25.10.2008 | 23:22

starship troopers 3: marauder

"starship troopers", der erste teil, war ja noch ganz witzig. der zweite teil schon wesentlich schlimmer, aber immernoch unterhaltsamer als ne daily-soap. und jetzt hab ich mir mal den dritten teil des bugwar-spektakels angesehen. was ist da nur passiert?


gut, man könnte den gesamten film auf ne sehr zynische satire runterbrechen der sich auf die kriegstreibenden amis bezieht. fernab von handlung, schauspielern und effekten bleiben ne handvoll recht witziger seitenhiebe auf die warheads der u.s. and a.

aber so als film? untragbar. ein schlechter, geschmackloser scherz.

sehr erschreckend ist das niveau der animationen, die entsprechen den standards von computerspielen - von vor zwei jahren. alles was irgendwie mit effekten zu tun hat ist so unfassbar billig dass das zusehen schmerzt. die laienschauspieler, die schlechte ausstattung und die langweiligen kulissen können das auch nicht so wirklich rausreißen.

über die story will ich garnicht erst groß worte verlieren. auch hier könnte man wieder ein gutes stück zynismus entdecken, aber der streifen ist deutlich zu langweilig um lustig zu sein.


unterm strich bleibt ein bisschen anerkennung für dieses werk, weil manche, wenige anspielungen tatsächlich recht gelungen sind und sehr überspitzt den "american way of life" verhöhnen. allerdings hätte man das auch in einem zehnminütigen kurzfilm unterbringen können. die gähnende leere zwischen diesen momenten rechtfertigt die vergeudete zeit einfach nicht im geringsten, drum: finger weg.

7.10.2008 | 09:45

newsflash

nur kurz zwei links zum selber-draufklicken und kopfschütteln:

Große Koalition einigt sich auf Bundeswehreinsatz im Inneren
neee, das betrifft uns nicht. nicht im geringsten. ich mein, es ist jedem völlig klar dass ein solches szenario bei uns niemals passieren wird, da brauchen wir uns also garkeine sorgen machen. aber... also... wenn denn irgendwann mal tatsächlich was schlimmes passieren sollte, dann muss man doch vorbereitet sein! oder? und naja, mittlerweile sollte sich doch auch niemand mehr aufregen wenn das grundgesetz ein bisschen geändert wird.

das wirkt auf mich ein bisschen wie ne trotz-reaktion. passagierflugzeuge dürfen sie nicht abschießen, den bundestrojaner kriegen sie nicht so wie sie ihn wollten, die vorratsdatenspeicherung ist ein einziges fiasko - mensch, dann lasst uns doch mal wenigstens die bundeswehr zur inneren sicherheit heranziehen. sonst wird das ja nie was, mit dem polizeistaat...


ab wann ist genug genug?
entgegen bisheriger äusserungen erklärt sich johnny depp nun doch bereit im vierten teil von "fluch der karibik" mitzuspielen, selbstredend wieder als jack sparrow. für schlappe 75 millionen dollar. gut, ich mag johnny depp. ein chaot, ein hervorragender schauspieler und privat sicher ein lässiger typ mit dem man es problemlos ne weile aushalten könnte. dem mach ich da keinen vorwurf, ich würd das geld auch nehmen. kleiner tip am rand: ich würds mir in ner anderen währung geben lassen. in euro, zum beispiel.

aber jammert hollywood normalerweise nicht immer dass sie immense verluste durch raubkopierer machen? sicher doch. ich mein, ihr hättet euch wenigstens ein kleines bisschen drum bemühen können pleite auszusehen, bevor ihr solche schauspielergagen an die öffentlichkeit bringt...

