17.02.2007 | 11:15
bildungslücke
grundsätzlich haben wir ein recht solides bildungssystem in der republik. nach haupt-, realschule und gymnasium bieten sich jedem einzelnen eine menge möglichkeiten weiterführende bildungsinstitute zu besuchen. recht beliebt ist dabei die fos, die fachoberschule, welche den besitzern einer mittleren reife den weg zum (fach)abitur ebnet.
nach zwei jahren auf der fos und geglückter prüfung darf man künftig mit dem fachabitur prahlen und ein studium auf einer fachhochschule beginnen. mancherorts wird noch ein weiteres, optionales jahr an der fos angeboten, wodurch man unter bestimten voraussetzungen das allgemeine abitur und damit einlass in alle universitäten des landes erhalten kann.
was in der regel prima funktioniert wird im einzelfall zur himmelschreienden ungerechtigkeit - mit der sich derzeit ein freund von mir herumplagen darf.
nach erfolgreichem fachabitur begann er ein fachhochschulstudium in einem vermutlich „experimentiellen“ zweig, denn seinen studiengang gibt es bereits jetzt nichtmehr. da er aber sowieso vorhatte das weite zu suchen und eine andere, für ihn interessantere richtung einzuschlagen ist das nebensächlich.
sein ziel war das allgemeine abitur, womit sich führ ihn völlig andere chancen ergeben würden. doch nach erkundigungen darüber wie er selbiges erreichen könnte kam dann die ernüchterung: da es für seinen fall kein lehrbuchbeispiel gibt wird er mit einem realschulabsolventen gleichgesetzt.
um das allgemeinabitur zu erreichen muss er also die selben hürden überwinden wie besitzer der mittleren reife, völlig ungeachtet der tatsache dass er bereits ein fachabitur besitzt und mehrere semseter eines studiums hinter sich hat.
ich hoffe sehr dass es sich dabei um einen irrtum handelt, den jemand aufklären kann. ansonsten ist das (wiedermal) ein paradebeisiel für ein kaputtbürokratisiertes system...

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