13.03.2008 | 18:03
the game - the score...
gleich nochmal thema raubkopierer - diesmal vom tonspion:
Die Jungen hingegen, die früher zum wichtigsten Kundenkreis der Musikbranche gehörten, nutzen inzwischen ganz andere Kanäle, um an Musik zu kommen. Im vergangenen Jahr hat schon jeder zweite Teenager keine CD mehr gekauft. Stattdessen bedienen sich die Kids massenhaft in Tauschbörsen, Sozialen Netzwerken oder gleich direkt von den Festplatten ihrer Freunde.
ja, soweit so gut. die meldung kommt so - gefühlt - alle drei monate von irgendwem, stets aufs neue werden die zahlen bestätigt. und es wird ja auch immer schlimmer. sagen sie jedenfalls. während man bei diversen tv-formaten einblick in das leben gepeinigter, betrogener künstler bekommt, die sich die andauernden pendelflüge vom studio in new york zur privatvilla auf den bahamas kaum noch leisten können. vertreten werden diese ausgebeuteten opfer oft von anwälten die sich in 3.000€-anzügen und 60.000€-autos präsentieren. selbstverständlich fühle ich da mit.
die nachwachsenden Generationen werden womöglich gar nicht mehr wissen, dass man Musik früher umständlich im Laden auf Silberscheiben kaufen musste.
naja, man kanns auch auf die spitze treiben. aber so grundsätzlich: wundert das wen? wenn ich hier lokal in den größten plattenladen gehe (naja, sofern man die cd-abteilung in unsrem müller so nennen darf...) präsentieren sich mir grob geschätzt 12 regalreihen. davon wurden früher mal beinahe alle für musik verwendet, heute dienen etwa vier davon zum dvd-verkauf. dann noch ne reihe soundtracks und jeweils eine für klassik, schlager und singles. es gab ja vorher schon nie viel von der musik die ich mir kaufen würde, jetzt suche ich aber schon garnichtmehr nach scheiben die mich interessieren könnten. ein aussichtsloses unterfangen.
ist das jetzt die reaktion auf das download-verhalten mancher jugendlicher? "ach, die kaufen eh nix, können wir uns den platz ja sparen"...? oder wird der ein oder andere vielleicht gerade auch deswegen dazu animiert nach den besagten "anderen kanälen" zu suchen? sicher, dann gibt es ja noch die legalen bezugsmöglichkeiten im internet. allerdings findet man gerade mal drei klicks weiter oft schon eine kostenlose, aber illegale möglichkeit an die gewünschten songs zu kommen. wie wird sich der potentielle käufer wohl entscheiden? vor allem die junge generation, deren einstellung zu veralteten geschäftsmethoden und fragwürdigen vorgehensweisen - zurecht - nicht gerade die umsatzfreundlichste sein dürfte ist ja angeblich maßgebend. wen wundert deren verhalten, wo doch auch ganz ungeniert für usenext & co. geworben werden darf? oder, um selbst ein extrem zu nennen: wen wundert es dass sich eine von zwielichtigen gestalten gelenkte, von korrupten regierte, von lügnern dominierte gesellschaft nicht an die spielregeln hält?
abgesehen davon wäre es vielleicht auch geschickter sich endlich mal gedanken über vernünftige, neue verkaufsformen zu machen anstatt halbgare lösungen auf biegen und brechen durchsetzen zu wollen und der generation von morgen so viel ärger wie möglich zu bereiten - und damit meine ich nicht nur die gesetzlage und abmahnwütige juristen, sondernd so dinge wie drm, kopierschutz und dergleichen. was von vornhereinzum scheitern verurteilt war hat sich letztlich nicht etablieren können - welch große überraschung. wer die offenen rechnungen bezahlen darf? selbstverständlich könig kunde, auf die ein oder andere art und weise.
ich hielt es zunächst für einen scherz, aber das letzte album einer band (deren namen mir leider nicht einfallen will...)kostet im handel über 20€. keine bonusfeatures, keine doppel-cd, ein album mit 12 tracks. das war - um dem ganzen die krone aufzusetzen - irgendeine combo aus der punk-ecke. wie denkbefreit sind eigentlich die, die dafür noch geld ausgeben? ausverkauf und massenware, trendsetter und hype, statussymbol und castingshows - über die letzten jahre hinweg wurden vor allem die jugendlichen mit ihrer beeinflussbarkeit zunehmend ausgenutzt, gemolken wie eine kuh. bohlen präsentiert jedes jahr irgend einen neuen tollen interpreten - und manch einer glaubt vielleicht tatsächlich bei der sache ginge es darum künstler groß rauszubringen.
diese - zurecht so betitelte - musikindustrie hat dem geneigten höhrer unterm strich nichts als scheisse serviert, scheisse garniert mit noch mehr scheisse - und kleinen anregern auf die nächste große scheisse, und das hat eine ganze zeit lang wirklich wunderbar funktioniert. und sogar jetzt ist es für stars und sternchen noch ein leichtes einen fuhrpark im gesamtwert mehrerer millionen $ zu horten.
aber das ist nicht genug und die, die sich weigern für ihre protion scheisse weiterhin zu zahlen, sind nunmal die schuldigen. natürlich, das ist ja auch nur die logischste schlussfolgerung die man daraus ziehen kann...
