19.04.2006 | 09:10
mixtape
ich mach ja immer gerne sampler, meine ganz eigenen mix-cds. fürs auto. hauptsächlich ja weil man so nicht dauernd cds wechseln muss. meine letzte zusammenstellung: djs asskicks.
- nightmares on wax - les nuits
- bullitnuts - heavy air
- portishead - wandering star
- kruder&dorfmeister - sofa rockers
- yonderboi - ohne chanteuse
- cinematic orchestra - channel 1 suite
- kruder&dorfmeister - trans fatty acid
- tosca - the key
- dj krush - coffee talk
- a guy called gerald feat. louise rhodes - humanity
- dr. atmo & phonosynthese - real friends are hard to find
- the all seeing - beat goes on
- nobuhiko morino - pale lust
- amon tobin - 4 ton mantis
altbewährtes, klassiker. dezenter beginn, derbes ende. ich bin gespannt welchen skip-faktor die scheibe hat...
19.04.2006 | 04:31
was zu erwarten war...
ich hab es ja heraufbeschworen. ich bin selber schuld. ich hätte vielleicht einfach auf holz klopfen sollen, nach meinen ganzen lobhudeleien. worum es geht:
ich hab ja auch n auto. ein relativ altes, er is 11. gebraucht gekauft - und ab diesem moment nur pech damit gehabt. teils schon selbstverschuldet, größtenteils jedoch einfach so, hat so ziemlich jedes teil mal versagt.
ich kann mich nichtmehr genau an alles erinnern, aber folgendes wurde so zwischendurch mal repariert - verschleißerscheinungen lass ich aussen vor: servolenkung (2 mal...), nockenwelle, kühlergrill, stoßstange vorne, motorhaube, scheinwerfer/blinker vorne links und rechts sowie hinten links, fahrertür und die gesamte fahrerseite, schiebedach, stoßdämpfer, lichtmaschine, verkabelung im motorraum, diverse gummischläuche (insges. 4), türschloß fahrerseite, diverse sonden im motorraum ("lambda"...?).
plus die dinge die ich vergessen hab.
und ganz normal kommen dann noch so dinge wie auspuffanalge, bremsen und so weiter dazu, das übliche eben. wie gesagt, ich hatte viel pech mit meinem auto. jetzt war eigentlich schon lange zeit nichts mehr, was mir eben schon auch irgendwie seltsam vorkam.
gestern war ich beim tüv, jetzt geht alles wohl wieder gewohnte gänge - meine beiden hinterreifen blockieren, lassen sich von hand keinen millimeter bewegen. ich fahr also mit angezogener bremse - was mir aber ehrlichgesagt nie aufgefallen wäre. um die plakette zu erhalten brauch ich also schnellstmöglich ne komplett neue handbremse, sehr warscheinlich sind so ziemlich alle bauteile der bremse hinten defekt und müssen erneuert werden. kostet mich schlappe 350 €.
wenns sonst nix is... -.-
18.04.2006 | 07:21
gedanken, gewidmet der zukunft
ich bin gerade über dieses interview in der faz gestolpert. pawel kuschke erklärt seine sicht der dinge. als student sieht er seine einzige chance im ausland, für die bundesrepublik hat er nicht viele gute worte übrig. ich kanns verstehen.
im großen und ganzen neige ich dazu nicht an die zukunft zu denken. nicht an die (riester)rente, nicht an die beitragserhöhungen, nicht an die energiekosten, nicht an die spritpreise, nicht an den arbeitsmarkt und auch nicht an persönliche lebensgestaltung. das kommt sehr bewusst dem verdrängungsprinzip gleich. ich gehöre dem an was man simpel 'arbeiterklasse' nennt, und wenn ich an die zukunft denke, dann wird mir schlecht. da sind artikel wie das genannte interview auch nicht gerade launemacher.
nicht nur weil meiner freundin das abitur bevorsteht werd ich in diesen tagen immer wieder mal mit diversen zukunftsgedanken konfrontiert. was studiert mann denn, wenn man jetzt demnächst damit anfängt? was tun, nach der lehre, wenn der betrieb kein interesse daran hat dem ausgebildeten facharbeiter eine stelle anzubieten? was tun, wenn man studiert und bereits in den ersten semestern verzagt, weil man für sich keine perspektiven auf dem arbeitsmarkt entdeckt?
sicher - es gibt freie stellen, fleiß und glück werden hand in hand schon dafür sorgen dass sehr viele irgendwo unterkommen.
