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DIY: GearBox

Mittlerweile hat sich so einiges an Outdoor-Equipment bei mir angesammelt, aber ich hatte keinen guten Aufbewahrungsplatz dafür. Die größeren Gegenstände, wie beispielsweise Zelt und Schlafsack, kann man noch relativ gut in nem Schrank verstauen - aber wohin mit all den kleinen Dingen?

Ich hab mir ne GearBox gebastelt - ne Aufbewahrungs-Kiste genau dafür. Für interessierte gibts Bilder und  Infos im Volltext.

 

 

 

Anfangs sah das bei mir so aus, dass ich mein Equipment einfach in ne Holzkiste geworfen hab. Dadurch war schonmal alles an einem Platz, aber eben chaotisch. Egal was man benötigte, man musste suchen:

 

Die Holzkiste diente ursprünglich mal dazu hochpräzise Systeme zu transportieren, da in der Firma nur der Inhalt wichtig war durfte ich sie behalten. Sie besteht aus ein paar Spanplatten, die durch Blechverstärkungen zusammenhalten. Hergestellt wurde diese Kiste von NEFAB, einem internationalen Verpackungsunternehmen. Meine kleine, etwa 40x40x30cm große Kiste entspricht deren Einweg-Sperrholzfaltkiste "ExPak A", die haben aber auch richtig Auswahl.

 

Dann war ich einkaufen. Ne Heißklebe-Pistole musste her, bei all dem Sperrholz ist nicht an Nägel oder gar Schrauben zu denken. Kaufempfehlung: Die Steinel neo1 ist etwas filigraner als herkömmliche Pistolen, Kabellos, der Akku ist schnell einsatzbereit und die Bedienung auch dank der kleinen Bauform ein Kinderspiel. Ich hab mir auch nen Handtacker zugelegt, Kaufempfehlung: Wolfcraft 1 tacocraft M 10. Solides Metallgehäuse, wenig firlefanz, reduziert aufs wesentliche. Ich kauf ungern was doppelt, daher würd ich von Kunststoff-Ausführungen und Geräten mit zuviel Spielereien die Finger lassen.

Dazu benötigte ich noch Dreikant-Holzleisten (Baumarkt, Meterware), weitere Spanplatten (Baumarkt, Pack mit 3 Stück, 5mm dick), ein etwa 3cm breites Nylonband (Baumarkt, Meterware), ein etwa 2cm breites Klettband (Baumarkt, abgepackte Rollen) - und Schaumstoff. Diesen zu bekommen ist gar nicht so leicht, in keinem der Baumärkte in denen ich war gabs etwas anderes als den typischen, gelben Dämmschaumstoff. Online wurde ich dann hier fündig und hab mir PE-Matten (5mm, hart) als Unterlage und PU-Matten (30mm, weich) zur eigentlichen Fixierung bestellt. Tip: ...wenn ihr ne andere Möglichkeit habt an Schaumstoffmatten zu kommen - nutzt sie. War für mich der mit Abstand teuerste Punkt auf der Liste. Außerdem hätten weiche Matten mit 20mm Dicke wohl auch gereicht.

 

Als nächstes hab ich die Sperrholzplatten zurechtgeschnitten (Handsäge, zur Not tuts sogar die Säge eines Taschenmessers) und mit Dreikanthölzern und Heißkleber so in der Kiste befestigt, dass unterschiedliche Fächer geschaffen wurden. Die größe der Fächer wurde natürlich für die jeweils vorgesehenen Gegenstände gewählt. Die Böden hab ich mit der 5mm PE-Matte ausgelegt (doppelseitiges Klebeband reicht zum Fixieren - mein Schaumstoff war teuer und ich wollte ihn nicht durch Heißkleber zerstören). Zur optimalen Stauraum-Ausnutzung soll noch ein Einlegeboden dazugebastelt werden, für diesen hab ich die längeren Kanthölzer als Stützelemente in die Ecken geklebt.

 

Der Einlegeboden wurde ebenfalls aus Sperrholz gefertigt, den hab ich mir allerdings direkt im Baumarkt auf die passende Größe sägen lassen. Seitlich hab ich kleine Vertiefungen für das Nylon-Griffband angebracht und die beiden Bänder angetackert, dann wurde das Ganze ebenfalls mit 5mm PE-Schaumstoff beklebt.

Schwieriger als erwartet war das Zuschneiden der 30mm PU-Matten, weil ich diese auch einfach etwas zu dick gewählt habe. Mit einem scharfen Küchenmesser, Teppichschneidern oder sonstigen scharfen Werkzeugen mit langer, dünner Klinge und entsprechend Geduld lassen sich jedenfalls die Konturen beliebiger Gegenstände nachschneiden und aus dem Schaumstoff trennen. Der Profi macht sowas mit nem Wasserstrahl-Schneider oder beauftragt ne Firma - die Konturen sind dann natürlich scharf und maßhaltig.. Bei meinem herumgeschnipsel kam da was eher kantiges und teils ausgefranztes dabei raus, aber allemal ansehnlich genug um es verwenden zu können.

 

Nach dem befestigen der dickeren Schaumstoffmatten gings ans Einräumen -  die GearBox ist fertig! Hier find ich mich nun schnell zurecht, alles ist an seinem Platz:

 

Letzter Schliff: Für mein mein Hultafors-Campingbeil hab ich außen noch zwei Klettbänder festgetackert, die breit und stabil genug sind um das doch etwas schwere Gerät sicher zu fixieren:

 

 

Abschließende Worte:

Das ist ein "Möbelstück", eine alternative zu Regalen, Schränken oder etlichen kleinen Schächtelchen - keine Kiste, die dazu geeignet ist sie problemlos mit in die Wildnis zu schleppen. Sperrholz, Heißkleber und Schaumstoff sind keine guten Begleiter für die draußen ständig wechselnden Witterungsbedingungen. Höchstens im im Kofferaum kann man sowas noch einsetzen. Wer etwas derartiges sucht um es wirklich draußen benutzen zu können, der muss sich andere Gedanken machen und auch anders an die Sache herangehen. Ich persönlich verstaue diese Gegenstände, sofern ich sie draußen benötige, im Rucksack oder in meinen Hosentaschen.

Privat Samstag, 12. November 2016