Donnerstag, 26. August 2010 | 17:10
science!
On Being Sane in Insane Places
nettes fundstück: das Rosenhan-Experiment. David Rosenhan hat zwischen 1968 und 1972 ein paar kerngesunde menschen in psychatrien einweisen lassen - um herauszufinden inwiefern sie als gesund erkannt würden. und tatsächlich: nicht ein einziger bekam dieses zeugnis ausgestellt. nach mehreren tagen/wochen wurden die testpersonen zwar entlassen, allerdings nur unter dem vermerk "symptomfrei". die tatsächlich kranken insassen durchschauten das ganze recht schnell, nicht so die zuständigen ärzte.
aber Rosenhan ging noch weiter: teil zwei seines experiments bestand aus der ankündigung er würde in den nächsten drei monaten wieder testpersonen schicken. von den in diesem zeitraum eingewiesenen 193 personen wurden 41 als solche entlarvt, weitere 42 wurden verdächtigt. dumm nur, dass Rosenhan in diesem zeitraum nicht einen einzigen menschen geschickt hat...
Elefanten auf LSD
dieses buch kann ich allen empfehlen die bei richtig abgefahrenen experimenten neugierig werden. dass dickhäutern drogen verabreicht wurden ist nur ein klitzekleiner einblick in diese völlig absurde welt der wissenschaft. wer schon immer mal wissen wollte was passiert wenn man hunden einen zweiten kopf annäht, wieviel der mensch eigentlich pupst und ob ein kopf ohne körper auch überleben kann, der sollte da mal seine nase reinstecken.
Donnerstag, 22. Oktober 2009 | 18:07
hate for the west
über jean ziegler hab ich schonmal geschrieben, fefe hat mich auf ein neues interview mit ihm aufmerksam gemacht.
es geht um die übliche abrechnung mit dem abschaum auf diesem planeten - und um sein neues buch, "hass auf den westen".
"Die Sklavenhalter sitzen heute in den Börsen" - Jean Ziegler @ heise.de
ein auszug des interviews, bei dem sich ziegler über unsere wiedergewählte kanzlerin äussert:
Die zweite Quelle des vernunftgeleiteten Hasses ist die permanente westliche Doppelzüngigkeit, wenn es um Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit geht. [...]Ich möchte Ihnen auch hier ein Bespiel geben. In meinem Buch spielt Nigeria eine große Rolle, das bevölkerungsreichste Land in Afrika und einer der größten Erdölexporteure der Welt. Seit 1966 wird Nigeria von wechselnden Militärdiktaturen unter demokratischer Maske regiert, und das Land wird von Erdölkonzernen geplündert. Die Bevölkerung leidet dabei unter Hunger, verseuchtem Wasser und Analphabetismus. Im April 2007 fanden wieder sogenannte Wahlen in Nigeria statt. Die Europäische Union stand unter dem Vorsitz von Frau Merkel. Frau Merkel hat die Wahlbeobachtung angeordnet. Die EU kann das sehr gut. Sie hat den Wahlprozess beobachtet und das Fazit war absolut vernichtend. Es war ein totaler Wahlbetrug. Es wurden sogar oppositionelle Politiker erschossen. Der neue nigerianische Präsident Amaru hat überhaupt keine demokratische Legitimation. Zwei Monate später findet in Heiligendamm der G8-Gipfel statt. Frau Merkel lädt als Ehrengast aus Afrika Amaru ein, den Wahlbetrüger. Frau Merkel ist gefangen im Ethnozentrismus der Europäer. Sie sieht nicht die tiefe Wunde, die Beleidigung, die sie dem nigerianischen Volk antut, wenn sie den Mann, den sie zwei Monate vorher als Wahlbetrüger bloßgestellt hat, jetzt als Ehrengast zum G8-Gipfel nach Heiligendamm einlädt. Diese Blindheit des Westens ist unerträglich für den Süden.
Montag, 19. Oktober 2009 | 17:07
the end of privacy
ich bin aus dem urlaub zurück, im flugzeug hab ich mir die zeit mit einem buch von peter schaar vertrieben (danke fürs ausleihen, volker):
beunruhigend. find jedenfalls ich. nicht die vielen details zur geschichte des datenschutzes, zum werdegang hier in der BRD oder zur gegenwärtigen lage. nicht die vielen verschiedenen facetten und bereiche, in denen datenschutz ein brisantes und notwendiges thema ist - oder sein müsste.
beunruhigend ist für mich vielmehr der resultierende gesamteindruck: datenschutz interessiert halt niemanden. ne handvoll freaks vielleicht, die leute, die damit ihr geld verdienen und ein paar die so am rand etwas von der thematik mitbekommen. aber sonst?
es ist quasi gang und gäbe dass das, was man nicht bereitwillig selbst von sich preisgeben möchte, durch formulierungs-fallen in AGBs, durch unwissenheit oder eben auch durch eine schnüffelgierige politik angesammelt und katalogisiert wird.
da ist das bundesverfassungsgericht, dass in diesem punkt einen zentralen pfeiler der demokratie bildet, wirklich ein kleiner lichtblick: dort nimmt man sich den unterschiedlichsten dingen mit dem notwendigen ernst an und lässt die alltäglichen abstrusen wunschvorstellungen einfach abblitzen.
der haken an der sache: das passiert oft erst hinterher.
da wurden und werden vorhaben zur datenerhebung geplant, institutionen mit der umsetzung beauftragt, das ganze in der praxis angewendet - und dann lautet das urteil des BVerfG "hey moment mal - ihr dürft das ja garnicht!", worauf der staat antwortet: "ups, tschuldigung - ham wir aber schon gemacht, jetzt... kommt dann halt nicht wieder vor." bis zum nächsten mal, jedenfalls.
wer wissen will warum die elektronische gesundheitskarte jetzt doch gestoppt wurde, wer wissen will warum er adressierte werbebriefe bekommt, wer wissen will wie das mit dem datenschutz gemeint ist und warum das ein wirklich komplexes, umfangreiches thema ist - der ist hier gut beraten.
Donnerstag, 30. Juli 2009 | 02:49
obey & banksy
banksy ist mittlerweile wohl jedem ein begriff. obey giant kennt ihr auch, vermutlich wisst ihr es nur nicht. das da ist zb. obey:

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obama hin oder her, sowohl banksy als auch Shepard "obey giant" Fairey sind großartige künstler. und genau dieser obey interviewt jetzt genau diesen banksy - ein treffen der titanen, sozusagen. just great. zu lesen im swindle magazine.
und weils grad passt: ich hab mir mal die zum 20jährigen jubiläum erschienenen gesammelten werke von shepard zugelegt. ein richtig dicker schinken mit vielen, vielen großartigen motiven. definitiv sein geld wert, nur leider ne nummer zu groß für mein bücherregal. und beim aufklappen ist dann erstmal dieses poster rausgefallen, sehr schikk:

(jaaa, verwackelt. es ist spät, leute...)
Mittwoch, 26. November 2008 | 12:26
jesus christ - in the name of the gun
ich weiß nicht so genau was das ist und worauf es hinausläuft, aber... ein webcomic? ein webcomic mit dem titel "jesus christ - in the name of the gun"?
ein webcomic, in dem christus der erlöser flucht, sich über den besuch von daddy und dessen nachlässigkeit beschwert und sich morgens erstmal ne kippe ansteckt? das kann nur geil sein! weitere erklärungen erübrigen sich wohl, das cover spricht bände:
dear eric peterson, ethan nicolle: thank you! the cover made my day, thumbs up!

