19.08.2008 | 10:31

70200

genau so viele urheberrechtlich geschützte zitate beinhaltet johannes kreidlers neuste 33-sekunden-komposition, die er demnächst ganz offiziell bei der GEMA anmelden wird.

spannende sache, das. denn genaugenommen müsste man bei der GEMA tatsächlich alle 70200 formulare abarbeiten und die rechtmäßigkeiten klären. ob diese aktion irgendwas am bestehenden system ändert ist noch fragwürdig und ich vermute hier hofft man vergebens.

allerdings wird dadurch sehr schön vor augen geführt wie unsinnig behörden, formulare, bürokratielawinen und gerichtsentscheidungen in der digitalen gegenwart sind.

Als nächstes komme ich mit einem leeren Laster und reiche ein symbolisches Nichts ein, meine Musik ist nun geläutert und rein, nur von mir und niemandem sonst. Ich habe mir schon einen Decoder dafür programmiert, „3pm“, die Umkehrung von „mp3“, mit dem nicht die unhörbaren Frequenzen entfernt werden, sondern die hörbaren. Das wäre die Lösung.

johannes kreidler

via nerdcore.

4.08.2008 | 11:35

daft punk 9.0 beta (kernel)

oder in anderen worten: daft punk als flowchart, während zwei mädels mit alufolie-helmen durch körpersprache den robo dancen. und überhaupt: alles wird harder, better, faster, stronger.

youtube

27.07.2008 | 14:03

120 years electro

neulich kam eine diskussion über musik auf. einer derjenigen, die es immer ganz genau wussten, hat sich pfauengleich mit seiner jahrzehntelangen "profi-musikerkarriere" aufgeplustert - unfehlbar, versteht sich. ebenso zielsicher hat er sich gegen jede art elektronischer musik geäussert. nun, vielleicht hat der keyboardspielende alleinunterhalter ja recht...

für diejenigen, die jetzt schmunzeln und sich lieber ein stück musikgeschichte vor augen führen wollen gibts hier synths aus der vergangenheit, von 1870 bis 1990. coole sache!

23.07.2008 | 21:09

pflanzer

wer sich ein wenig mit musik und politik beschäftigt und dann auch noch am rand die rechtsradikale hetze vernimmt, dem sagt gewiss auch die band "landser" etwas. diese ist längst verboten worden und eben ein aushängeschild, ein bekannter name für rechts-musik.

dann hab ich vor ner weile die band "pflanzer" eknnenlernen dürfen - danke, sebi :-)

besser könnte man die braune scheisse nicht auf den arm nehmen - das ist satire in perfektion. schon allein die webadresse, "brombeeren-aus-israel.com", lässt mich lauthals loslachen, das label "pflanzerfaust records", der bandname, albumtitel wie "ran an den strauch" und natürlich vor allem die songs geben mir dann den rest:

Neulich hat uns Lunikoff wat von sei’m Opa erzählt,
wat für ne harte Sau und vom Feuer gestählt,
doch die Wirklichkeit sieht’n bisschen anders aus -
er zog sich nämlich nur für die Nazialten aus!

Sein Opa war Popiecker bei Rudolf Hess!
Opa war Popiecker bei Rudolf Hess!
Popiecker , Popiecker bei Rudolf Hess!
...

dabei ist die musik kaum zu unterscheiden. im selben stil, mit den selben riffs, beinahe mit der selben stimme werden die - jetzt allerdings witzigen - parolen von der bühne geschmettert. sieben ihrer songs gibts mitsamt lyrics zum gratis-download auf der band-website, dort lassen sich auch die genialen cover, shirts und bandkostüme begaffen. und irgendwie es ist ja auch richtig so - ernst nehmen lässt sich die rechte gesinnung irgendwie nicht wirklich, so völlig fern jeder vernunft. also wird sie veralbert, und das nicht schlecht. wer sich ein bild davon machen will - schon der erste song lässt tief blicken:

Die Hecken sind grün wo die Reichen wohnen,
doch auch euch werden wir mit Pflanzen belohnen.

Unsre prallen Säcke sind voll mit Saatgut,
und jedem Gewächs zollen wir nen Tribut.

Pflanzer, Pflanzer sind bereit,
Blumen, Bäume weit und breit!

Pflanzer, Pflanzer sind bereit,
Blumen, Bäume weit und breit!
...

natürlich ist das jetzt keine musik wie ich sie mir jeden tag anhören kann - aber für den lacher zwischendurch? immer gern! und da die band nicht nur ne geniale idee hatte und diese hervorragend umsetzt, sondernd auch noch ihre songs verschenkt, kann ich das nur klasse finden. draufklicken, anhören, umsehen, schieflachen: brombeeren-aus-israel.com

11.07.2008 | 19:44

monkey business

ach neee. eigentlich mag ich die "arctic monkeys" ja, ne gute band. aber was soll denn jetzt bitte dieser mist?

die band verklagt last.fm und zwar weil der online-musik-service letztes jahr für sehr viel geld verkauft wurde, die bands aber leer ausgingen. mit von der partie sind die "editors" und "basement jaxx", die ich beide bisher auch sehr zu schätzen wusste, was die ganze sache nicht wirklich besser macht. aber alles dreht sich nur ums geld...

klar, ohne interpreten wie die genannten kläger würde es last.fm garnicht erst geben. aber auch andersrum kann man feststellen: ohne musikverbreitung im internet würden z.b. die "arctic monkeys" heute noch in hinterhof-garagen spielen. man sägt also am ast auf dem man sitzt.

ich könnte die aktion ja noch nachvollziehen wenn bei den betroffenen selbsternannten geschädigten der gerichtsvollzieher vor der tür steht und man ganz einfach pleite wäre, abgebrannt, womöglich verschuldet. aber internationale tourneen und gutverkaufte alben lassen mich glauben dass es den bands auch ohne geld von last.fm ganz prima geht, was mein interesse für diese acts dann doch eher schmälert.

und vor allem: diese ganze hin- und herklagerei in der musikbranche ändert nichts und führt auch ganz sicher zu keinem brauchbaren ergebnis. solange man sich auf die bestehende, völlig absurde gesetzeslage versteift ist eine funktionierende medien-plattform noch sehr weit entfernt...