4.09.2008 | 08:10
google chrome
google hat jetzt nen eigenen browser. "google chrome" nennt sich das ding und kann wohl all das, was die zeitgemäße konkurrenz auch kann. plus ein paar kleinigkeiten.
erster eindruck: sieht scheisse aus. ich liebe meine skins und designs, aber irgendwie finde ich kein themes-menü. und überhaupt, wo sind meine ganzen einstellungen hin? mein sitebar-client ist verschwunden, ohne den geh ich eigentlich garnichtmehr aus dem haus. mist. mein download-manager lässt sich da wohl auch nicht so ohne weiteres einbinden. und von tools wie dem color-picker oder der web-dev-toolbar fehlt jede spur. da bräuchte ich wohl was externes...
oh, aber man kann in der adresszeile suchen! so quasi ganz ohne separates suchfeld! ist ja praktisch, und vor allem so vertraut. aber wie konfiguriere ich das nun wieder? ich hätt ja schon gern meine üblichen websuchen integriert, so wie youtube, dict.leo.org, amazon, ebay, google video, das telefonbuch und nicht zuletzt wikipedia. in der adresszeile. das muss doch irgendwie... naja oder auch nicht.
ob sich die toolbar um eigene buttons erweitern lässt? ich glaubs ja nicht. und gibts das ding eigentlich als portable-version?
toll, google hat jetzt also nen eigenen browser...
stellt sich die frage: braucht man den jetzt?
ich glaube nicht. ich glaube wer bisher halbwegs komfortabel mit seinem lieblingsbrowser im web unterwegs war kann den auch weiterhin benutzen. ich glaube auch dass google es nicht nötig hat browser zu basteln. eigentlich. und ich glaube auch dass man einem unternehmen, das sowieso schon eine unumstrittene vorherrschaft besitzt, nicht noch weiter zum erfolg verhelfen muss indem man seine produkte nutzt. google ist für sehr viele fälle ja wirklich ne tolle suchmaschine die nebenbei noch ein paar nette online-services bietet. aber software?
naja, wer die "google toolbar" nutzt weil er zu blöd ist den browser zu konfigurieren, oder googles tolle "desktop search", weil der rechner immernoch zu schnell ist, der wirds lieben.
und was mich als hobbybastler interessiert: wo sind die bugs? bis zum IE v.7 hatte microsofts browser zum beispiel eine sehr eigenwillige interpretation von HTML bzw. CSS. und selbst wenn webstandards mittlerweile großgeschrieben werden und aktuelle programme wesentlich besser mit dem code zurechtkommen - es gibt immernoch schwachstellen. es gibt immernoch unterschiede, variierende ergebnisse und für jeden fall und jede software auch eine ganz spezielle lösung für jedes problem.
wie passt da der google-browser ins bild? ich bezweifle dass der tatsächlich fehlerfrei und reibungslos allen befehlen gehorcht, so ganz ohne pixelrücken und positionierungsalbträume. wenn er das tatsächlich vernünftig auf die reihe bringt wär das jedenfalls mal ein pluspunkt. aber bis das belegt ist bleibt der browser für mich und vermutlich manch andere nur ein klotz am bein - ein weiteres stück software mit seinen eigenheiten, das man als webbastler verstehen und berücksichtigen muss, oder jedenfalls sollte.
und was per default schonmal nervt: auto-complete, suchvorschläge und das permanente nach-haus-telefonieren. man kann nicht microsofts geschäftsmethoden kritisieren und dann googles browser benutzen, geht einfach nicht...

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