23.07.2008 | 07:31

bewusstsein?

wir sind freie menschen. es steht uns frei eigene entscheidungen zu treffen und zu sein wer wir eben sind. wir sagen und denken was wir wollen, wir handeln nach unseren vorstellungen und so ist jeder für sich ein individuum.

... oder?

aktuelle untersuchungen dazu werden eher unscheinbar am rand diskutiert, doch deren ergebnisse sind erschreckend: es scheint so als wäre der mensch mit all seiner persönlichkeit nicht mehr als das konstrukt eines genetischen programms. soetwas wie bewusstsein gibt es nicht.

das jedenfalls behaupten nun forscher, die mit immer modernerer technik allmählich mehr über unser gehirn in erfahrung bringen. und die ergebnisse sind nicht immer erfreulich.

bereits vor jahrzehnten wurde folgendes experiment durchgeführt: verschiedene testpersonen wurden dazu aufgefordert einen finger, oder wahlweise die ganze hand zu heben - dabei wurden deren gehinrströme gemessen. das ergebnis: noch bevor der proband bewusst wahrgenommen hat dass er eine entscheidung treffen muss, noch bevor er sich bewusst entschied, hat das gehirn selbst bereits eine entscheidung getroffen und die anstehende aktion vorbereitet.

und die aktuellen tests können das nicht widerlegen. die forscher gehen von folgendem konstrukt aus: mit beginn des lebens ist der mensch genetisch programmiert. im laufe seines lebens fogt jegliches wachstum und jegliches heranreifen stets dieser genetischen veranlagung. sie ist es auch, die bestimmt wie die unzähligen umwelteindrücke tag für tag verarbeitet werden. und entsprechend bildet sich auch das aus, was wir "bewusstsein" nennen - nicht aufgrund eigener entscheidungen, sondernd vielmehr durch unbewusste, also unkontrollierte vorgänge in unserem gehirn, die sich auf elektrische ströme und letztlich auf eine unbekannte genetik runterbrechen lassen.

das was du also denkst, sagst, magst oder ablehnst bist natürlich ganz du, entsprechend deiner persönlichkeit und deiner ansichten, aber diese stammen nicht von dir, diese wurden dir, auch wenn du das nie wahrgenommen hast, aufgezwängt - du könntest garnicht anders als so zu sein. und falls doch, dann ist auch das genaustens geplant. nur eben nicht von dir.

man möchte das abstreiten, man könnte das auch treffend als "hirngespinst" bezeichnen. aber mittlerweile sind wir informiert genug um noch weitere details zu liefern: es gibt eine bestimmte region im gehirn, die für unsere emotionen zuständig ist, damit also auch für aggressionen. und es gibt eine region im gehirn die unser sozialverhalten regelt und damit unkontrollierte emotionen verhindert. im normalfall sollten beide regionen im ausgeglichen zusammenspiel also unser verhalten regeln.

wie kann man sich nun erklären dass bei straftätern an eben jenen stellen verdächtig häufig anomalien festzustellen sind?

 

damit sind wir dann am knackpunkt der diskussion angelangt: was, wenn wir tatsächlich nicht selbst über unsere handlungen entscheiden können? was, wenn mord und totschlag nur durch einen genetischen defekt zustande kamen? was wären unsere gesellschaftliche grundlage, der "freie wille" und sämtliche gesetze dann noch wert? ist es nicht so dass vielerlei längst bekannte gendefekte heute als krankheiten anerkannt werden, für die man therapien anbietet?

und die krönung zuletzt: amerikanische hinrforscher haben bereits geäussert dass sie anhand gewisser strukturen des gehirns bereits im vorfeld feststellen können wer potentieller terrorist ist und wer nicht.

 

inspiriert durch online-berichte, jetzt gerade eben aber auch durch die sendung "nano" des swr. keine links, da dieses thema sicher noch ein ganzes stück von ernsthaften diskussionen entfernt ist. viel spaß beim gedanken-machen, gleich ob bewusst oder unbewusst ;-)

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