Samstag, 17. März 2007 | 22:53

gee, again.

was die gee ist und wie ich dazu stehe hab ich ja schonmal geschrieben. aber die zeiten ändern sich...

ich bin nach wie vor davon überzeugt dass die gee das beste erhältliche gamesmag ist - allerdings nicht mehr ganz so euphorisch wie einst, denn mit der aktuellen ausgabe haben sich (wiedermal) ein paar veränderungen eingeschlichen, die ich nicht ausschließlich tollfinden kann.

das geht schonmal beim titel los. bisher stand groß "gee - games, entertanement, education" auf dem cover und schon war das namenskürzel sowie der inhalt mit einem rundumschlag erklärt. jetzt steht da allerdings "gee - love for games", was ich dann doch irgendwie sehr dämlich finde. müssen herausgeber eines game-magazins tatsächlich nochmal explizit auf ihre leidenschaft hinweisen? ich denke nicht. ganz zu schweigen von der nun nichtmehr so ganz klaren bedeutung des titels, wer das heft nicht kennt wird da ziemlich alleingelassen.

aber gut, ist ja nur der titel. doch auch das komplette interieur wurde umstrukturiert. da fallen mir jetzt beim durchblättern zum beispiel zwei dieser einlege-werbeteile in den schoß. gut, einmal handelt es sich um einen c&c3-bezogenen aufkleber, das kann man ja auch irgendwie nett finden. aber das andere heftchen bewirbt blue-ray-dvds. ausgerechnet das. wo doch gerade zu diesem thema ein sehr umfangreicher artikel im heft befindet der so ziemlich alle beworbenen filmtitel sowieso nochmal vorstellt. leute, mehr davon und ich kündige mein abo :(

werbung ist generell irgendwie ein problem geworden. ich weiß nicht ob die veränderungen schleichend kamen, aber beim blättern n der letzten ausgabe sind mir verdammt viele der ganzseitigen werbeflächen aufgefallen. immerhin ist auch die werbung einigermaßen ansehnlich gestaltet, aber so richtig besser wirds dadurch nicht. vor allem wenn man dann zu diversen beiträgen im heft eine ganzseitige einführung bastelt, die diesen werbeseiten zum verwechseln ähnelt. geht das nicht anders? oder könnte man, wenn so viel und so große werbung schon unvermeidlich geworden ist, sie nicht ein klein wenig käuferfreundlicher platzieren? noch bevor ich überhaupt zum inhalt komme reizen 4 dieser großformatigen anzeigen meine netzhaut und mein gemüt.

viele kleinigkeiten wurden umstrukturiert, grafisch anders gestaltet, inhaltlich abgeändert. trotzdem hat das heft den sehr schlichten, geradlinigen stil behalten, was ich sehr zu schätzen weiß. gut, dass derzeit immernoch dieses absolut lästig gewordene thema "next-gen-konsolen" durch die magazine geistert lässt sich nicht vermeiden und auch die gee widmet sich voll und ganz der ps3. klar. allerdings ist nach wie vor platz für andere themen, verschiedene meinungen und allerhand drumherum, denn ausschließlich um games gings ja noch nie. und damit gleich mal zum dicksten minuspunkt:

warum um alles in der welt wurden die musik- und filmrezensionen auf zwei kleine spalten am seitenrand gekürzt?! soll das etwa so bleiben? keine interviews mehr mit den machern der szene? keine kinotips?

wie sehr mich das stört kann ich garnicht näher beschreiben, denn genau durch solche dinge hat es die gee geschafft sich vom rest des magazinmülls abzuheben - mit einem unendlich breitem spektrum wurden so ziemlich alle interessengebiete von so typen wie mir abgedeckt. ein heft - alles drin. und jetzt?


abwarten. und mal schaun wie sich die nächsten ausgaben so machen. ich habs verkraftet mich damit abzufinden dass es wohl keine gee-dvd mehr geben wird. ich hab diverse gestalterische blödeleien hingenommen. ich werd auch diesen schritt überleben. aber treibt es nicht zu weit...

aber irgendwie ist es ja der inhalt, der zählt, und davon gibts nach wie vor nur hochklassiges. und ein grandioses zitat aus der letzten ausgabe wollt ich noch loswerden, von tobias o. meißner, der in seiner kolumne zum thema "killerspiele" schreibt:

letzten endes bin ich der meinung, dass killerspiele nicht verboten werden, weil sich die politik dadurch ihres letzten bequemen sündenbocks entledigen würde. sind killerspiele erst verboten und die amokläufe gehen weiter - jährlich, monatlich, irgendwann wöchentlich -, dann muss irgendjemand ganz oben eine gesellschaftliche bankrotterklärung machen. und davor haben alle angst.

schönes schlusswort.

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