plastickblog - Dead Mouse, again

Dead Mouse, again

Es geht nicht um den DJ, sondern um mein am PC hängendes Eingabegerät. Mal wieder. Dieser Hack hat gut, aber effektiv auch nur 6 Monate funktioniert. Immerhin. Ich hatte wirklich keine Lust meine geschundene Maus nochmal zu zerlegen (das mit den Mikroschaltern ist wirklich fummeliger Scheiß...) und mir ne neue besorgt. Wieder eine von Logitech. Wie ich es hasse, einem Unternehmen Geld zuzustecken, das Qualitativ mehrfach versagt hat - aber die liefern halt was ich mir in den Kopf gesetzt habe.

Mein Totschlag-Kriterium: Ich will ne Kabellose Maus, aber mit Ladekabel oder vergleichbarer Ladevorrichtung. Ich hasse es Akkus wechseln zu müssen oder gar Batterien in ne Maus zu stecken. Idealerweise lässt sich das Gerät während des Ladevorgangs auch benutzen.

Und da wird der Markt dann erschreckend überschaubar. Was die Hardware-Preise betrifft hab ich auch mehr als einmal gezuckt - man bezahlt mittlerweile fast das doppelte als noch vor ein paar Jahren, für vergleichbare Qualität (...die sich erstmal bewähren muss). Gottverdammt.

Nun hängt an meinem PC also eine Logitech G703. Erste Eindrücke gibts für Interessierte im Volltext.

Nach nur eher kurzer Nutzungsdauer sind mir diese Sachen aufgefallen:

1) Logitech hats mal geschafft all ihre Drahtlos-Geräte mit einem einheitlichen USB-Receiver auszustatten. Das war besonders cool, da ich so mehrere Mäuse und Tastaturen problemlos mit dem selben USB-Empfänger nutzen konnte. Das Pairing war simpel und tat auch unter Linux gute Dienste. Nannte sich "Unifying". Die G703 zählt allerdings zur Gaming-Serie von Logitech, und da haben sie deutlich an der Latenz drahtloser Geräte geschraubt - was einen neuen, zu nichts anderem kompatiblen USB-Empfänger erforderlich macht. Der steckt nun also neben dem "Unifying-Receiver", den ich für meine kabellose Tastatur noch benötige. So richtig durchdacht wirkt das irgendwie nicht und Anwender mit generell eher wenig USB-Anschlüssen sollten das beachten.

2) Das Hauptproblem der Mäuse waren die versagenden Maustasten. Die verbauten Mikroschalter haben viel zu früh ihren Dienst verweigert und das Gerät unbrauchbar gemacht. Manch einer murmelt was vonwegen "geplanter Obsoleszenz". Naja. Jedenfalls wurden genau diese Schalter angeblich verbessert und Logitech garantiert nun 50 Millionen Klicks, anstatt wie beim Vorgänger 20 Millionen. Wir werden sehn. Ich hab beinahe Lust ein Tool zu programmieren, dass die Mausklicks mitzählt.

3) Der Preis der G703 ist nicht gerechtfertigt. Wenn euch die Sache mit dem Ladekabel nicht ganz so wichtig ist wie mir: Kauft euch was anderes. Verzichtet darauf. Gebt bitte keinen annähernd dreistelligen Betrag für so ein Gerät aus, das ist eigentlich absurd. Die Qualität der verarbeiteten Materialien lässt sich erst nach längerer Benutzung feststellen, aber der erste Eindruck ist eher mies: Die "Gummierten" Kunststoffoberflächen warten vermutlich nur darauf abgegriffen zu werden um dann ranzig auszusehen. War jedenfalls bei den Vorgängern so der Fall.

4) Der Laser der G703 kann dem der alten Performance-Geräte nicht das Wasser reichen. Diese alten Modelle hatten einen sogenannten "Dark Field"-Laser verbaut. Der hat auf jeder mir bekannten Oberfläche funktioniert, auf einfach allem. Die G703 besitzt sowas nicht und funktioniert daher nicht auf allen Untergründen. Vom kompletten Versagen bishin zu ruckartigem "stottern" hab ich alles durch, aber welche Oberflächen in Frage kommen und welche nicht hab ich noch nicht ganz durchschaut. In dem Punkt musste ich feststellen wie sehr ich von der Performance MX verwöhnt wurde.

5) Das Mausrad lässt sich nicht wie bei den Performance-Geräten umschalten. Bei meinem Vorgänger konnte ich zwischen "einrasten" und "stufenlos drehen" wechseln, was manchmal schon ganz nett war. Das funktioniert bei der G703 nicht. Das Mausrad fühlt sich auch etwas weich an, was mir Sorgen im Bezug auf die Haltbarkeit bereitet.

6) Das Gerät verfügt theoretisch über die Möglichkeit durch Benutzung auf einem speziellen Mauspad geladen zu werden. Da das benötigte Pad ordentlich Geld kostet und ich das Feature nicht nutzen werde kann ich dazu nix sagen.

 

Fazit:
Ich belege einen USB-Steckplatz zusätzlich, hab wieder diese halbgaren, gummi-beschichteten Oberflächen in der Hand und verzichte auf etliche Details meines Performance-Vorgängermodells - zahle dafür aber nen ordentlichen Batzen mehr.

Azatoth bewahre, dass das Ding zu schnell den Geist aufgibt...