Sonntag, 31. Mai 2009 | 14:18

60 years

60 jahre BRD, 60 jahre grundgesetz. was haben wir nicht alles hinter uns! sind wir nicht unglaublich gut geworden?

auch ohne irgendetwas genaueres über den werdegang dieses staates zu wissen - ein kurzer blick über die bedeutenden schlagzeilen der geschichte und der gegenwart sollte eigentlich schon völlig reichen um jeden feier-wunsch im keim zu ersticken.


wir sind keinesfalls eine tolle republik, wir sind nur ganz gut darin die scheisse so zu verlagern dass sie nicht gleich jedem auffällt. und die ganz großen haufen, die dann über die jahrzehnte doch immer wieder mal für aufruhr gesorgt haben, die beseitigen wir mit staatlicher gewalt, ob nun juristisch, exekutiv oder im verborgenen hinter verschlossenen türen.

besonders ärgern mich diejenigen, die jetzt gerade an den hebeln der macht rumspielen. ihnen ist es recht erfolgreich gelungen uns innerhalb kürzester zeit in eine kriese unabschätzbaren ausmaßes zu steuern - und dennoch haben sie freudestrahlend lobesreden auf die BRD gehalten. vielleicht war das ein kleines dankeschön für die dicken privatkonten.


das grundgesetz wird nicht weniger gefeiert und eigentlich ist es schon fast undenkbar dass irgendein land dieser welt ohne ein grundgesetz wie das unsere langfristig bestehen kann. ein tolles grundgesetz haben wir da, es gefällt unseren regierenden auch so gut, dass sie stets aufs neue änderungen daran vornehmen wollen. wohlgemerkt: änderungen, die die rechte des volkes beschneiden, einengen, aushebeln.

telepolis liefert einen sehr schönen artikel zum thema, den der uninformierte normalbürger wennmöglich mal lesen sollte. jedenfalls soweit, bis einem endgültig die lust vergeht:

Den sechzigsten Jahrestag des Grundgesetzes am 23.5.2009 hat die politische Klasse Deutschlands ausgiebig genutzt, um nicht nur das ach so segensreiche Grundgesetz, sondern auch sich selbst und ihre vermeintlichen Leistungen zu feiern. Das Grundgesetz wird dabei fälschlicherweise als die Mutter des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritts in Deutschland dargestellt. Dabei hat der "Glücksfall" Grundgesetz bei keinem der ihm zugeschriebenen Erfolge eine große Rolle gespielt.
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