artikel mit tag: konsumzwang

4.11.2008 | 17:08

world of goo

unfassbar. da liegen die feinsten leckerbissen auf dem heimrechner rum (fallout 3, far cry 2) - aber ich verbring meine zeit damit sie zu ignorieren und "world of goo" zu spielen.

erinnert sich noch jemand an die "lemmings"? unterm strich ist "world of goo" genau das - ein puzzle-spiel, bei dem man dafür sorgen muss dass die kleinen goo-balls von a nach b kommen. das alleine würde vermutlich nicht den hohen suchtfaktor des spiels erklären. aber was dann?


klar sind 2d-games im comic-stil geschmackssache. mir jedenfalls gefallen die hübsch anmutenden level sehr. nicht nur das design, auch die interaktion, denn zahnräder, laufbänder, hebel und schalter sind mit viel liebe entstanden. der stimmige und ausgewogene anspruch des games und die untermalung des ganzen mit richtig guten sounds runden die sache ab und präsentieren ein richtig leckeres gesamtpaket.


und dann sind da ja noch die goo-balls. die kleinen runden gesellen lassen sich zu großen, gerüst-artigen konstruktionen zusammenfügen, so bahnt man sich seinen weg durch die goo-welt. dabei gelten allerdings auch die gesetze der physik, das ist dann sozusagen das tüpfelchen auf dem i - denn große konstruktionen werden schnell wackelig und instabil, besonders wenn dann noch wind weht. und falls das immernoch zu lahm klingt: es gibt selbstredend auch verschiedene goo-balls, die auch verschiedene eigenschaften besitzen.

mit diesen unterschiedlichen spielkameraden gewappnet bahnt man sich also seinen weg in den himmel, über abgründe, durch zahnräder und mahlwerke hindurch bis zu jenem rohr durch das wir unsere goo-balls am levelende aufsaugen. das heißt, sofern sie es denn geschafft haben stürze, dornen, wind, wasser und andere fallen zu überleben.


vielleicht ist das spiel auch nur dafür da um erwachsene männer nochmal breit grinsend vor den monitor zu fesseln, wo sie dann mit denkfalten auf der stirn bunte kügelchen aneinanderreichen und sich freuen wenn irgendwas unvorhergesehenes passiert. einmal wieder kind sein. doch spätestens wenn ein level nicht auf anhieb gelingt oder wir unachtsam ein paar goo-balls verloren haben bricht die bunte kinderstube zusammen und ehrgeiz macht sich breit: "ich hätte noch einen mehr retten können! ich hätte sie alle retten können! nochmal, das geht besser..."

ja, "world of goo" ist genial und für mich das heimliche spiel des jahres - ganz ohne high-end grafikwunder, ganz ohne tiefgründige story, ganz ohne herausragende ki oder superkomplexe möglichkeiten bringt es genau das auf den punkt was ein gutes spiel ausmacht. und das beste: es lässt sich vollständig nur mit der maus bedienen, mehr brauchts nicht. ich empfehle das spiel jedem von klein bis groß, als lückenfüller, zeitvertreib, highscore-suchtspiel oder einfach nur wegen der schönen sounds und den bunten bildern als ausgleich zum alltag. dosierung: einmal täglich einnehmen steigert das wohlbefinden.

4.11.2008 | 16:57

fallout 3

kann es sein dass zur zeit jeder, der irgendein halbwegs spieletaugliches equipment besitzt, dabei ist fallout 3 zu spielen?

ich glaub ich kenn niemanden mehr der das nicht tut. und es ist ja auch ein geniales game, schon allein die charaktererschaffung und die anfänglichen tutorials - für mehr hatte ich noch keine zeit.

also, wenn du in zwanzig jahren mal an den herbst 2008 zurückdenkst und deinen kindern mal erzählen willst "ich war dabei!", dann fang an dir nen charakter zu basteln und spiel verdammtnochmal fallout.


mach ich dann auch, aber erst muss ich noch was anderes zuende bringen, nämlich "world of goo"...

28.10.2008 | 02:19

my new toy

befriedigung durch konsum. ich bin generell pleite, das ist ein offenes geheimnis. also, was werd ich wohl machen, wenn gerade keine größere rechnung zusammengekommen ist und sich das geld auf dem konto sammelt? richtig: ich gebs aus...

asus eee 1000h
- 10" 1024 x 600 wsvga display,
- 1,6ghz atom-cpu
- 2gb ram (upgrade!)
- 160gb sata hdd
- 6-cell battery
- intel gma 950 graphics
- vga-out, phones-out, mic-in, 3 x usb, 300mbit wlan, bluetooth, 1,3mp webcam, ...


