23.09.2007 | 15:45

freiheit statt angst

die demo unter diesem namen war gestern. wer wie ich nicht dort war kann sich hier oder hier informieren oder auch ein paar bilder davon ansehen.

über 15.000 demonstranten - das spricht für sich. der für mich schönste spruch:

selbst im rollstuhl kann man menschenrechte noch mit füßen treten
Trackbacks

Trackback für spezifische URI dieses Eintrags

noch Keine Trackbacks
Kommentare

Wer sich für Freiheit einsetzt, sollte doch auch Befürworter einer umfassenden Meinungsfreiheit bezüglich politischer Fragen sein. Da müßten sich die Gegner der Überwachung doch eigentlich auch für die Abschaffung des § 130 STGB einsetzen.
#1 | Thomas Kurbjuhn | Homepage | 23.09.2007 | 16:56
nun, ich fand das einen der dümmsten sprüche auf der demo. 1. ist die ganze personalisierung unfug. das problem heisst nicht schäuble, sondern liegt in einem betimmten verständnis vom verhältnis des staates zum individuum und 2. hat schäubles rollstuhlgebundenheit nichts, aber auch gar nichts mit seiner politischen haltung zu tun.
#2 | vera | Homepage | 23.09.2007 | 18:28
@ #1:

heikles thema...

das beginnt schon bei der simplen frage: ist zensur gut? ich kann das nicht beantworten.

zensur ist immer dann unerwünscht wenn jemand feststellt dass die eigenen interessen ihr zum opfer fallen könnten, andererseits finde ich persönlich nichts schlimmes daran beispielsweise rassistische/faschistische meinungen klar zu unterbinden.

aber wo ist die grenze, wer zieht sie und welches maß soll dafür gelten?

dinge bei denen ich die bequemlichkeit des nicht darüber nachdenkens vorziehe. wer das bedauert soll mir alternativen nennen die sich nicht im kreis drehen...
#3 | eichi | 24.09.2007 | 00:25
@ #2:

zunächst möchte ich auf 2. antworten:

hat jemals jemand behauptet schäuble wäre so weil er im rollstuhl sitzt? glaubt jemand der mann würde bessere ansichten hegen, wäre er nicht beeinträchtigt? ich glaube das sinnbild "mit füßen treten" muss man nicht näher erläutern. den gedanklichen kurzschluss zum innenminister zu ziehen halte ich für provokant und gelungen, denn, das will ich auch mal in aller deutlichkeit sagen: ob körperlich behindert oder nicht - arschloch bleibt arschloch.

zu 1:

welches verhältnis von staat zu individuum meinst du?

zunächst sind wir alle der staat, doch wir ziehen es vor von einigen wenigen regiert zu werden. das sind menschen die entscheidungen treffen - und als solcher muss sich schäuble, gerade wenn er als vorreiter abstruse und absolut realitätsferne meinungen stets aufs neue und noch drastischer plakatiert, diese anschuldigungen sehr wohl gefallen lassen.

besonders seine vorhaben sind diejenigen, die drastische eingriffe in unsere bestehenden gesetze, in unsere verfassung, notwendig machen würden. insgesamt sind es nur eine handvoll hardliner, die mit ihrem gefährlichen gedankengut versuchen die grundpfeiler unserer demokratie zu verändern.

dass das alles aber noch wesentlich verwoberne, weitschichtigere auswirkungen hat als dass man nur schäuble dafür zur verantwortung ziehen könnte ist klar und irgendwann würde man bei dieser diskussion auch darauf stoßen wie abstrakt unsere republik und ihre apparate mittlerweile konstruiert sind (regierund und politik im allgemeinen, gesetzgebung, exekutive, etc...) und die frage aufwerfen inwiefern es überhaupt gut ist den staat durch diese wenigen regierenden menschen vertreten zu lassen.

wernn die personalisierung unfug ist, warum werden dann die bedeutendsten positionen, die man haben kann, einzelnen personen zugesprochen? wir haben also sehr wohl einen personalisierten regierungsapparat, bei dem man sehr genau weiß wer welche scheisse verbrochen hat. warum nicht also auch mit dem finger auf die schuldigen zeigen?
#4 | eichi | 24.09.2007 | 00:45
Kommentar schreiben




textformatierung:     *fett*     _unterstrichen_
BBCode erlaubt
CAPTCHA
bitte tragen sie hier die nebenstehende zeichenfolge ein: