plastickblog - Shallow & Profound

More cash

Bei all den Problemen der Welt ist es doch sicher schön mal was positives zu hören, oder? Nun: Es gibt weltweit immer mehr Millardäre, deren Vermögen deutlich gewachsen ist.

Weapons and priorities

Bisher: Saudi-Arabien ist einer der Hauptabnehmer deutscher Waffenexporte. Von Januar bis September 2018 gingen Waffenlieferungen im Wert von über 416 Millionen Dollar dorthin, Deutschland steht deshalb stets aufs Neue in der Kritik - denn Saudi-Arabien beteiligt sich mit diesen Waffen am Krieg im Jemen. Dennoch wurden hierzulande Schlupflöcher ausgenutzt, um die Waffenlieferungen zu ermöglichen.

Jetzt: Ein Journalist wurde im saudischen Konsulat in Istanbul getötet, vermutlich erwürgt. Merkel möchte nun die Waffenlieferungen überdenken.

 

Ein paar tausend Tote im Jemen-Krieg haben keinen interessiert, ein toter Journalist sorgt nun für eine bestürzte westliche Welt. Nur mal so am Rand.

 

Update:

Der Postillon dazu: "Folter und Enthauptung waren doch bis jetzt auch kein Problem": Saudis ratlos, was sie beim Khashoggi-Mord falsch gemacht haben.

Worth it?

 
Das kann man mal stehen und sacken lassen. Im Artikel gibts natürlich etwas mehr Details zu dieser Feststellung.

Legal Canada

Ein Joint ist hierzulande immer noch Grund genug für eine Strafanzeige, die den Betroffenen - vom eigentlichen Strafmaß mal ganz abgesehen - zu einer Vorstrafe, einem Eintrag im Führungszeugnis, einem gefährdeten Arbeitsverhältnis, einem Leben ohne Führerschein und sozialer Brandmarkung verhilft.

Man weiß längst, dass die Konsumenten in Nationen mit liberaler Handhabe (Niederlande, Portugal, ...) kein nennenswertes Problem darstellen. Selbst in den sonst gerne prüden USA ist Cannabis bereits in neun Bundesstaaten erhältlich - und zwar nicht im medizinischen Rahmen, sondern rein zur Vergnügung.

Und seit heute ist Cannabis in Kanada legal:

Produktion, Verkauf, Besitz und Konsum der Substanz sind damit nicht mehr nur wie bisher für medizinische Zwecke freigegeben. Nun darf offiziell im ganzen Land zum reinen Vergnügen gekifft werden.

[...]

In der Branche wird damit gerechnet, dass hier das jährliche Marktvolumen für legal als Genussmittel verkauftes Marihuana fünf Milliarden amerikanische Dollar oder mehr erreichen könnte.

Selbstredend ist der Konsum von Rauschmitteln immer kritisch zu betrachten, wem sich das nicht direkt erschließt sei die Lektüre von Huxleys Dystopie "Schöne neue Welt" und der darin beschriebene Umgang mit "Soma" ans Herz gelegt.

Dennoch agiert man in diesem Bereich, entgegen besseren Wissens und unter ständiger Mißachtung aktueller Erkenntnisse, nach überholten, veralteten Prinzipien. Cannabis ist gefährlich, weil es verboten ist, und es ist verboten, weil es so gefährlich ist - an der Stelle endet die Auseinandersetzung mit dem Thema dann auch schon. Leider sind es oft die Menschen, die sich ganz selbstverständlich vor laufenden Kameras mit Bierkrügen zuprosten, die nichts am bestehenden System ändern wollen, ungeachtet sämtlicher globalen Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten.

Um mir also Ärger zu ersparen, bleib mir nur eines: Prost, Kanada, ich trink auf euch!

Malware-Top-5

Mikko Hyppönen ist ein finnischer Computer-Sicherheitsexperte, der sich in den verschiedensten Bereichen mit dem Thema befasst hat: Er hat den Schöpfer des ersten Computervirus aufgespürt (in Pakistan), arbeitet bei F-Secure, hat in Amerika, Europa und Asien Behörden und Regierungen bei Cybercrime-Delikten unterstützt und beraten, hat Viren und Botnetze lahmgelegt und ist auch immer wieder mal in der Presse oder als Redner bei einschlägigen Veranstaltungen anzutreffen. Von ihm stammen Aussagen wie:

The two greatest tools of our time have been turned into government surveillance tools. I'm talking about the mobile phone and the internet. George Orwell was an optimist.

Oder auch:

Whenever an appliance is described as being "smart", it's vulnerable.

Ein sympathischer, cleverer Kerl.

Von ihm stammt eine aktuelle Top-5-Liste der schädlichsten Malware. Und die Feststellung: Die vorderen Plätze belegen dabei Schädlinge, die von Geheimdiensten und damit von Regierungen gefördert wurden. Es ist leider nicht nur einmal vorgekommen, dass den Diensten eine  Sicherheitslücke längst bekannt war, sie aber nicht repariert, sondern für den "Eigenbedarf" verheimlicht und offen gelassen wurde. Solche Lücken wurden von Geheimdinesten teils Jahrelang verwendet, bevor sie von außenstehenden entdeckt und für kriminelle Absichten genutzt wurden.

Man kann davon ausgehen, dass sich an dieser Praxis nichts geändert hat. Selbst bei aktuellen Vorstößen unserer Bundesregierung, mehr in Sachen Cybercrime zu unternehmen, steht das gezielte Einkaufen von Sicherheitslücken für die Verwendung durch Geheimdienste zur Diskussion.

Das ist unter anderem ein Grund, warum die Fachleute der Branche dieses Verhalten anprangern: Sicherheitslücken muss man schließen, um Sicherheit zu gewähren - nicht ausnutzen.

Auf Hyppönens Liste steht nun auf Platz eins Stuxnet, klassifiziert als erste Cyber-Waffe. Direkt danach folgen Petya btw. NotPetya, die einen wirtschaftlichen Schaden irgendwo zwischen 5 und 15 Milliarden (!) Dollar verursacht haben.

 

Nochmal zur Verdeutlichung: Ein rennomierter Sicherheits-Spezialist stellt fest, dass die weitaus größten Malware-Bedrohungen aus dem Umfeld von Regierungen stammen - während diese mehr Geld für den Cyber-Apparat fordern, um angeblich besser für Sicherheit sorgen zu können.

 

'nuff said.