13.08.2006 | 15:57
wahl-o-mat im kreuzverhör?
manch einer kennt ihn vielleicht, den "wahl-o-mat". ganz offiziell von der "bundeszentrale für politische bildung" bereitgestellt soll dieses online-tool bei der entscheidungsfindung vor anstehenden wahlen helfen. parteiprogramme werden auf kernaussagen zusammengekürzt und durch das relativ simpel gehaltene frage- und antwortspiel gewinnt man schnell eine übersicht mit welchen parteien man selbst am ehesten übereinstimmt.
sicher, das ist eine recht dürftige informationsquelle für politische diskussionen - aber es ist besser als nichts. ich persönlich muss nach wie vor feststellen dass gerade die jungwähler das interesse am politischen tagesgeschehen verlieren und sich eben nichtmehr dafür interessieren - wer dann meint er müsse trotzdem sein kreuzchen in der wahlkabine machen, der sollte vielleicht wenigstens hilfen wie den "wahl-o-mat" nutzen.
das wäre aber alles zu einfach, denn wir leben in der brd. darum kritisieren nun spd und cdu diesen service und finden sowas garnicht gut. da wäre beispielsweise die cdu, welche bemängelt dass die meisten fragen nicht einfach mit 'ja' oder 'nein' zu beantworten wären. das ist nur logisch, wo der durchschnittspolitiker mit einer derart klaren, zweifellosen aussage doch vollends überfordert ist.
thomas krüger von der spd hingegen findet die im wahl-o-mat gestellten fragen unbrauchbar, denn "sie waren nicht professionell ausgearbeitet". das ist richtig, denn es ging ja wohl darum dass man sie auch versteht.
aber selbst die befürworter des "wahl-o-mat" sind für die ein oder andere pointe gut, so tönt es zum beispiel von den grünen:
klare fragen brauchen klare antworten... und sowas von einer politikerin, welch ironie.
wer will darfs ausführlicher und unvoreingenommerner bei heise nachlesen.
und so ganz nebenbei find ich es wirklich toll dass sich die parteispitzen in mecklenburg-vorpommern so wichtigen themen wie einer online-wahlhilfe widmen. wir haben ja sonst keine probleme...

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