3.05.2007 | 12:33

social networks | studivz

wer studiert meldet sich beim 'studivz' an. das eine gehört irgendwie zum anderen. vergleiche: wer ne band hat, der registriert sich bei myspace. ganz normal. oder?

den usern, den nutzern solcher dienste ist eigentlich auch kein vorwurf zu machen - man sieht ja nur den nutzen, den service der ohne größere verpflichtungen zur verfügung steht. aber etwas bleibt dabei häufig aussen vor: eine kritische auseinandersetzung mit sozialen netzwerken.

wie kann es sein dass der interessierte teil der bevölkerung gegen schäubles datenbanken & vorratsdatenspeicherung protestiert, während millionen von menschen völlig zwangfrei ihre pribvatesten dinge in netzwerken wie 'studivz' offenbaren? vielleicht ist der grund für dieses verhalten die präsentation dieser dienste, ihre anhänger und die gutgemeinten motive dahinter, die man aus der presse kennenlernt.

immerhin ist eine datensammlung zur verbrechensbekämpfung schon etwas schwerer zu verkaufen als ein kostenloser account mit dem man freunde treffen, gleichgesinnte menschen finden und sich austauschen kann. könnten schäubles pläne funktionieren wenn er sie mit hybschen grafiken verziert und als das "neue große ding" präsentiert?

ein verzwicktes thema das bei meinen momentanen überlegungen irgendwo ins philosophische abdriftet, wo ich dann nur wieder soetwas sage wie: "der mensch ist schlecht." darum lass ich diese gedanken mal einfach hier im raum stehen und komme nurnoch zum grund, warum ich hier studivz besonders erwähne.

die web-welt hat das thema schon längst durchgekaut, doch da freunde und bekannte jetzt scheinbar auch den weg zu diesem service gefunden haben hier zwei textstellen aus dem lesenswerten artikel bei wikipedia:

[...] So wurde am 23. November 2006 bekannt, dass eine Gruppe „nur für Männer“ mit dem Ziel, jeden Monat die schönste Studentin zu wählen, existierte. In dem Gruppenforum wurden auch private Daten wie Name, Hochschule oder Bilder von einzelnen Studentinnen gepostet. Zwei derart „ausgezeichnete“ Studentinnen haben sich als Reaktion darauf abgemeldet. Auf Beschwerden diesbezüglich hat StudiVZ nicht mit einer Löschung reagiert. Vielmehr hat der Bearbeiter offenbar für sich und einen der Gründer um Aufnahme in die zwischenzeitlich 700 Mitglieder zählende Gruppe gebeten.
Im Februar 2007 gab es erneut einen Angriff auf die Seite, bei dem es dem Angreifer gelungen sein soll, unmittelbaren Zugriff auf die Datenbank des Systems zu erhalten und so auch an nicht veröffentlichte Daten wie Passwörter und E-Mail-Adressen der Nutzer zu gelangen.
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