plastickblog - Computech - 2

T-Systems: 10k Jobs gone

Die IT-Sparte der Telekom hat allem Anschein nach mal intern geschnüffelt, mit folgenschwerem Ergebnis: T-Systems will rund 10.000 Stellen abbauen:

Etwa ein Drittel der Beschäftigten, die T-System entlassen will, verstünden die IT-Systeme zu wenig, könnten oft nicht programmieren und seien auch nicht in der Lage, die Systeme zu betreuen.

...wie fefe so schön feststellt:

Ja, äh, … T-Systems ist eine IT-Beratung, richtig? Wieso habt ihr die dann überhaupt erst eingestellt?

Müsste die Personalabteilung bei T-Systems nicht auch gegangen werden? Ich frag nur so zum Spaß, ist ja nicht so dass ich mir in der Wirtschaft noch "Logik" oder "Konsequenz" erwarten würde...

Big Data

Manchmal kommen die Satiriker der Realität einfach nicht hinterher:

Das US-Unternehmen Spyfone bietet Apps an, um fremde Smartphones auszupsionieren. Die gesammelten Daten waren nicht gut geschützt.

[...]

"Spyfone scheint eine magische Kombination aus zwielichtig, unverantwortlich und inkompetent" zu sein, ordnet Eva Galperin von der Electronic Frontier Foundation die Erkenntnisse gegenüber dem US-Magazin ein.

(Quelle)

Google fined

Die EU-Kommission hat die Rekord-Strafzahlung von 4,3 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Wegen Android und den Bedingungen, die Google den Herstellern diktiert, die ihre Geräte damit ausliefern möchten.

Google gibt sich da - natürlich wenig überraschend - als "alleiniger Diktator", der den vielen Unternehmen, die Android verwenden wollen, strikte und unmissverständliche Auflagen macht. Die EU-Kommission sieht darin einen Nachteil für den Wettbewerb, so kam es zur dieser bislang höchsten Strafzahlung.

Fun Fact: Die zweithöchste Strafzahlung in Höhe von 2,3 Milliarden Euro wurde ebenfalls gegen Google verhängt. Erst letztes Jahr, 2017 - weil Google konkurrierende Unternehmen bei den Suchergebnissen unterschiedlich bewertet hat.

Noch ein Fun Fact: Googles Motto war mal "don't be evil".

Munter weiter: Android wird seit August 2008 ausgeliefert. Seit etwa zehn Jahren. Ich finde das Urteil der EU-Kommission ja löblich, aber es kommt viel zu spät.

Auch wenn die Zahl wirklich immens hoch erscheint, Googles Marktwert lag 2017 bei über 730 Milliarden Dollar. Man möchte annehmen, dass selbst eine solche Strafe ohne größere Probleme von Google bezahlt werden kann. Wir sprechen von dem Unternehmen, dessen Aktien zehn Jahre nach dem Börsengang um knapp 1300% zugelegt haben. Und das war der Stand von vor vier Jahren.

Und Google aktuell: "...dann wird Android vielleicht kostenpflichtig!" - welch schwerer Schock, ich hoffe ich verkrafte das irgendwie...

How could that happen?

Heise im Interview mit einem US-Wettbewerbsanwalt:

Was in aller Welt haben wir uns gedacht, als wir Facebook WhatsApp kaufen ließen?

Bisschen spät! Die Richtung mag stimmen, aber das ist jetzt ein bisschen zu spät. Und im übrigen: Ich hab da so ne Idee, ne gewisse Vorstellung davon, was da gedacht wurde...

EU DSGVO Letter

Update zu dieser Sache:

Ich hab ne Antwort von der EU bekommen! Nicht von Frau Jourová, aber ne Antwort, das muss man schon betonen.

Denn was da drinsteht... darüber lohnt es sich nicht zu schreiben. Keine meiner doch ziemlich konkreten Fragen wurde auch nur im entferntesten beantwortet. Im Gesamten liest sich das so, dass nach der Anrede ein Text folgt, den wohl jeder erhalten hat, der ne Mail schrieb. In diesem Text wird das Problem kleingeredet, das beträfe ja "nur" Unternehmen, wenn ich vor der DSGVO Datenschutzkonforme Webseiten betrieben habe müsse ich ja nichts ändern, blah, fasel, etc.

Bullshit, also.

Ja, doch, diese EU-Antwort darf man getrost als Bullshit bezeichnen, denn die letzten Absätze im Schreiben sind sehr konkret und unmissverständlich: Nichts davon sollte für weitere Maßnahmen herangezogen werden, sämtliche Erwähnungen seien nur Hinweise, selbstredend müsse man sich an das nun geltende Gesetz halten, nichts vom Inhalt des Schreibens hat irgendeine Relevanz, von Bedeutung sind nur die Paragraphen der DSGVO, alles und jeder Distanziert sich ausdrücklich vom Schreiben, man will nichts damit zu tun haben und räumt ein dass man jederzeit ganz andere Positionen und Aussagen zur DSGVO treffen kann und wird, sollte es notwendig werden.

In Kürze also: "Hey, das ist alles halb so wild, mach dir keinen Stress - aber komm ja nicht zu uns, wenn du wegen unserer Sache doch Ärger bekommen solltest! Und überhaupt, wir haben auch gar nichts dazu gesagt!"

Na, mit so nem Rückhalt fühlt man sich natürlich gleich viel besser! Und was ich nun tun soll, muss oder werde, um Webauftritte halbwegs DSGVO-Sicher zu gestalten? Gute Frage. Nichtmal die Macher der DSGVO können oder wollen dazu ne brauchbare Auskunft geben, insofern... we'll see...