27.08.2006 | 17:57

games convention 2006

das event in leipzig findet heute sein ende - und gestern hats auch mich mit freunden dorthin verschlagen. das ganze aus der sicht eines nörglers...

also, ich bin kein gamer. nichtmehr seit ich gestern "den gamer" (tm) kennenlernen durfte.

die erwartungen an europas größte messe für video- und computerspiele waren groß, entsprechend auch die vorfreude. die 'e3' war heuer laut berichten nicht so der burner, deshalb galt die 'gc' schon im vorfeld als "mega-event".

bereits auf dem autobahn-zubringer gab es rückstau. je näher wir dem messegelände kamen, desto deutlicher wurde wie viele besucher tatsächlich angereist waren - selbst für mich faszinierend und eigentlich bin ich durch festivals ein wenig mit großen menschenmengen vertraut. was mir auch aufgefallen ist: es gibt keinen "gamer" wie man ihn sich vorstellt. nicht mehr. denn gekommen sind alle: familien mit ihren kindern und babys, kids, teenies, clans, fanclubs, deren eltern - und selbst so manchen senior hat es zur 'gc' gezogen! schon allein diese vielfalt ist sehenswert und zeigt sehr deutlich welchen stellenwert videospiele eingenommen haben.

überraschend gut organisiert war der verkauf der eintrittskarten, von einer wartezeit konnte man da nichtmal sprechen. auch das messegelände an sich ist eigentlich recht logisch und übeschaubar - vier hallen, verbunden durch viele verbindungswege und eine große zentrale halle, das wars auch schon wieder.

auf ins getümmel.

dass man nicht zu viert durchs messegelände stolpern kann ohne sich dabei zu verlieren wurde schnell klar, also wurden treffpunkte arrangiert - und man lebt ja auch im handy-zeitalter. man kann vielleicht mit 20.000 menschen vor der bühne zu "limp bizkit" pogen, ohne sich von seinem kumpel zu trennen, aber auf der 'games convention' verliert man sich bei nur 500 interessierten zuschauern an einem stand - ich war schnell darüber froh nicht auch noch, wir ursprünglich geplant, auf meinen kleinen bruder aufpassen zu müssen.

recht bald wurde ich meiner illusionen beraubt. von irgendwoher tönte schlechter deutscher sprechgesang mit der von mir so verpönten, üblichen ausdrucksweise wie "isch mach disch fertisch, disch und deine crew, deine mudda noch dazu, alda!". nebenan raubtierfütterung: von einem podest aus warf man promo-shirts unters volk - unter dem podest hatte sich also eine kreischende, tobende, tosende menschenmenge versammelt, die allem anschein nicht gewillt war von der stelle zu weichen bis auch nahezu jeder irgendwas ergattert hatte. man hätte gebrauchte kaugummis verteilen können - sie hätten sich kreischend darauf gestürzt. auf sowas traf man dann bei jedem größeren, bekannteren stand.

den gedanken an eventuell brauchbare werbegeschenke verworfen wollten wir uns dann diversen spielen widmen - was auch eher schlecht als recht funktionieren wollte. oder anders gesagt: ich spiele zwar gerne, aber nicht leidenschaftlich genug um warteschlangen von 30 minuten und mehr in kauf zu nehmen. so wichtig war es mir dann doch nicht, einige demoversionen bald erscheinender games anzutesten. so versessen war ich dann auch wieder nicht darauf, ein paar sekunden trailer zu sehen.

erfolg hatten wir nur zufällig. bei "paraworld", einem im september erscheinenden strategie-spiel (mit dinosauriern) konnten wir uns aufgrund mangelnder nachfrage dicht genug an einen monitor drängeln um etwas davon zu sehen, von "medieval", einem kommenden, sehr realistischen strategiespiel haben wir ein paar beeindruckende szenen gesehen - und mein gewinner des tags war "lego star wars 2" - es war keine große kunst sich hinter die kids zu stellen und trotzdem noch was vom bildschirm zu sehen. das sah so super aus dass ich mir dass gleich mal vorbestellt hab.

ansonsten blieben abstriche. weder "quake - enemy territory" noch "stalker" noch "unreal tournament 2007" noch diverse andere heiße spiele konnten wir begutachten. oder besser: wollten. denn ganz klar - je begehrter ein game, desto mehr fans haben sich darum versammelt. oft konnte man auch nur einem großen schild über dem stand entnehmen, was überhaupt vorgestellt wurde.

die messe an sich war recht pompös gestaltet: die einzelnen stände waren eine attraktion für sich: halfpipe, mini-fußballstadion, bmx-park, usw - das sorgt schon für aufregung und gefällt dem auge. weniger allerdings die wegweisung: es waren einfach so viele leute gekommen, dass viele wege vorübergehend einfach gesperrt wurden. das auffinden von "halle 4" war teils zur qual geworden. dort angekommen wussten wir relativ schnell warum: dort befand sich der "world of warcraft"-stand...


um jetzt nicht noch weiter den einzelheiten zu verfallen, eine art resümee:

die "games convention 2006" war unglaublich gut besucht, aber nur die geduldigsten unter den geduldigen hatten wohl auch wirklich etwas davon. wer die messe besuchen möchte um sich viele verschiedene neuheiten genauer anzusehen, dem kann ich nur zu einem ausgiebigen, mehrtägigen besuch raten - auf einen tag kann man gerade mal so alles durchlaufen, ohne sich intensiver mit dem ein oder anderen aussteller zu beschäftigen.

ich jedenfalls werde davon absehen nächstes jahr nochmal hinzufahren - ich bevorzuge ab jetzt lieber die methode des abwartens, denn in den kommenden wochen werden wohl alle erdenklichen webseiten und magazine ausführlich über die messe berichten, ich denke wer sich diese zeit nimmt kann wesentlich entspannter trailer gucken und demos spielen, als auf der messe selbst.

interessant und beeindruckend wars allemal, aber wenn sich auf der gc in leipzig die gamer der nation versammelt haben, dann gehör ich da wohl nicht wirklich dazu...

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