22.09.2006 | 00:01
geschwisterliebe
türken hegen viele kulturelle bräuche, zu denen man als aussenstehender nur schwer zugang findet. über einen davon läuft gerade ne doku im ersten: "ehrenmord".
auch in deutschland lebende türken haben davon gebrauch gemacht. im wesentlichen: in einer traditionsbewussten türkischen familie sind auch heute noch oft die söhne für ihre schwestern verantwortlich. diese mädchen leben unter der strengen kontrolle ihrer brüder und haben kaum die möglichkeit sich zu entfalten - das betrifft besonders das zwischenmenschliche, wie eben beispielsweise eine feste partnerschaft.
eine solche beziehung wird nicht gerne gesehen und es gilt, warum auch immer, die ehre der familie wieder herzustellen. im extremfall bedeutet dass: der freund des entsprechenden mädchens muss sterben. in der brd sind nur etwa neun fälle jährlich bekannt - weltweit beläuft sich die zahl allerdings auf über fünftausend.
aber als wär allein dieses verhalten noch nicht absurd genug, nein, in der reportage kommt auch ein junger türke zu wort. er ist der freund eines solchen mörders und er berichtet von den ungeschriebenen gesetzen in seiner familie, davon wie er auf seine schwester einfluss nimmt.
wie kann man sich eigentlich derart in der öffentlichkeit äussern, wenn man gerade ein "hustler"-shirt trägt, was grob übersetzt soviel wie "stricher" bedeutet?

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