plastickblog - Legal Canada

Legal Canada

Ein Joint ist hierzulande immer noch Grund genug für eine Strafanzeige, die den Betroffenen - vom eigentlichen Strafmaß mal ganz abgesehen - zu einer Vorstrafe, einem Eintrag im Führungszeugnis, einem gefährdeten Arbeitsverhältnis, einem Leben ohne Führerschein und sozialer Brandmarkung verhilft.

Man weiß längst, dass die Konsumenten in Nationen mit liberaler Handhabe (Niederlande, Portugal, ...) kein nennenswertes Problem darstellen. Selbst in den sonst gerne prüden USA ist Cannabis bereits in neun Bundesstaaten erhältlich - und zwar nicht im medizinischen Rahmen, sondern rein zur Vergnügung.

Und seit heute ist Cannabis in Kanada legal:

Produktion, Verkauf, Besitz und Konsum der Substanz sind damit nicht mehr nur wie bisher für medizinische Zwecke freigegeben. Nun darf offiziell im ganzen Land zum reinen Vergnügen gekifft werden.

[...]

In der Branche wird damit gerechnet, dass hier das jährliche Marktvolumen für legal als Genussmittel verkauftes Marihuana fünf Milliarden amerikanische Dollar oder mehr erreichen könnte.

Selbstredend ist der Konsum von Rauschmitteln immer kritisch zu betrachten, wem sich das nicht direkt erschließt sei die Lektüre von Huxleys Dystopie "Schöne neue Welt" und der darin beschriebene Umgang mit "Soma" ans Herz gelegt.

Dennoch agiert man in diesem Bereich, entgegen besseren Wissens und unter ständiger Mißachtung aktueller Erkenntnisse, nach überholten, veralteten Prinzipien. Cannabis ist gefährlich, weil es verboten ist, und es ist verboten, weil es so gefährlich ist - an der Stelle endet die Auseinandersetzung mit dem Thema dann auch schon. Leider sind es oft die Menschen, die sich ganz selbstverständlich vor laufenden Kameras mit Bierkrügen zuprosten, die nichts am bestehenden System ändern wollen, ungeachtet sämtlicher globalen Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten.

Um mir also Ärger zu ersparen, bleib mir nur eines: Prost, Kanada, ich trink auf euch!