7.10.2008 | 17:54

beck: modern guilt

beck - ein name den man kennen muss. seit "looser" in so ziemlich jedem player rauf- und runtergelaufen ist war beck immer wieder mal im gespräch und hat ein paar hörbare hits präsentiert.

so richtig mainstream und massentauglich war beck trotzdem nie. dafür ist er - jedenfalls auf früheren alben - einfach zu abstrakt, eine spur zu strange. wer musikalische experimente und instrumentale achterbahnfahrten mag wird beck lieben. beck ist auch ein standard-name der beim "musiker auf drogen"-talk genannt wird, da gabs so manche abstürze. wie sich das mit seiner "religion" verträgt und wie es zu dieser kam will ich garnicht näher wissen - beck ist bekennender scientologe. was auch immer.

jedenfalls lausche ich gerade seinem aktuellen album "modern guilt", und das ist, wie letztere werke, recht ausgeglichen. und wo ich bei bisherigen alben mal nen speziellen song geilfand und für den rest allenfalls ein "nicht schlecht, kann man schon hören" übrighatte kann ich zu modern guilt nur eins sagen: geile scheisse!

völlig unaufdringlicher... ja... "rock" in bester beck-manier ohne je zu glatt zu wirken. ein bisschen oldschool, ein bisschen groove, betonte snaredrums und ein klein wenig effektspielerei - nicht mehr und nicht weniger braucht es um wohlgefällige songs zu basteln. es fällt mir schwer noch weitere vorzüge zu nennen, denn eigentlich gibt es keine - die musik ist schlicht, relativ simpel gehalten, völlig unaufdringlich und trotzdem rundum überzeugend. das ganze album ist so hervorragend dass ich nichtmal so genau weiß welchen videoclip ich hier reinstellen könnte, drum lad ich euch einfach mal zum probehören auf der offiziellen webseite ein. dort findet man neben hörschnipseln zum album auch zwei videos, beide sehenswert, versteht sich.

ideale easy-listening-musik die ruhig ein bisschen länger auf repeat laufen darf - großartig :-)

7.10.2008 | 10:05

lem // asimov

stanislaw lem: die lymphatersche formel
die recht kurze geschichte ist nicht nur in den interessantesten mir bekannten monolog verpackt, sie fesselt auch durch ihre völlig simple und trotzdem tiefgreifende geschichte. ein uns unbekannter herr tritt auf uns zu und beginnt unaufgefordert fragen zu stellen. wir werden unweigerlich in den lauf der geschichte eingeknüpft und als könne die romanfigur unser stirnrunzeln sehen beginnt sie mit erklärungen.

wir erfahren dass jener unbekannte herr sich mit wissen und dessen weitergabe beschäftigt hat, zum beispiel mit der tatsache dass viele lebensformen gleich nach ihrer entstehung einen recht umfangreichen wissensschatz besitzen. so begannen seine forschungen, für die er sein gesamtes vermögen und seine gesamte zeit geopfert hat, um der evolution auf die sprünge zu helfen: im alleingang will er ein allwissendes wesen erschaffen, die bauanleitung dafür sucht er in vorhandenem leben.

nachdem unser unbekannter redner vom rest der welt für verrückt erklärt wurde scheint ihm das experiment zu gelingen - doch gefällt ihm das ergebnis?

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isaac asimov: falsch korrigiert
der fall klingt zunächst simpel: der universitätsprofessor ninheimer verklagt die IEC, weil eine ihrer maschinen das lebenswerk des professors (sein aktuelles buch) falsch korrigiert haben soll. nun, genaugenommen habe die maschine gewisse textpassagen so weit entstellt dass in ninheimers werk nun ganze bevölkerungsgruppen beleidigt werden.

und damit zum komplizierteren teil: die von der IEC geschaffene maschine ist nicht nur ein einfacher computer der zum korrekturlesen dient, es ist vielmehr ein roboter mit dem fortschrittlichsten elektronischen gehirn. seine erbauer sprechen dem roboter sogar soetwas wie ein gewissen zu, er kann mehr als nur logische befehle abarbeiten. und über allem stehen die drei grundgesetze der robotik.

wie kann es nun sein dass einer derart "intelligenten" maschine mehrere grobe fehler unterlaufen? man könnte sie ja dazu befragen, doch da es der erste fall ist bei dem sich eine maschine vor dem gesetz verantworten muss untersagt der richter die anhörung des roboters. aber das wäre eigentlich garnicht nötig gewesen, denn der üblicherweise brav gehorchende denkapparat schweigt sich über diese sache beharrlich aus und wäre eher bereit sich selbst zu zerstören als irgendetwas konstruktives beizutragen.

ausserdem stellt sich noch eine weitere frage: warum überlässt die IEC einen so teueren, mächtigen und einzigartigen apparat einer universität?

"falsch korrigiert" ist eine spannende kurzgeschichte mit überraschendem ende. sie beschreibt nicht nur ein fiktives szenario, sie befasst sich auch mit der kurzsichtigkeit der menschen und deren wunschvorstellung einer "intelligenten" maschine.

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