irgendwo. hoffentlich.
ich erinnere mich fast schon traurig an diverse unterlagen, die ich einst von berufsberatern und jobmaklern erhalten habe. ganze bücher waren das, welche einzelne berufe genauer darstellten, eine scheinbar unendliche auswahl hatte man da. um so erschreckender ist es festzustellen dass man sich derzeit wohl 90% der vorschläge sparen kann - überlaufene märkte, sinkende nachfrage, rationalisierung, globalisierung - und viel zu viele arbeitslose. schon erstsemester belieben zu scherzen: "ich studier, weil ich keinen bock hab zu arbeiten - früher oder später bin ich eh n harz4-fall..."
ich persönlich darf mich also glücklich schätzen einen beruf auszuüben der mich nicht jeden tag auf selbstmordgedanken bringt. arbeiten nach stechuhrprinzip, aber doch auf sehr erträgliche art und weise.
das ist es also, worüber man glücklich sein soll? es war zwar situationsbedingt komisch, aber doch stimmt es mich nachdenklich wenn ich mit unbekannten am tisch sitze, ihren ganz eigenen zukunftsvisionen lausche und dann irgendwann gefragt werde: "und, was machst du so?" ... "ach, du arbeitest?" fast schon gefolgt von einem ehrfürchtigen "whow!"
ich, der arbeitende. hurra. irgendwie werde ich das gefühl nicht los eines der kleinsten zahnräder im deutschen arbeitsgeschehen zu sein - dem zwang unterworfen zu funktionieren. ansonsten werde ich ausgewechselt. wo ich hinsehe, egal ob betriebsintern oder bundesweit, sehe ich pulverfässer mit zündschnur, und jeder hat streichhölzer in der tasche. ja nicht zu viel verändern, es könnte nach hinten losgehen.
ich komme ins staunen, wenn ich die zukunftsvisionen vieler junger leute höre. erstrebenswerte ziele, beruflich sowie privat, werden genannt. man will viel erreichen - das klassische denken von erfolg und wohlstand.
und ich war auch mal so. beim nachdenken wird mir bewusst dass sich das geändert hat, je mehr ich von der tatsächlichen arbeitswelt erfahren habe.
anlageberater möchten meine finanzen die nächsten jahre oder jahrzehnte verwalten, dabei kann es ebensogut sein dass die entsprechende bank in 5 jahren bereits nichtmehr existiert. man stellt sich auf kurzfristigeres denken ein - woher soll ich wissen was ich in zukunft machen werde, wenn ich nicht mal weiß ob es in dieser zukunft auch nur annähernd spielraum für etwaige ideen gibt? es sieht nämlich nicht danach aus.
mein persönliches streben nach erfolg hat sich gewandelt: ein job mit möglichst wenig verantwortung, das ist es was mich derzeit erfüllt. ich möchte nicht mitreden oder mitwirken, bei der planung kommender dinge, und vor allen dingen möchte ich für nichts was dann geschieht verantwortlich gemacht werden können. auch als kleines, sehr kleines 'zahnrad' bekommt man die signale der richtungsweisenden mit. wenn man aufmerksam ist. auch desinteresse schützt nicht davor die umwelt wahrzunehmen:
tausende von arbeitnehmern werden durch beschlüsse einer handvoll menschen entlassen, ohne mit der wimper zu zucken. die arbeitnehmervertreter werden aktiv und sprechen von einem erfolg, wenn sie sich in einem von zehn punkten mit den arbeitgebern auf einen kompromiss einigen konnten. bildung ist ein privileg, bereits bei der einschulung wird "ausgesondert". schulgelder in noch offener, endgültiger höhe sind aushängeschild für die moderne zweiklassengesellschaft, was aber noch lange nicht bedeutet dass zahlende schüler oder studenten deswegen besser unterrichtet werden. man schafft es auch immer noch nicht die landesweite bildung auf einen nenner zu bringen, geschweigedenn die kommenden generationen zu verstehen - skandale, verbote, einschränkungen und zensur. "parental adivsory, explicit content". weil das, was uns als 'öffentlichkeit' vorgegaukelt wird, scheinbar unter zwanghafter paranoia leidet ist erwünscht die schritte eines jeden einzelnen nachvollziehen zu können - von der finanzsituation bishin zum surfverhalten im internet. utopische, nicht realisierbare beschlüsse zeigen dem wähler warum diese art von politik notwendig ist, und auch auf direkte fragen können sie nicht antworten, die abgeordneten. während großunternehmer, die hierzulande arbeitsplätze schaffen, umjubelt werden zittern alle vor dem osten, der uns in so ziemlich jedem punkt haushoch überlegen ist.
