30.08.2005 | 08:33
das wandelnde schloss
hayao miyazaki (prinzessin mononoke, chihiro) bringt die ghibli-studios erneut ins gespräch. als fan aller bisher gesehenen ghibli-filme natürlich ein muß für mich. definitiv ein weiterer nennenswerter streifen in der kategorie der sehenswerten animes. aber trotz allem... ich weiß nicht. der wow-effekt wurde durch vielerlei seltsamkeiten ein wenig unterdrückt.
es ist eine weitere phantastische, magische, aber auch kriegerische welt, in der dieser film handelt. das mädchen sophie arbeitet als hutmacherin und begegnet mehr zufällig als gewollt dem magier hauru. dieser hilft ihr in einer misslichen lage - und sofort ist sophie in ihn verliebt. allerdings ist sie damit nicht die einzige, hauru hat den ruf frauenherzen zu verschlingen. eine alte hexe hat ebenfalls ein auge auf den jüngling geworfen und verwandelt sophie in eine altes mütterchen. von diesem fluch geplagt verlässt sophie ihren heimatort und gelangt geradewegs zum haus des magiers - zum wandelnden schloss. ein eher bruchbudenartiges gebäude das in der lage ist an mehreren orten zeitgleich zu sein, in vielerlei gestalt - angetrieben und beschützt durch den (liebenswerten) feuerdämon calcifer, den ein großes geheimnis an hauru bindet. auch der gehilfe markl hat sich dort einquartiert. sophie engagiert sich als putzfrau und sorgt für ordnung in dieser eigentümlichen "familie", während sie versucht den auf ihr lastenden fluch wieder loszuwerden. hauru hingegen ist stets darum bemüht dem vorherrschenden kriegstreiben ein ende zu setzen...
nun gut, soviel zur story. die aussergewöhnlichen welten, die miyazaki zu erschaffen weiß, sind ein phänomen für sich. allerdings, was story und inhalte betrifft ist das der seltsamste ghibli-film den ich bisher gesehen habe. denn die anfangs noch eingängige geschichte wandelt sich zu einem wirrwar aus geheimnissen, magie, gefühlen und verwünschungen, was es nicht gerade einfach macht dem film folgen zu können. ich war zum ende des film jedenfalls damit überfordert die geschehnisse in eine erklärbare, nachvollziehbare reihenfolge zu bringen. zu viele dinge passieren scheinbar ohne zusammenhang und willkürlich, was sich zu einer art "explosion der seltsamkeiten" entwickelt. schade. in vielen anderen werken von miyazaki erkennt man bei genauerer betrachtung auch so manche metapher und parallele, man spürt den gewissen tieferen sinn - doch bei diesem film überwiegen die aufgeworfenen und nicht vollends beantworteten fragen.
naja, vielleicht denke ich anders wenn ich den film irgendwann ein zweites mal sehe. empfehlenswert ist er jedoch allemal, schon allein die tatsache dass ein wirklich gut gezeichneter anime mit hervorragender synchronisation in den deutschen kinos läuft find ich klasse. allerdings befürchte ich dass dieser film bei zu vielen menschen in die ecke "kinder-zeichentrick-film" geschoben wird, was definitiv nicht zutrifft.
mehr zum film auch bei ofdb.de

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