2.10.2008 | 12:22

cut

"the signal" war auf dem fantasy filmfest 2007 ein echtes highlight. jetzt (aka. "irgendwann in den letzten monaten") ist der film auf dvd erschienen und ich hab ihn mir voll vorfreude gekauft.

dass der film nicht in der original-fassung erscheinen würde wurde bereits damals angekündigt. es ginge unter anderem um die titelmusik, hieß es. naja. die aufmachung der dvd ist eher billig und beinahe irgendwie abschreckend. ob der soundtrack geändert wurde kann ich jetzt auch nichtmehr beurteilen. gut im gedächtnis geblieben sind allerdings die nett eingebauten splatter-artigen effekte. mit viel blut in nahaufnahme, und so. und die fehlen jetzt irgendwie gänzlich. der film wird trotzdem als "uncut" verkauft.

klar ist der horror-streifen immernoch mit expliziten gewaltdarstellungen durchzogen und hat dadurch auch keine jugenfreigabe erhalten. trotzdem fehlt da was, und zwar nicht wenig. vielleicht wäre das nicht ganz so störend wenn die schnitte wenigstens halbwegs vernünftig platziert wären. aber mit 'cut -> neue szene' macht man mir keine freude.

manchmal wäre es besser nicht so viel nachzuarbeiten und die sachen einfach so wie sie ursprünglich mal geplant waren auf den markt zu bringen...

19.09.2008 | 07:39

wanted (the movie)

und der award für die schlechteste comic-verfilmung dieses jahrtausends geht an: wanted! wäre es keine comic-verfilmung könnte man den film noch bis zu einem gewissen punkt durchwinken, belächeln, mal ansehen, ein bisschen über die coolen sprüche lachen und damit hätte sich das. aber nein, man musste diesem "etwas" ja unbedingt den titel des comics geben und behaupten es handle sich um eine verfilmung dessen.


im comic geht es um einen looser. einen looser mit einem scheiss-job, einer blöden freundin und "kumpels" die mit dieser ziege auchnoch vögeln. es geht um ein ängstlich wimmerndes muttersöhnchen, das sich nie irgendwelchen konflikten gestellt, sondernd immer nur den schwanz eingezogen hat. das ist der hauptcharakter. in dessen leben tritt unangemeldet eine frau die sich fox nennt. diese offenbart ihm dann folgendes: du bist ein killer. dein vater war mitglied in einer gemeinschaft von super-bösewichten und er war der beste killer den es je gab. dein vater wurde bei einem hinterhalt ermordet, und jetzt liegt es an dir sein erbe anzutreten.

klar hält man das dann erstmal für verrückt, aber wenn dir dann erstmal die geballte macht der superschurken-vereinigung demonstriert wird, die weit über polizei, militär und regierung agiert, dann glaubst auch du irgendwann daran. unser looser begibt sich also in die hände der gesellschaft und trainiert - mit zufälliger, sinnloser und vor allem extremer gewalt. wahllos ermordet er menschen, er verprügelt, vergewaltigt und stellt schnell fest: in ihm steckt wirklich mehr als er dachte. und er kann prima töten. er kann prinzipiell mit allem töten, aber schusswaffen werden natürlich bevorzugt. das ist seine gabe, seine superkraft.

und diese widmet er der vereinigung, die gerade dabei ist sich die welt so zurechtzubiegen wie sie ihr am besten passt. dass dafür sehr viele superhelden ihr leben lassen mussten ist ebenso selbstverständlich wie das trophäenartig aufbewahrte cape von superman. ja, der ist auch krepiert. und so ziemlich jeder andere der irgendwann mal von bedeutung war. auf der erde sind superhelden deswegen längst geschichte, aber in paralleluniversen wird fleissig weiter gekämpft. diese schurken meinens ernst.

die handlung des comics führt über einen streit unter den bösewichten, über eine erläuterung der hintergründe und zusammenhänge zu einem einzigartigen ende, an dem sich wesley, also der ehemalige looser, entscheidet weiterhin als super-gangster zu leben. warum? das erklärt er in einem abschließenden monolog, in dem er uns, jeden einzelnen menschen, die leviten ließt und uns auf unser jämmerliches dasein aufmerksam macht. er endet mit den worten:

das ist mein gesicht während ich dich in den arsch ficke.

da stellt sich doch die frage ob man das überhaupt irgendwie verfilmen kann...

