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FFF: The Similars / We Go On / Uncanny Valley

Ich habs mal wieder aufs Fantasy Filmfest geschafft und konnte gestern in München zwei gut ausgesuchte Streifen gucken (danke Volker, für die gelungene Auswahl!).

 

The Similars

(Mexiko, 2015, Trailer und Beschreibung)

Ein sonderbarer, weltweiter Regen ist schuld daran dass ein paar Personen in einem Busbahnhof festsitzen. Die Telefone funktionieren kaum, im Radio kann man gelegentlich Warnungen vernehmen und weder Bus noch Taxi verirren sich an den abgelegenen Ort. Die Leute, die sich dort zusammenfinden, haben obendrein dringende Anliegen und wollen schnellstmöglich weg. Doch es kommt zu einer Reihe skurriler Zwischenfälle, die dem sowieso schon angekratzten Nervenkostüm der Protagonisten den Rest geben. Ist das wirklich Wasser, das vom Himmel fällt? Stecken Aliens dahinter? Und was hat es mit den absurden Gesichts-Mutationen auf sich, die plötzlich auftreten? Wütet hier ein Virus oder ist das ein Regierungs-Experiment?

Fazit: Eine gute Idee wurde sehr anschaulich umgesetzt - die Optik des Films überzeugt vom ersten Moment an, die Darsteller ebenfalls. Die musikalische Untermalung wird nach der Hälfte allerdings etwas nervig. Dramatik-Galore wirkt irgendwann nicht mehr, vor allem wenn die Szenen eben auch eher witzig sind. Ja, hier kann gelacht werden - gut sogar! Worauf man auch hätte verzichten können: die endlose Darstellung der Grund-Idee des Films. Die ist schon gelungen, aber nach der zehnten Szene, in der erneut darauf hingewiesen wird, fühlt man sich ein wenig so als ob der Film die Zuschauer für begriffsstutzig hält. Irgendwann hat mans kapiert, und dann bewirkt die sich wiederholende Geigen-Dramaturgie das Gegenteil dessen, was damit bezweckt war. Unterm Strich hat mir der Film aber gut gefallen, ich war hervorragend Unterhalten und die positiven Aspekte überwiegen deutlich. Die verlinkte FFF-Rezension vergleicht mit SciFi-Horrorstreifen der 50er Jahre - das trifft es schon sehr gut, das ist der Flair, der von diesem Film ausgeht. Wer damit was anfangen kann, der wird garantiert nicht enttäuscht.

 

We Go On

(USA, 2016, Trailer und Beschreibung)

Miles wird von einer Vielzahl von Phobien geplagt - er fürchtet sich vor so ziemlich allem, was einen vorzeitigen Tod bereiten könnte. Von diesem träumt er auch jede Nacht, kein Wunder dass er ziemlich neben der Spur steht. Und so ist es auch nicht weiter überraschend, dass Miles eine Anzeige aufgibt: 30.000$ für denjenigen, der ihm den eindeutigen Beweis für ein Leben nach dem Tod liefert. Das wirkt natürlich wie ein Magnet für Spinner jeglicher Art, aber es gibt eben doch auch den ein oder anderen Hinweis auf merkwürdige Vorkommnisse. Zusammen mit seiner skeptischen und besorgten Mutter begibt sich Miles auf Spurensuche und muß plötzlich entsetzt feststellen dass da draußen tatsächlich etwas ist... etwas, das er so nicht erwartet hat.

Fazit: Kurz und schmerzlos - das ist der beste Geister-Film, den ich je gesehen habe. Kein Klischee-Horrorkino, keine abgedroschenen, altbackenen Ideen, keine Szenen wie wir sie schon bis zum erbrechen ertragen mussten. Die Idee wird neu aufgerollt und wirkt dabei absolut überzeugend, was nicht zuletzt auch an den großartigen Darstellen liegt. Der Film ist spannend, fesselnd und natürlich auch schockierend - mir standen auch mehr als einmal die Haare zu Berge. Wenn  ein Film nach dem verlassen des Kinos noch geraume Zeit im Kopf herumgeistert und einen bleibenden, guten Eindruck hinterlässt, dann hat er alles richtig gemacht. Sollte man sich als Freund von Geister-Horror unbedingt ansehen!

 

 

Bonus Shorts

Das FFF zeigt unter dem Titel "Get Shorty" auch jedes Jahr eine Auswahl verschiedener Kurzfilme. Zu "Get Shorty" haben wirs leider nicht geschafft, aber zwei der Filme, die da zu sehen waren, gibts in voller Länge zu streamen:

 

Interesting Ball (USA, 2014, 13 min.)

Bitte vor dem anklicken beachten: Das ist abgefahren skurril und ich hab nicht die geringste Ahnung was ich da gerade gesehen habe. Ein einziges WTF?? reicht hier bei weitem nicht mehr, ich bin mir auch wirklich nicht sicher ob man das gesehen haben muß - und ich mag absurde Sachen eigentlich schon sehr. Man kanns "Kunst" nennen. Nunja.

 

Uncanny Valley (Argentinien, 2015, 9 min.)

Hier bitte draufklicken! "Virtual Reality" wird immer populärer und neben den üblichen Herangehensweisen an das Thema gibt es eben auch Menschen, die einen Blick in die fernere Zukunft wagen. Das hier ist einer dieser Einblicke, eine dieser Visionen oder Vorstellungen - und sie ist alles andere als positiv. Die Idee ist genial verstörend, die Umsetzung hervorragend und der Eindruck bleibend. Enjoy!

