Donnerstag, 18. September 2008 | 09:05
s.t.a.l.k.e.r. - shadow of chernobyl
ähm, kann es sein dass ich zur zeit zu viele shooter spiele..?
nach dem abspann von crysis und dem gelangweilten dahinlatschen durch far cry (im god-mode, ich hab sowas von keinen bock auf den mist und will nurnoch wissen wie die sache endet...) musste was neues her - wie gut dass bei meinem mainboard s.t.a.l.k.e.r. dabeilag.
auf den ersten blick: lahm. unspektakuläre grafik, hin und wieder mutierte hunde und flimmernde, gefährliche luft. ich hab ein inventar, einen pda und null plan. und wohl auf anhieb ein paar bugs und nervende dinge entdeckt, denn davon scheint es reichlich zu geben. das inventar sortiert sich zum beispiel selbst. und zwar nur selbst. das ist ja nett weil so kein platz verschwendet wird, aber ich bins gewöhnt meinen kram selbst zu ordnen. ich mags nicht wenn der gegenstand, den ich suche, jedesmal wo anders ist. und mein pda piept, wenn ich neuigkeiten draufhab. und auch wenn ich die dann gelesen habe. und zwar wieder und wieder - und wieder.
auch interessant: auf der karte werden mir wegpunkte für meine missionen angezeigt. allerdings eben auch wenn ich eine mission schon beendet habe. manchmal nicht immer! und naja, beim neuladen eines levels scheint die ki vergessen zu haben welche aufträge ich schon erledigt habe. "bring mir gegenstand xyz" ist keine all zu große herausforderung, aber unmöglich wenn es den gegenstand nur einmal gibt, ich den auftrag aber zweimal erledigen soll. verdammte bugs.
dieses missions-ding schient mir sowieso etwas unbeholfen zu sein. da erledigt man seinen job, ist gerade auf dem rückweg zum auftraggeber - und vor dessen haustür angekommen liest man entsetzt: failed!. und warum? weil es für manche aufträge ein zeitlimit gibt. nur wird leider vergessen das im spiel zu erwähnen. sowas weiß dann google. und mittendrin hat man auch mal eine mission erfüllt, die man eigentlich garnicht angenommen hat. und genauso liest man irgendwann dass eine mission die man weder kennt noch angenommen hat aus unerklärlichen gründen gescheitert ist. verdammte "freie spielwelt", können sich die npcs da nicht mal nach mir richten?
aber das ist ja nur der erste eindruck...
denn unter der haube ist s.t.a.l.k.e.r. schon halbwegs das was uns mit fallout 3 bevorsteht. kleine rollenspielelemente, gut verpackt in einen abwechslungsreichen shooter. nach dem grandios-genialen buch "picknick am wegesrand" und einer viel zu langen verfilmung dessen bin ich absoluter fan der story hinter dem spiel. und als solcher natürlich gerne bereit durch ausgebrannte, öde landschaften zu ziehen, bei denen schlechtes wetter zum guten ton gehört. ich bin nicht irgendjemand, ich bin ein charakter der einen ruf zu gewinnen hat, ich habe unzählige waffen zur auswahl und kann verschiedenste rüstungen tragen. ich suche einen kollegen, den ich töten muss, aber dieser andere typ ist verschwunden - und solange ich nicht mehr weiß verdinge ich mich jedem der mir etwas bieten kann.
der erste job führt mich in ein lager von gaunern, dieben und banditen. ich hab ne pistole, die gegner auch. aber die treffen. fuck, wie zielt man ohne fadenkreuz, mit kimme und korn? ich sterbe am laufenden band und stelle fest dass erfahrung aus anderen shootern hier mal garnichts bringt. irgendwann gelingt mir meine aufgabe und ich plündere die leichen. viel kram gibts da zu finden. und viel kram rumzuschleppen. maximal 50 kilo sollte ich bei mir tragen, dazu zählen allerdings auch waffen, rüstungen und munition. jedes kilo zuviel merkt man gewaltig, ich hechle wie ein köter und komm kaum vom fleck. jedes kilo weniger belohnt mich mit mehr ausdauer und schnelligkeit, und die kann man bei den weitläufigen arealen gut gebrauchen. ne heikle sache.
später erfahre ich dass hier viele verschiedene fraktionen am werk sind, die alle ihren eigenen interessen nachgehen. und sich natürlich gegenseitig bekriegen. da heißt es kopf einziehen, aus der schusslinie bleiben und brav versuchen allen gefällig zu sein. die aufträge schicken mich quer durch sämtliche level und ich weiß garnicht in welcher reihenfolge ich die jobs abarbeiten soll. am anfang dachte ich mir es wäre vielleicht ne gute idee in nem lösungsheft zu spicken. aber das ist langweilig. also mal sehn, mir doch egal wenn ich nur jeden zweiten auftrag auch abschließe. immerhin ist das hier nicht der nürnberger christkindlmarkt, das ist "die zone". kein schwein weiß was hier vor sich geht, und zwischen richtig fiesen menschlichen gegnern, unsichtbaren und mutierten kreaturen, anomalien die jeder physikalischen erklärung spotten und radioaktiv verseuchten landstrichen ist sich jeder selbst der nächste. da zählt der eigene arsch mehr als jede belohnung der welt.
schade dass s.t.a.l.k.e.r. unter dem bug-problem leidet. denn das ist schon das einzige was den spielspaß schmälert, ansonsten ist es ein richtig guter, anspruchsvoller shooter geworden der genau die richtige menge an rollenspielelementen beinhaltet. die wohl beste vorbereitung auf den am 30. oktober erscheinenden dritten teil der fallout-reihe und wers wirklich ganz genau wissen will kauft sich einfach noch "picknick am wegesrand" - aber vorsicht, dann lässt euch die sucht erst recht nichtmehr los.
achja, eins noch: unterwegs findet man diverse "artefakte", die nicht nur besonders wertvoll sind, sondernd irgendwie auch diverse werte beeinträchtigen, positiv wie negativ. und es sieht so aus als sollte man diese artefakte, um sie zu aktivieren, am gürtel tragen. kann es sein dass das aber ne dumme idee ist? ich mein, egal was ich mir da an den gürtel häng - ich würde jedesmal innerhalb kürzester zeit an verstrahlung sterben. dieses rätsel wird mich wohl noch ne weile beschäftigen, wer rat weiß darf sich gerne melden...

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