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14.09.2009 | 17:42
police brutality
vergangenen samstag war in berlin zur demonstration "freiheit statt angst" geladen, viele sind dem aufruf gefolgt. da der livestream am samstag irgendwie nicht so recht wollte hab ich mich im nachhinein mal informiert. das ergebnis ist ziemlich ernüchternd und dennoch irgendwie so vertraut: polizisten prügeln grundlos auf friedliche demonstranten ein.
ich vermute auf jeder demo gibts krawallmacher, nicht nur auf der seite der uniformierten. aber was da gelaufen ist geht garnicht. gefundenes fressen für die medien und die immerwährende hoffnung dass endlich mal irgendwas passiert um sowas zu verhindern - oder jedenfalls um die schuldigen nach solchen vorfällen auch mal belangen zu können
bei annalist gibts die details und fefe basht das material dazu, in allen erdenklichen formaten, damit das auch ja jeder sieht.
sehr sehenswert ist auch der link vom ersten fefe-update.
liebe leser, nochmal zur erinnerung: die mit den uniformen, das sind die guten...
5.09.2009 | 12:11
district 9
das alljährliche fantasy filmfest hat auch dieses jahr wieder nach nürnberg geladen und neben dem parkour-lastigen actionstreifen "district 13" war district 9 definitiv den besuch wert.
auf dem plakat steht "peter jackson", klar dass die karten beinahe ausverkauft und nurnoch plätze ganz vorne frei waren. aus der geplanten HALO-verfilmung unter seiner regie wird ja nichts, also hatte er wohl zeit und material für diesen streifen. in kürze wird diese produktion auch in deutscher synchro in den kinos laufen, als anreiz also mal ein bisschen was zur story:
aliens besuchen die erde. aber nicht um eine invasion zu starten oder rednecks zu sondieren, vielmehr schwebt ein schiff der aliens über johannesburg, afrika. den insekten-ähnlichen wesen geht es eher schlecht als recht, sie können nicht nach hause reisen und so entsteht ein ghetto, eine sperrzone namens "district 9", in der die aliens ein neues zuhause finden - zwischen müll, blechhütten und katzenfutter.
im lauf der jahrzehnte steigert sich die sowieso schon kritische situation zwischen den menschen in johannesburg und den ausserirdischen, also soll district 9 verlegt werden - weg von der stadt, ein paar hundert kilometer in richtung niemandsland. aber wie siedelt man aliens um?
mit den entsprechenden formular, einer unterschrift und bewaffneter unterstützung, natürlich. die organisation MNU zeigt deutliches interesse an den besuchern und leitet die aktion, in bester handkamera-manier und im doku-stil begleiten wir sie, bzw. den protagonisten Wikus van de Merwe, bei der arbeit.
man kann sich vorstellen dass dieses vorhaben nicht ohne zwischenfälle abläuft und spätestens als sich Wikus versehentlich eine unbekannte alien-substanz ins gesicht sprüht weiß man dass es ärger geben wird. Wikus wird den ausserirdischen näher kommen als ihm lieb ist, die weiße weste der MNU bekommt hässliche flecken, die umsiedlung verläuft etwas anders als geplant und nicht alle aliens sind niedere instinktgetriebene, müllverschlingende kreaturen - ich würde gern noch ins detail gehen, will aber auch nicht zuviel verraten.
dieser etwas andere alien-film begeistert von der ersten bis zur letzten minute und vereint dramatik, action und witz zu einem sehr gelungenem gesamtwerk. bleibt zu hoffen dass die deutschen zensurbehörden nicht die gut platzierten splatter-anleihen rausschneiden, die sich jedoch sowieso nicht in den vordergrund drängen und dem film die richtige würze geben.
vielleicht erinnert sich auch noch jemand an "alive in joburg", einen kurzfilm von '05 - die ähnlichkeiten sind auffallend.
zum informieren also mal ein link zum besagten kurzfilm, die wiki-seite zum film und dann natürlich noch dessen webseite, auf der ihr auch gleich mal nen trailer präsentiert bekommt.
5.08.2009 | 14:45
worth it?
mal was zum nachdenken:
washington dc. in einer u-bahn station spielt ein violinist stücke von bach. etwa eine stunde lang steht der mann dort und spielt für die leute, verdient sich dabei 32$. niemand klatscht, als er fertig ist. niemand nimmt irgendwie daran teil. von den tausenden menschen, die in dieser stunde an ihm vorübergelaufen sind, fanden nur sechs die zeit kurz stehenzubleiben.
zwei tage zuvor hat dieser geiger einen konzertsaal gefüllt, der eintritt betrug durchschnittlich 100$. joshua bell zählt zu den besten violinisten der welt, er spielt auf einer 3,5 millionen dollar teueren stradivari.
...wann wissen wir musik zu schätzen?
13.06.2009 | 14:53
banksy vs. bristol museum
31.05.2009 | 14:53
poem-free zone
ein weiteres fefe-fundstück. die meldung:
Die neuen Terroristen: Künstler. Künstlergruppe trägt vor dem Reichstag ein Gedicht an Herrn Köhler vor, wird verhaftet. Das Gedicht war "An die Schönheit" von Ernst Stadler, aus dem Jahre 1904.
das gedicht:
An die Schönheit (1904)
Ernst Stadler
So sind wir deinen Wundern nachgegangen
wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken
ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen
und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken·
aus dämmergrauen Abendtoren liefen.
Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken·
kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.
Nun legen zitternd sie die heißen Wangen
an feuchte Blätter die von Dunkel triefen
und ihre Hände tasten voll Verlangen
auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel
das hinter roten Wäldern hingegangen —
ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel
die begründung:
Das Gedicht habe „meinungsäußernde Inhalte“ enthalten.
meinnungsäusserung also. ganz schlimm, sowas. die quelle mitsamt bildern und allen infos zur sache: hier.
