am ausgang fängt der kaufhausdedektiv aka. geschäftsführer einen etwa vierzigjährigen, heruntergekommenen typen ab: „der kommt hier jeden tag her, trinkt ne suppe und lässt auch noch eine mitgehn!“

im büro dann der fund - eine dosensuppe, kosten btw. schadenssumme: -,69 (neunundsechzig cent). der mann ist gefasst und schlagfertig: „eine hab ich drin schon getrunken. aber der erwischt mich ja nicht immer“. der reporter: „kalt?“, der kerl lacht: „ja, klar! besser kalte suppe als keine suppe“.

er sieht mitgenommen aus, ein vermutlich schwerer unfall hat sein gesicht entstellt. er ist obdachlos, schläft auf der straße. früher war er möbelpacker, zwanzig jahre lang, erzählt er, aber er könne mit den jüngeren eben nichtmehr mithalten. er habe schmerzen und kaputte knochen. alles an ihm verrät dass er die wahrheit sagt.

der geschäftsführer ist empört: „ich hab ihnen doch schon dreimal hausverbot erteilt!“. das scheint den typen nicht zu interessieren. „was soll ich denn machen?“ meint er. dann rückt die polizei an, die den weiteren verlauf des diebstahls nun regeln wird. auch als die beamten eintreten ist der erwischte obdachlose bester dinge: „ob ich was getrunken habe? ja, natürlich! das gehört zu meinen lieblingsbeschäftigungen, wissen sie? ich tu das von morgens bis abends“, antwortet er auf die frage nach alkoholkonsum. danach will die polizistin die personalien aufnehmen und verlangt eine adresse. der kerl lacht und erklärt seine situation. dann will sie die telefonnummer wissen...


ich kann schon verstehen dass diebstahl, besonders in hartnäckig wiederholender form, eine straftat ist. aber ist wegen dieser verschissenen neunundsechzig cent tatsächlich notwendig dass ein fillialleiter, zwei polizeibeamte und eine nachfolgende justiz- bzw. bürokratielawine losgelöst wird, die dann unterm strich ein zigfaches des entstandenen schadens kostet, und zwar nichtmehr nur die kaufhauskette, sondernd jeden steuerzahler?

und davon abgesehen: ist dieses quentchen menschlichkeit denn tatsächlich zuviel verlangt? wie würde diese situation aussehen, wenn der fillialleiter die neunundsechzig cent aus eigener tasche berappen würde (sollte drin sein...), dem typen klar macht dass das niemanden was angeht, ihm die dose in die hand drückt und dann klarstellt dass er diese woche nichtmehr hier aufkreuzen soll? wären diese 2,76 im monat tatsächlich zuviel verlangt?

people are dying...

der vater eines arbeitskollegen ist gestorben. da wir nicht mehr als kollegen sind könnte mir das relativ egal sein. hart wird das erst durch details: ein etwa siebzigjähriger mann geht ins krankenhaus, weil er sein etwas angeschlagenes knie operieren lassen möchte. der senior soll ansonsten rundum fit gewesen sein. dann gab es eine sogenannte "komplikation" bei der narkose ins rückenmark und nach einigen tagen im koma ist der herr gestorben...

viel ergreifender: eine frau, die mir in kindheitstagen viel bedeutete, ist nun mit neunundneunzig jahren im altersheim verstorben. sie war die nachbarin meiner lieblingsoma, daher kannte ich sie und wir taten oft das, was man früher als ganz kleiner junge eben so gemacht hat: kekse essen, milch trinken und „mensch ärgere dich nicht “ spielen. ich hab sie gemocht...

Privat Dienstag, 27. Februar 2007

savetheinternet dot com

nochmal, zum draufklicken: savetheinternet.com. kann sich jeder mal zu herzen nehmen der desöfteren online ist. ich weiß nicht in wie weit das eine tatsächliche bedrohung für das web ist. ich glaub auch nicht dass es was bringt die obrigkeit zu informieren, da die a) zur zeit mit den rauchern beschäftigt ist und sich b) nicht im geringsten dafür interessieren wird.

aber mal sollte das mal gehört haben, denke ich, um künftig dann die zeichen zu sehen, oder so...

ich hätt ja auch gern mit nem 'banner' verlinkt, aber die sind alle hässlich. achsoja, falls das nach dem draufklicken nicht gleich jeder peilt: um den film gehts.

words i hate

„viral“

zum kotzen, echt. kaum verwendet eine relativ gutbesuchte webseite ein bis dato relativ unbehelligtes wort schreit es kurz drauf jeder zweite einfach so vor sich hin. „viral“. klingt nach virus, und das ist es auch in meinen augen, gemeint ist aber das einfache "weitersagen" oder ne art "mundpropaganda", wenn man so will. und das is total in, oder meinetwegen auch hip oder sonstwas - aber ich krieg da krätze von.

gibts denn nurnoch zwei lager? die einen, die ganz ghetto deutsch als muttersprache abwählen und beschließen dass nuscheln und stammeln einfach besser ist, und die anderen, die mit nem fremdwörterlexikon ins bett gehn?

"viral" also. ich bin ja auch nur son mitläufer, aber damit könnt ihr mir mal ganz viral den buckel runterrutschen...

Privat Montag, 26. Februar 2007