Filme Sonntag, 4. September 2016

Mr. Robot

Ich wollte das beinahe schon mal übersetzen, aber jetzt hab ichs auf deutsch gefunden:

 

 

Gehört zur Serie Mr. Robot, die ich mir wohl mal ansehen muß.

Filme Dienstag, 30. August 2016

The Man In The High Castle

Ist ne Serie, kein Film. 2015 erschienen, eine Staffel, zehn Folgen. Die Idee stammt von niemand geringerem als Philip K. Dick, Produzent war unter anderem Ridley Scott. Man darf also sabbern ;-)

Ohne zuviel verraten zu wollen: Die Handlung spielt in einer alternativen Welt, in den 70er Jahren. Die Nazis haben den Krieg gewonnen. Das, was uns als Nordamerika bekannt ist, wird von Japanern und Nazis besetzt, die beiden Hoheitsgebiete werden von einer Neutralen Zone getrennt. Und dann tauchen in der Widerstandsbewegung plötzlich Filme auf, die eine andere Geschichte erzählen - nämlich die vom Untergang Hitlers. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

 

Natürlich weicht die Serie von Dicks Originalvorlage ab - da ich die aber nicht gelesen hab kann ich darauf nicht näher eingehen. Was man zu sehen bekommt ist allerdings hervorragend inszeniert und glaubwürdig dargestellt. Ein von Hakenkreuzen überwuchertes Neu-Berlin an der Ostküste überzeugt ebenso wie japanische Unterdrücker an der Westküste. Die gesamte Welt funktioniert, hinterlässt aber dennoch ein flaues Gefühl in der Magengegend - das allgegenwärtige "Sieg Heil" und selbstverständlich auch diverse Gräultaten passen einfach ein keine Welt. Ich bin auch dankbar dass die Serie nicht annähernd so entsetzliche Szenen wie die damalige Wirklichkeit zeigt - der ein oder andere Filme-Macher hätte das sicher weiter ausgereizt.

Generell strahlt die Serie eine auffällige Ruhe aus. Natürlich gibt es hektische Szenen, die Serie möchte aber keinesfalls Action-Geladen erscheinen. Es gibt auch so gut wie keine sinnfreien Dialoge, sondern vielmehr oft tiefgründige. Jedes gesprochene Wort hat Gewicht, jede Handlung Konsequenzen - und die Protagonisten sind sich dessen bewusst.

 

The Man In The High Castle (...engliche Groß- und Kleinschreibung ist manchmal zum Verzweifeln) hat mich sehr gefesselt und gut Unterhalten, da kann ich auch über das leider etwas "triste" Staffelende hinwegsehen. Das Ganze wurde von Amazon Studios produziert und wegen des großen Erfolgs ist noch in diesem Jahr eine Fortsetzung angekündigt. Da die Vorlage von Dick das allerdings nicht hergibt hab ich gemischte Gefühle. Ja, das könnte eventuell schon vernünftig umgesetzt werden, das kann aber auch voll nach hinten losgehn. Mir hätte es auch gefallen wenn man es einfach bei einer Staffel belassen hätte.

Birdman // Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Birdman

Ich hab mir jetzt endlich mal Birdman angesehen. Diesen "genialen, surrealen" Film, dieses "cineastische Meisterwerk", das mit Preisen überschüttet wurde.

Fazit: ...meh.

Nur weil sich ein Film gut aussieht ist er nicht automatisch gut. Nur weil ein Film die Realität verzerrt und auch ernstere Themen behandelt ist er nicht automatisch gut. Und nur weil ein Film so aussieht als wäre er in einem einzigen Take gedreht worden heißt das nicht dass das so passiert ist - und es ist auch bedeutungslos für die Qualität des Films.

Aber man gibt sich mit ja mit allem zufrieden, was übers Mittelmaß hinausragt: Ein etwas surrealer Film mit ernsten Inhalten, der so aussieht als wäre er in einem einzigen Take gedreht! Waaahnsinn!!1!

[Seriouslsy: Kann man gucken, aber die ganze Lobhudelei kann ich kaum nachvollziehen.]

 

 

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Kontrastprogramm - was wohl schon der Titel verrät. Kaum Lob, kaum Erwähnungen, diese schwedische Produktion ist in der Film-Welt beinahe ganz versunken. Und das, obwohl sowohl die kompletete Optik und auch der Inhalt des Films was frisches, was neues sind - seht selbst. Wenn Kafka mal was von Monty Python gesehen hätte wär vermutlich was ähnliches rausgekommen: grau, trist, monoton, auch "surreal" - aber doch unterhaltsam und humorvoll, Balsam für die Seele. Einer der Filme, zu denen man auch wirklich kaum was sinnvolles tippen kann - schaut euch einfach den Trailer an.

 

 

 

...einmal Hochglanz-Hollywood und einmal ne Underdog-Perle. Am besten beide gucken - und dann darüber sinieren.

Filme Samstag, 23. Juli 2016

Deadpool

Im Freundeskreis hab ich damit wohl schon jeden genervt, hier nur noch der Vollständigkeit wegen: Deadpool ist der beste bisher erschienene Marvel-Film und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten.

Filme Samstag, 30. April 2016