und das allerschlimmste: auch wenn es eine vielzahl von leuten gibt die wortkräftig und schmierig immer und immer wieder problemlösungen vor laufender kamera präsentieren - hoffnung und zuversicht kommen dabei nicht auf.
nein, ich kann mich beim besten willen nicht dazu hinreißen lassen einen positiven eindruck von dem zu gewinnen was auf uns, auf mich zukommt. ich habs erst kürzlich erwähnt: ich bin sehr froh viele entscheidungen hinter mir zu haben. es waren nicht wirklich die besten entscheidungen, die ich getroffen habe. es war nicht das was ich wirklich wollte, nicht das wovon ich geträumt habe - und auch kein erster schritt in diese richtung. aber ich bin dennoch froh dass das hinter mir liegt und ich jetzt einfach abwarten kann. abwarten, ob einer mal aus versehen mit nem streichholz an die zündschnur kommt, oder darauf warten dass jemand tatsächlich diesen gordischen knoten, der im kleinbetrieb beginnt und global endet, löst.
um es in den worten eines treffenden zitats zu sagen:
soviel kann ich garnicht essen, wie ich kotzen möchte.
ich werde mich wieder anderen dingen zuwenden und genau das tun was ich auch sonst bevorzuge zu tun: nicht darüber nachdenken...
warning! thinking about your future may cause depression and desperation!
17.04.2006 | 22:25
ehrgeiz
ich bin unsportlich und faul, durch und durch. teamgeist hat es bei mir nie gegeben. derartige dinge interessieren mich nicht - ich glaube fast schon zwangsweise entwickelte ich neugier für konsolen und webkultur. jedenfalls ein bisschen.
aber jetzt, einfach so, unerwartet, plötzlich mittendrin, kann ich für kurze momente sowas wie "ehrgeiz" in mir entdecken. und ich war wirklich überrascht. grund ist ein unscheinbares, kleines geschenk von meiner freundin: ich hab nen kleinen ball gekriegt, is wohl sowas wie ein 'footbag'.
zusammen mit nem ähnlichen kleinen ball hab ich jetzt also zwei dieser dinger zuhause - und jetzt will ich jonglieren lernen.
ich konnte sowas noch nie, fand das aber schon immer spektakulär. es muß nicht zirkusreif sein, ich will nur ganz simpel jonglieren können. also ertapp ich mich immer wieder dabei die beiden bälle zu werfen, zu fangen und ihnen quer durch die wohnung hinterherzuhetzen, wenn mir mal wieder einer entwischt ist.
derzeit sieht dass so aus dass ich schonmal beide bälle mit einer hand halten kann, ich betrachte das als guten anfang. seltsamerweise macht das sogar irgendwie spaß. und lust auf mehr.
hm, ich bin gespannt wann meine ungeduld siegt. bis dahin hoff ich einfach mal dass nichts zu bruch geht.
16.04.2006 | 08:54
gebete zur osterzeit
ich weiß nicht. irgendwie war klar was ratze als papst so tun würde. zum beispiel fröhlich hetzen und ketzen. entschuldigt, aber ob papst oder nicht - ich glaube an eine gewisse menschlichkeit. und genau diese vermisse ich bei worten wie folgenden:
Herr,
wir haben das Empfinden für die Sünde verloren!
Mit heimtückischer Propaganda verbreitet sich heute
eine törichte Apologie des Schlechten,
ein absurder Kult Satans,
ein unsinniger Wille zur Übertretung,
eine verlogene und haltlose Freiheit,
welche die Laune, das Laster und den Egoismus verherrlicht
und sie als Errungenschaften der Zivilisation hinstellt.
vermutlich wohl gefolgt von einem "amen", einem "so ist es". ich frage mich ernsthaft wieviele kirchenbesucher und gläubige eigentlich über das nachdenken was ihnen vorgebetet wird.
wer dennoch ein bisschen mitfiebern will, wer ein bisschen anbeten und verehren nicht so schlecht findet wie ich: im september dieses jahres kommt er nach regensburg, der heiligste aller heiligen.
ratet mal wer nicht hingeht...