 

im film geht es zunächst auch um jenen looser. der anfang gleicht sich, bis zum erscheinen von fox. ich hatte schon hoffnungen. doch wesley wird dann in eine geheimorganisation aufgenommen. das training läuft natürlich deutlich harmloser ab und wesleys superkraft beschränkt sich darauf blitzschnell reagieren zu können, mit der pistole hervorragend zu treffen - und er kann um die kurve schießen. das können aber irgendwie auch alle anderen in dem verein.

diese organisation funktioniert übrigens so: die haben da einen webstuhl (!), der mit fäden, von deren herkunft scheinbar niemand etwas weiß (!) ein tuch webt. ab und zu passieren dabei aber fehler, also manche maschen werden übersprungen, wodurch im entstehenden tuch quasi ein binärcode (!) ablesbar ist, aus dem sich der name einer person zusammensetzt, die getötet werden muss, weil das der wille des schicksals (!) ist. nein, das ist kein witz, seht euch den film an!

also tötet wesley die so auserwählten opfer, stets in der hoffnung dass das die bösen sind. auch seine kollegen sind im glauben für recht und ordnung zu kämpfen. bis sich dann herausstellt dass das oberhaupt dieser gang den webstuhl zu seinen zwecken missbraucht. am ende tötet wesley die gesamte organisation und beschließt als einziger überlebender sein leben nun endlich selbst in die hand zu nehmen.

 

man sieht - recht viel mehr hätte man schon nicht verkacken können. bei einer derartigen vorlage weiß man genau was man da umzusetzen hat, da nimmt man das entweder ernst - oder man dreht einfach irgendeinen anderen film. aber der hauptcharakter darf natürlich nicht bewusst böse sein, er darf sich auch keinesfalls bewusst über den in der tat fragwürdigen tagesablauf von uns lohnsklaven äussern, natürlich brauchen wir da ein paar raffinierte wendungen der story wie wir sie seit "ich bin dein vater, luke" bereits bis zum erbrechen gesehen haben und am schluss muss, muss einfach noch eine kleine lebensweisheit für den zuschauer rausspringen. und dazu gibts popcorn und cola. genial.

24.08.2008 | 12:47

star wars (invades san francisco)

bah, wie armselig: bei nerdcore verkündet man den tod von "star wars", die leute winseln zum untergang eines sci-fi spektakels weil die "clone wars" nicht überzeugen konnten. jämmerlich.

dass die filmgebärmaschine hollywood immer seltener wahre prachtstücke ausspuckt und dafür immer öfter bestehende pfeiler der unterhaltungsbranche mit grauenhaften fortsetzungen einreißt überrascht jetzt also genau die menschen, die sich bisher so unglaublich intensiv mit dem thema beschäftigt haben. klar. die movie-nerds sind überrascht vom wandel der letzten 20 jahre. kam wohl alles etwas plötzlich...

mich interessiert nicht die bohne was george lucas und konsorten mit den überbleibseln von einstigen meilensteinen anstellen. manche sachen kann man sich ja mal ansehen, dann schütteln wir gemeinsam mal den kopf, beschließen dass es rausgeworfenes geld an der kinokasse war - und dann ists auch wieder gut. weil: kein jar-jar und keine 3d-animierten klonkrieger werden mir jemals die erinnerungen an episode vier, fünf und sechs rauben können. die sind immernoch grandios, und je mehr schund nachfolgt, desto heller glänzen sie aus dem dreck heraus.

die "clone wars" werd ich mir trotzdem nicht im kino antun. ich kenn die serie im 2d-orginal, und die war richtig klasse.

und was mir dazu noch durch den kopf geht: ich weiß nicht was schlimmer ist. ein großes deutsches in-blog das zu diesem thema gerade amok läuft oder die speichelleckende meute, die ausser einem "ja, stimmt" nicht viel beizutragen hat. womöglich passt das aber auch alles ganz gut so. vielleicht verhält es sich ja so wie bei wahlen: jedes volk bekommt die filme, die es verdient?

 

also, da ich von nerdcore demnächst keinen brauchbaren star wars content erwarten kann schaun wir dochmal zu den spreeblickern. die haben star wars gefunden. und zwar garnicht so weit weg:


youtube

unglaublich geil. keine ahnung wieviel aufwand es macht sowas zu drehen, es ist einfach nur un-glau-blich geil. ein hoch auf george lucas, der mit seinem werk wohl mehr menschen inspiriert hat als er sich je hätte vorstellen können.