18.01.2007 | 20:36

ede

stoiber tritt zurück!

unfassbar aber wahr - edmund stoiber hat nach langen diskussionen nun seinen rücktritt bekanntgegeben.

und fast möchte man schon "bravo" rufen, fast - doch so leicht ist das ganze nicht. natürlich, als aufgeschlossener junger mensch mit toleranten wertvorstellungen tendiere ich dazu sie zu hassen, die csu, mitsamt ihrer alteingesessenen, verquerten weltanschauung. doch dann muss ich wieder an freunde denken, die die csu eigentlich garnichtmal so schlecht finden. und ihrer argumentation kann man sogar folgen - denn genaugenommen ist das, was bayerns scheinbar einzige partei hier in diesem bundesland macht, nichtmal so schlecht. denn in vielen, sehr vielen punkten bildet bayern nunmal die spitze der bundesländer in der brd. irgendwie scheint die sture csu-methode tatsächlich zu funktionieren.

leider. denn sympathischer wird sie mir dadurch nicht, die partei. und auch edmund nicht. war es nicht er, der erst letztens wieder ein radikales verbot aller gewalt-beinhaltenden spiele forderte? sind es nicht immer derartige radikal-konservative dinge, die man aus dieser ecke vernimmt?

parteigeplänkel hin oder her, in erster linie war stoiber ein politiker. das bedeutet in meinen augen: überflüssig. er hat nicht anders als seine kollegen zahlreiche menschen belogen und enttäuscht, sinnlose forderungen gestellt, steuergelder verschwendet, et cetera. insofern: bravo! einer weniger!

bleibt noch eine frage: wer wird der nachfolger? egal wer diesen posten übernimmt - ändern oder gar bessern wird sich nichts - oder ist tatsächlich noch jemand naiv genug um etwas anderes zu behaupten?

 

update, nach 5 minuten tagesschau:

hätte sich ede nicht einen anderen tag, ein anderes wetter für seine bekanntgabe aussuchen können? noch ein dämliches wortspiel über "diese stürmischen zeiten" und ich geh kotzen.

die moderatorin grinst penetrant in die kamera. von krise, unwetter oder sonstigen schreckensmeldungen keine spur. sie strahlt über das ganze gesicht und verkündet dass "bayerns beliebtester politiker", gemeint ist günther beckstein, gute chancen hat der nachfolger zu werden. die beiden anderen mitbewerber handelt sie kurz in einem nebensatz ab. dann die liveschaltung zum lieblingspolitiker, beckstein steht steif wie immer vor der kamera. er will es fachmännisch und parteibezogen angehen, redet von vielen fragen, die zu klären seien, während die moderatorin ihn schon als sieger feiert und ihm laufend ins wort fällt ob er sich denn nicht wenigstens ein bisschen freue.

irgendwann wird es beckstein zu blöd und er freut sich - woraufhin die moderatorin natürlich keine ruhe gibt, sondernd ihn wegen seines hohen alters kritisiert. da kann man herrn beckstein fast schon verzeihen dass er völlig unvorbereitet irgendetwas vor sich hin stammelt um dann, mit wiedergewonnener fassung, auf etwas völlig anderes zu antworten. die moderatorin grinst glücklich. auch noch nach einem einspieler, der von fünf schrecklichen bombenanschlägen im nahen osten berichtet.

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