9.07.2008 | 11:56
death note
stell dir vor dir fällt aus dem nichts ein buch mit der aufschrift "death note" vor die füße. weil du neugierig bist wirfst du einen blick hinein und liest folgendes:
regel #1: der mensch, dessen namen man in dieses buch schreibt, wird sterben.
vielleicht wirst du dann über einen gelungenen streich lachen, vielleicht bezeichnest du es auch als ideotie. aber was wirst du tun wenn du es ausprobierst - und das tatsächlich so funktioniert?
death note erschien als wöchentliches manga, dann folgte eine 37teilige (ja, siebenunddreissig!) anime-serie und diverse spielfilme. die serie hab ich in nur zwei tagen verschlungen, aus dem einfachen grund: man kann nicht abschalten. es ist einfach viel zu spannend.
der weltverdrossene spitzenschüler yagami light ist es, der das besagte notizbuch findet. auch er zweifelt daran, doch sehr bald stellt er fest dass es sich nicht um einen scherz handelt. es folgen noch viele weitere regeln und details, die dem besitzer des death note ungeahnte möglichkeiten eröffnen. die wichtigste begleiterscheinung des mächtigen notizbuchs dürfte aber der beiligende todesgott sein.
davon gibt es mehrere und jeder besitzt ein exemplar, dass in der regel dazu verwendet wird den menschen ihre lebenszeit zu stehlen, welche dann direkt dem todesgott zugute kommt. aber die ewigkeit ist langweilig und um sich etwas abwechslung, spaß und frische äpfel zu gönnen hat der todesgott ryuk sein death note auf die erde fallen lassen.
yagami light sieht darin nicht weniger als die möglichkeit eine bessere welt zu erschaffen und so richtet er einen straftäter nach dem anderen. doch die unerklärlichen todesfälle werden von der bevölkerung nicht nur positiv aufgefasst - auch widerworte werden laut und die internationale polizei ermittelt.
um den täter zu stellen schaltet sich auch ein unbekannter, unter dem decknamen "L" operierender super-agent ein dessen kombinationsfähigkeit seinesgleichen sucht. schon bald ist der yagami eingekreist und zwischen ihm und L entfacht ein erbitterter kampf.
aber auch yagami ist mit überdurchschnittlicher intelligenz gesegnet, so stehen sich also zwei ebenbürtige rivalen gegenüber. selbst wenn die verdachtsmomente erahnen lassen was es mit der weltweiten ermordung von verbrechern auf sich hat - es fehlen konkrete beweise. und so folgt eine serie von überaus geschickten ermittlungsvorgängen, denen immer misteriösere, immer durchdachtere mordanschläge gegenüberstehen. die vorgänge sind komplexer als eine partie schach, die spielzüge sind mehr als gut durchdacht und man muss lange suchen, bis man vergleichbare spannungsmomente findet. am ehesten wäre da noch "sieben" zu nennen, der überragenden intellekt des serienmörders und das einhergehende mitfiebern vor der mattscheibe kommt death note immerhin nahe.
zur serie selbst lässt sich noch sagen dass die erste hälfte überaus genial, die zweite hälfte aber nur guter durchschnitt ist - viele wandlungen der geschichte sorgen zwar durchwegs für ein sehenswertes spektakel (das auch wirklich gut gezeichnet wurde!), allerdings flaut es zum ende hin etwas ab.
hier kommt dann die gleichnamige realverfilmung ins spiel, die als zweiteiler eine etwas andere geschichte als das anime erzählt und sich auf die erste hälfte der serie beschränkt. die figuren und szenarien sind hervorragend gelungen, die bilder aus dem anime wurden bis ins kleinste detail übernommen - so dass auch der spielfilm voll und ganz überzeugen kann.
einen haken hat die ganze sache aber, sonst wärs ja auch zu einfach: so richtig erschienen ist death note noch nicht. und von einer deutschen fassung reden wir lieber garnicht erst. der spielfilm-zweiteiler ist auf dvd zu erwerben, japanisch mit englischem untertitel. die 37 folgen der anime-serie gibts bislang nur auf japanisch, allerdings gibts dafür fan-subs umsonst, die das ganze dann auch ins englische übersetzen.
ein paar links müssen dann noch genannt werden, zum einen der entsprechende wiki-artikel, zum anderen der ofdb-eintrag zur anime-serie bzw. zum spielfilm. die dortige bewertung der serie mit 9,7 von 10 punkten spricht wohl auch für sich.

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