plastickblog - Literatur

Daniel Suarez: Daemon / Darknet

Nach "Control" von Daniel Suarez bin ich nun bald mit "Daemon", bzw. dem zweiten Teil "Darknet" durch. "Control" war schon sehr geil, wer SciFi mag wird es lieben. Aber "Daemon" ist... anders. Das ist auch SciFi, aber so wie sie nach aktuellem Stand der Technik auf unserem Planeten stattfinden könnte.

In Kürze: Der weltweit bedeutendste Videospiel-Mogul und Onlinegaming-Schöpfer stirbt. Kurz darauf erleiden seine besten Programmierer tödliche Unfälle und die Polizei ermittelt. Bald stellt man fest, dass diese Unfälle durch merkwürdige Apparaturen verursacht wurden, die eines gemeinsam haben: Einen Zugang zum Internet. Und dort scheint "etwas" zu existieren, was den Menschen und Behörden unbekannt ist - und es beeinflusst die reale Welt immer mehr.

"Daemon" und "Darknet" gehören zusammen, Teil eins und zwei, quasi. Ein spannender Action-Thriller mit starkem Technikbezug, bei dem man Suarez durchaus anmerkt dass er auch Softwareentwickler ist. Der Kerl weiß wovon er schreibt. Ein bisschen Grundwissen von der Materie sollte der Leser also schon besitzen. Dann macht es allerdings richtig Spaß dem ständigen Wandel der Story zu folgen.

The Man In The High Castle

Ist ne Serie, kein Film. 2015 erschienen, eine Staffel, zehn Folgen. Die Idee stammt von niemand geringerem als Philip K. Dick, Produzent war unter anderem Ridley Scott. Man darf also sabbern ;-)

Ohne zuviel verraten zu wollen: Die Handlung spielt in einer alternativen Welt, in den 70er Jahren. Die Nazis haben den Krieg gewonnen. Das, was uns als Nordamerika bekannt ist, wird von Japanern und Nazis besetzt, die beiden Hoheitsgebiete werden von einer Neutralen Zone getrennt. Und dann tauchen in der Widerstandsbewegung plötzlich Filme auf, die eine andere Geschichte erzählen - nämlich die vom Untergang Hitlers. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

 

Natürlich weicht die Serie von Dicks Originalvorlage ab - da ich die aber nicht gelesen hab kann ich darauf nicht näher eingehen. Was man zu sehen bekommt ist allerdings hervorragend inszeniert und glaubwürdig dargestellt. Ein von Hakenkreuzen überwuchertes Neu-Berlin an der Ostküste überzeugt ebenso wie japanische Unterdrücker an der Westküste. Die gesamte Welt funktioniert, hinterlässt aber dennoch ein flaues Gefühl in der Magengegend - das allgegenwärtige "Sieg Heil" und selbstverständlich auch diverse Gräultaten passen einfach ein keine Welt. Ich bin auch dankbar dass die Serie nicht annähernd so entsetzliche Szenen wie die damalige Wirklichkeit zeigt - der ein oder andere Filme-Macher hätte das sicher weiter ausgereizt.

Generell strahlt die Serie eine auffällige Ruhe aus. Natürlich gibt es hektische Szenen, die Serie möchte aber keinesfalls Action-Geladen erscheinen. Es gibt auch so gut wie keine sinnfreien Dialoge, sondern vielmehr oft tiefgründige. Jedes gesprochene Wort hat Gewicht, jede Handlung Konsequenzen - und die Protagonisten sind sich dessen bewusst.

 

The Man In The High Castle (...engliche Groß- und Kleinschreibung ist manchmal zum Verzweifeln) hat mich sehr gefesselt und gut Unterhalten, da kann ich auch über das leider etwas "triste" Staffelende hinwegsehen. Das Ganze wurde von Amazon Studios produziert und wegen des großen Erfolgs ist noch in diesem Jahr eine Fortsetzung angekündigt. Da die Vorlage von Dick das allerdings nicht hergibt hab ich gemischte Gefühle. Ja, das könnte eventuell schon vernünftig umgesetzt werden, das kann aber auch voll nach hinten losgehn. Mir hätte es auch gefallen wenn man es einfach bei einer Staffel belassen hätte.

Matt Ruff - Mirage

Schon ein paar Jahre auf dem Markt, bisher an mir vorbeigezogen - obwohl ich seit "Bad Monkeys" echt was für Matt Ruff übrig hab: Mirage.

Das Attentat erschüttert die Vereinigten Arabischen Staaten (VAS) bis ins Mark: Am 9.11.2001 steuern christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, während mutige Passagiere das vierte, für Mekka bestimmte in der Wüste zum Absturz bringen.

Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror daraufhin den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika – Entwicklungsland und mutmaßliche Heimat der Terroristen. Acht Jahre später neigt sich der Krieg dort seinem Ende zu. Die Terrorgefahr ist allerdings nicht gebannt. Von einem verhafteten Selbstmordattentäter erfahren Mustafa, Samir und Amal, Bundesagenten für Innere Sicherheit, Unglaubliches: In Wahrheit sei Amerika die Großmacht, die arabischen Staaten hingegen rückwärtsgewandte Dritte-Welt-Länder. Die ›New York Times‹ vom 12.9.2001, die beim Attentäter gefunden wird, scheint dies zu bestätigen. Bald entdecken Mustafa und sein Team, dass auch noch andere von dieser vermeintlichen Parallelwelt wissen und vor nichts zurückschrecken, um die Wahrheit darüber zu verschleiern…

(Buchbeschreibung auf Amazon)

...ich bin gespannt!

Ill

Krank. Nur fürs log.

Hab letztens Der Marsianer gelesen und war sehr begeistert. Hab danach den Film gesehen und bin dennoch nicht enttäuscht. Das passiert nicht gerade oft!

 

P.S.: Das Wort "ill" eignet sich eher schlecht als Überschrift. Ji Lee hat was besseres draus gemacht.

Unexpected

FIFA-Präsident Josef Blatter ist zurückgetreten.

...das kam doch eher unerwartet. Klar haben die aktuell nen Korruptionsskandal am Hals, aber es wäre ja nicht der erste, den Blatter aussitzt. Wenn sich jemand ausführlicher für den Verein interessiert ist dieses Buch wohl mal ne gute anlaufstelle: FIFA-Mafia - Die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball.

Ich hab das nie ganz gelesen - die ersten hundert Seiten haben völlig gereicht. Erstens mach ich mir nichts aus Fußball, zweitens ist das selbst für meine Begriffe deutlich zu widerlich. Enjoy!