Mittwoch, 14. November 2007 | 20:03

software decisions

der herr vetter überlegt gerade seinen norton-virenschutz gegen etwas womöglich nutzerfreundlicheres zu tauschen.

generell erfreut sich norton, bzw. die gesamte symantec-produktsparte, recht großer beliebtheit - vor allem weil oem-verträge dafür sorgen dass sich dieses stück software per default auf neu verkauften computern befindet (neben irgendeinem speicherfressenden brennprogramm dritter wahl und fünf bis fünfzehn autostart-einträgen von trial-installationen)

aber gut, woher soll man als nutzer, der seinen pc "einfach nur benutzen" möchte, auch wissen was man sich da einfängt? ich bin leidenschaftlicher computer-user, keinesfalls fachmann und ich kenne auch wirklich nur eine handvoll ernstzunehmender softwarelösungen. zu ein paar produkten also nun mal meine denke, meine paar feststellungen - und die recherche und beobachtungen meines bruders, der schon so manches stück software unter extremeren bedingungen getestet hat:

. norton antivirus (internet security, ...)
pro: halbwegs userfreundlich, ein wenig lektüre für die notwendigerweise zu machenden einstellungen sollte man in kauf nehmen. recht zügige und häufige updates halten die software aktuell. der vollständige systemschutz bewahrt vor den meisten schädlingen.
contra: mit jährlich anfallenden kosten verbunden. das verhalten der software kann man bestenfalls als arrogant bezeichnen. nach der installation verzögert der norton-virenschutz erstmal das hochfahren des betriebssystems merklich, danach verlangsamt es das laufende system deutlich stärker als die konkurrenz (mit ausnahme von "winpooch"...). während der einführungsphase wird der benutzer regelrecht mit hinweisen, warnmeldungen und informations-popups bombardiert, was schnell zu frust und den daraus entstehenden fehlentscheidungen führen kann. die datenbanken werden zwar zügig aktualisiert, der gewiefte störenfried kann trotzdem unerkannt schädlinge auf dem system einschleusen und auch das programm selbst angreifen. großes manko: ein einfaches oder gar vollständiges deaktivieren der software ist nicht so ohne weiteres möglich. ältere versionen verschwanden auch nach einer deinstallation nicht restlos vom pc, das könnte mittlerweile aber anders aussehen.

. avira antivir
pro: für den privatgebrauch kostenlos erhältliche software. diese free-version ist sehr einfach zu verstehen und handzuhaben.
contra: träge update-intervalle, download der datenbanken von langsamen servern - die aktualität von antivir hinkt der konkurrenz deswegen hinterher. der ressourcenverbrauch ist normal und erträglich, die virensuche selbst könnte etwas schneller sein. in der free-version kann man nur grundliegende einstellungen vornehmen, so wird das system zwar weitgehend, aber eben nicht vollständig geschützt. ausserdem werden gelegentlich werbe-popups eingeblendet, die zum kauf einer vollversion anregen sollen - kann nerven. auch wird das programm selbst nicht vor manipulationen geschützt.

. kaspersky anti-virus
pro: sehr schnellste reaktion auf neue bedrohungen, vollständiger systemschutz, verständliche und gut strukturierte einstellungsmöglichkeiten. das programm verfügt über einen guten selbstschutz, der umgang damit ist sehr intuitiv und unproblematisch - sofern man gewillt ist die angezeigten informationen zu lesen. die benötigten ressourcen halten sich in erträglichen grenzen.
contra: das programm ist mit jährlichen kosten verbunden. nach der installation meldet sich die software durch einige popups, hinweise die leider zu oft unbeachtet "weggeklickt" werden.

. winpooch
"clamwin" ist eine open-source virenschutzlösung. "winpooch", ebenfalls open source, erweitert das programm um die fehlende live-search funktion
pro: os-gemeinschaftsprojekt, viele mitwirkende setzen selbst viele gute ideen um. einfache handhabung,
contra: während bei "clamwin" die automatische virensuche ("live-search") fehlt und die etwas zu spärlichen updates anlass zur kritik geben entpuppt sich das eigentlich so hervorragend gedachte "winpooch" als ressourcenvernichter. jede aktion des benutzers wird überwacht und im zweifelsfall erstmal blockiert, was fast vollständig zum erliegen der systemfunktionalität führen kann, während man verzweifelt versucht das programm auf den eigenen bedarf zu eichen. das mag zwar nachdem alle einstellungen gemacht wurden wie gewünscht funktionieren, doch selbst dann lahmt die überprüfung der zu untersuchenden prozesse deutlich.


wie man merkt ist kaspersky anti-virus - derzeit jedenfalls - mein favourit. die standard-installation vermeidet es den benutzer zu überfordern und bietet ausreichenden schutz, wer sich mehr mit der materie beschäftigt kann jedoch sehr tiefgehende einstellungen vornehmen. 25 euro pro jahr halte ich für sehr fair, die bezahlt man für ein wichtiges und sympathisches stück software dann auch irgendwo gerne.


abschließend dann aber doch noch ein großes lob an symantec, von deren virenschutz ich zugegeben etwas enttäuscht war nachdem ich die konkurrenz kennenlernen durfte: eure backup-utillitys sind super. richtig super. auch da kenne ich die konkurrenz, die leider von "geht garnicht" bis "wer soll das verstehen" reicht. aber mit norton ghost habt ihr ein so unglaublich simples und geniales tool entwickelt, bei dem sich mir nur zwei fragen stellen: warum ist die 12.0 nicht zu alten .gho-backups kompatibel, und warum kann ich vom live-cd-betrieb aus keine backups erstellen? abgesehen davon: dickes lob!

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