15.12.2006 | 23:35

amsterdam

so, nun also wie versprochen die auflösung hiervon: das bild zeigt die "binnenkant", eine straße in amsterdam etwa 5 minuten vom bahnhof entfernt. dort haben wir uns zu dritt in einem hausboot eingemietet. das entsprechende boot sieht bei google earth so aus:

an dieser stelle kann man wohl nur an citymundo verweisen - dort wird jeder amsterdamreisende sicher fündig, die preise sind vertretbar, die auswahl ist groß und auch abwicklung und service stimmen - kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

der trip hatte natürlich auch einen grund: im januar zieht ein bekannter von mir nach sydney/australien, soetwas muss man natürlich irgendwie gebührend feiern. und wo sollte das besser funktionieren als in amsterdam?

ein fahrfreudiger freund nahm die 1500 kilometer (hin und zurück) auf sich und dank dieselkraftstoff und zeitgemäßem motor reichten zwei tankstopps unterwegs - insgesamt hatten wir uns also 150€ fahrtkosten zu teilen. die anreise in der nacht von mittwoch auf donnerstag verlief ohne größere störungen und viel zu früh erreichten wir unser ziel. die heimfahrt am sonntag war wesentlich verkehrsreicher und hat dann doch etwas länger gedauert, als wir dann noch den pannendienst rufen mussten. dichter nebel. rutschige fahrbahn und eine viel zu schmale straße um gaszugeben. ergebnis: zwei kaputte felgen, ein neuer reifen und viel, viel glück - ich kann mir schöneres vorstellen als von einer autobahnbrücke zu stürzen...


unsere unterkunft übertraf alle erwartungen. zum einen ist es schon berauschend genug ein komplettes boot zu bewohnen. unser vermieter hatte die räumlichkeiten komplett selbst ausgebaut und normalerweise wohnt er auch selbst in dem kahn. allerdings ankert seine frau/freundin gerade mal drei boote weiter, also fällt es ihm nicht sonderlich schwer ein paar tage zu ihr zu ziehen. es sind solche dinge, die mir an amsterdam gefallen - die mentalität ist eine völlig andere, oder welcher deutsche käme auf die idee seine wohnung ein paar völlig fremden zu überlassen?

die wenigen bilder, die ich gemacht habe, zeigen fast ausschließlich unsere unterkunft - bei strömendem regen fotografiert man nicht gern, ausserdem bin ich kein fototourist. dennoch, ich hoffe diese verpixelten, verschwommenen bilder (drekkshandy...) bringen die atmosphäre ein bisschen rüber:









wie angedeutet hatten wir nicht unbedingt das beste wetter. regen, jedenfalls die meiste zeit. mit kurzen pausen, aber trotzdem ist amsterdam im dezember keine stadt für sonnenliebhaber und sommerfreunde, zu denen ich mich üblicherweise zähle. dicke jacken und pullover helfen zwar gegen nässe und kälte, allerdings fühle ich mich darin immer etwas unwohl. und auch gerade wegen des wetters waren wir froh nicht auf irgend ein winziges hotelzimmer angewiesen zu sein - es hätte auch ununterbrochen hageln können, der aufenthalt auf dem boot war mehr als angenehm.

das stadtzentrum mit allen wichtigen punkten lag in unmittelbarer nähe unseres hausboots, gerade mal 5 minuten fußweg trennten uns davon. unser vermieter wies uns auf einkaufsmöglichkeiten, shops, clubs und ähnliches hin, bevor er uns verließ - und wir hatten uns auch selbst ein wenig vorbereitet. museen und andere massenmagnete ließen wir weg. wir schlenderten teils ziellos durch die stadt um in diversen kneipen und caffees einzukehren. amsterdam macht den anschein als würde es, von verkäufern abgesehen, nur aus touristen bestehen. jeder könnte urlauber sein, jeder könnte aber ebensogut gleich um die ecke wohnen. ein unglaublich faszinierendes durcheinander - man sieht menschen aus allen teilen der erde und vernimmt die verschiedensten sprachen. à propos sprachen: englisch reicht. verstaubtes schulenglisch reicht völlig aus um sich in amsterdam durchzuschlagen.


nun, natürlich hatten wir dann doch auch ein paar konkrete ziele. zum einen einen supermarkt um uns mit lebensmitteln zu versorgen, zum anderen selbstverständlich ein paar coffeeshops. warum fährt man auch sonst nach amsterdam, wenn nicht wegen der drogen? oder anders ausgedrückt: wer in amsterdam nicht irgendeiner art von rausch verfällt, der macht was falsch.


amsterdam, mekka der süchtigen. weltweit bekämpfen nahezu alle nationen herstellung, verbreitung und konsum diverser drogen. unsummen werden verschleudert um großen dealern und kleinen endkonsumenten das leben schwer zu machen. nicht so in holland, und selbstverständlich sticht amsterdam als touristenziel besonders hervor. während man überall kontroverse diskussionen über cannabis führt und mich hier, mitten in bayern, ein einziger joint bereits in massive schwierigkeiten bringen kann werden in den niederlanden jährlich die besten gras- und haschischsorten prämiert. das verstehe wer will.

ende november fand auch heuer wieder der "cannabis cup" statt. die besten grower treten zum wettbewerb an und eine jury bewertet das eingereichte dope. das geht soweit das selbst in hochoffiziellen reiseführern für diverse sorten geworben wird:

if you're a friend of weed you have to try the "silver haze" - believe me, it's different...

auch wenn wir besagtes "silver haze" nicht probiert haben - wir waren auch so genug bedient. haschisch und gras, verschiedenste sorten. das gramm von fünf bis fünfzehn euro - und ja, hier spürt man qualitätsunterschiede. ohne noch lange niederländisches cannabis zu lobpreisen: allein schon deswegen lohnt sich ein abstecher ins nachbarland. definitiv.


auch das abendprogramm ließ keine wünsche offen. beinahe jeden tag findet irgendwo ein besonderes event statt. nicht zuletzt auch wegen der drogen gelang es uns aber erst am samstag abend einen club aufzusuchen. minimal techno und electronic sounds wurden uns versprochen, die resident djs sollten die nacht zum tag machen. der im hafen gelegene "club 11" war unser ziel - der elfte stock eines hochhauses. muss man da noch die sagenhafte aussicht erwähnen? das schikke integrierte restaurant? die hübschen mädchen, für die eine 28er levis beinahe schon zu groß war? stell es euch geil vor, stellt es euch voll vor, stellt es euch laut vor. das einzige problem an der ganzen sache war dass mir die musik nicht so wirklich zusagte, aber geschmäcker sind verschieden.



so, da ich vermutlich sowieso die hälfte der ereignisse vergessen habe belasse ich es bei dieser kleinen schilderung. alles in allem war das mein zweiter trip in diese stadt - aber garantiert nicht mein letzter. und ich freu mich schon wieder auf das nächste mal. dann aber bitte im sommer.

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