Dienstag, 7. Oktober 2008 | 10:05
lem // asimov
stanislaw lem: die lymphatersche formel
die recht kurze geschichte ist nicht nur in den interessantesten mir bekannten monolog verpackt, sie fesselt auch durch ihre völlig simple und trotzdem tiefgreifende geschichte. ein uns unbekannter herr tritt auf uns zu und beginnt unaufgefordert fragen zu stellen. wir werden unweigerlich in den lauf der geschichte eingeknüpft und als könne die romanfigur unser stirnrunzeln sehen beginnt sie mit erklärungen.
wir erfahren dass jener unbekannte herr sich mit wissen und dessen weitergabe beschäftigt hat, zum beispiel mit der tatsache dass viele lebensformen gleich nach ihrer entstehung einen recht umfangreichen wissensschatz besitzen. so begannen seine forschungen, für die er sein gesamtes vermögen und seine gesamte zeit geopfert hat, um der evolution auf die sprünge zu helfen: im alleingang will er ein allwissendes wesen erschaffen, die bauanleitung dafür sucht er in vorhandenem leben.
nachdem unser unbekannter redner vom rest der welt für verrückt erklärt wurde scheint ihm das experiment zu gelingen - doch gefällt ihm das ergebnis?
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isaac asimov: falsch korrigiert
der fall klingt zunächst simpel: der universitätsprofessor ninheimer verklagt die IEC, weil eine ihrer maschinen das lebenswerk des professors (sein aktuelles buch) falsch korrigiert haben soll. nun, genaugenommen habe die maschine gewisse textpassagen so weit entstellt dass in ninheimers werk nun ganze bevölkerungsgruppen beleidigt werden.
und damit zum komplizierteren teil: die von der IEC geschaffene maschine ist nicht nur ein einfacher computer der zum korrekturlesen dient, es ist vielmehr ein roboter mit dem fortschrittlichsten elektronischen gehirn. seine erbauer sprechen dem roboter sogar soetwas wie ein gewissen zu, er kann mehr als nur logische befehle abarbeiten. und über allem stehen die drei grundgesetze der robotik.
wie kann es nun sein dass einer derart "intelligenten" maschine mehrere grobe fehler unterlaufen? man könnte sie ja dazu befragen, doch da es der erste fall ist bei dem sich eine maschine vor dem gesetz verantworten muss untersagt der richter die anhörung des roboters. aber das wäre eigentlich garnicht nötig gewesen, denn der üblicherweise brav gehorchende denkapparat schweigt sich über diese sache beharrlich aus und wäre eher bereit sich selbst zu zerstören als irgendetwas konstruktives beizutragen.
ausserdem stellt sich noch eine weitere frage: warum überlässt die IEC einen so teueren, mächtigen und einzigartigen apparat einer universität?
"falsch korrigiert" ist eine spannende kurzgeschichte mit überraschendem ende. sie beschreibt nicht nur ein fiktives szenario, sie befasst sich auch mit der kurzsichtigkeit der menschen und deren wunschvorstellung einer "intelligenten" maschine.
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