13.03.2008 | 17:38
the game - the players...
hm, recht interessante liste, die hier mal zusammengestellt wurde. das ist sicher nicht vollständig, aber es zeigt mal auf wer eigentlich "die abmahner" sind - und welche werke abgemahnt werden.
dass es so bodenlos ist hab ich eigentlich nicht gerechnet...
aber das unterstreicht wieder sehr passend die diskussionen, die ich ab und an mit einem freund führe - wer bitte wird sich urheberrechtsverletzungen annehmen, wenn es beispielsweise um illegal erworbene, japanische amateur-nieschenfilme aus den siebzigern geht, deren schöpfer längst verstorben, die titel ausser über p2p-netze nirgends mehr zu erwerben sind und niemand wirklich weiß wem die rechte an jenen filmen eigentlich gehören?
soll nicht heißen dass sich anwälte oder raubsauger jetzt auf die aussenseiter stürzen sollen - der personenkreis der sich für derartiges interessiert dürfte sowieso sehr überschaubar sein. allerdings merkt man sehr schnell dass sich die entscheidungsträger sich wohl nicht sonderlich intensiv mit dem thema beschäftigt haben, von einem "verständnis" dafür will ich garnicht erst reden...
macht aber nichts, sollen se ruhig weiter die scooter-runterlader belästigen. wer scooter hört verdients nicht anders...
21.02.2008 | 23:27
weekend klicks
mal eben zwei links aus den newsfeeds geklaut...
. steuerhinterziehung - kriminelle vereinigung?
gedanken zu fall zumwinkel. sehr menschlich, sehr logisch, kurz: genau das was jemand wie ich zum thema lesen will. danke.
Wenn drei Linke zu einer Demonstration fahren, bilden sie eine terroristische Vereinigung. Wenn drei Rechte zu einer Demonstration fahren ist das ein Kameradschaftsausflug.
. content-mafia. literally.
sind ja feine herren, die sich da gegen "raubkopierer" stark machen...
Besondere Brisanz bekommt der Fall aber vor allem dadurch, dass laut "La Sicilia" zu den Verdächtigen auch Mitglieder einer Anti-Piraterie-Einheit der italienischen Polizei gehören.
Außerdem soll sogar der italienische Rechtsexperte Davide Rossi, seines Zeichens Generalsekretär der Anti-Piraterie-Vereinigung [...] zu den Verdächtigen zählen.
6.02.2008 | 16:18
pirate hunters
update:
achmist, da bin ich wiedermal so richtig auf dem laufenden - einige passagen weiter unten wurden gestrichen, da sich die rechtslage schneller geändert hat als ich dachte: nämlich schon zum 01.01.2008. fataler fehler meinerseits - ihr dürft jetzt quasi wirklich offiziell garnix mehr. danke für den hinweis - wer weiß wie lange ich sonst noch die alten gegebenheiten verbreitet hätte. geht garnicht.
trotzdem kann ich der armen, gebeutelten, betrogenen und bestohlenen musikindustrie nicht so wirklich mitleid entgegenbringen...
der mi fällt übrigens nach wie vor nichts sinnvolles ein um "ihr" ach-so-wertvolles "eigentum" in einer art und weise an den mann zu bringen die dem potentiellen kunden gefällt und ihn somit vom "illegalen downloaden" abhält.
nichts neues also, aber bei focus online hat man sich einen chip-artikel geliehen um mal wieder meldung machen zu können.
im dreischicht-system fahnden sie, die ermittler, und jeden tag finden sie neue verbrecher in dreistelliger höhe. der bericht rühmt die fahnder in einem ausmaß dass es weh tut. diese online-fahnder, das sind quasi die besten der allerbesten. das kann man jedenfalls aussagen wie dieser entnehmen:
Vor einem Jahr hatte BearShare 1,2 Millionen aktive Nutzer. Heute sind es noch 400 000. Und ich bin davon überzeugt, das ist unser Verdienst.
völlig ausgeschlossen dass bearshare mal als spyware-schleuder in verruf geraten ist, gänzlich unmöglich dass neue und effektivere verbreitungswege diese unseriöse und veraltete technik abgelöst haben - klar. aber was will man erwarten? diese "wir ermitteln gegen die bösen raubkopierer" - sache stinkt von vorne bis hinten zum himmel. nur logisch dass sich diese wahnsinnsknaben von privatschnüfflern dann auch entsprechend zu wort melden:
Im Kaufhaus klauen so wenige Leute, weil sie Angst haben, von einem Detektiv erwischt zu werden. Im Internet aber meinen die Meisten, sie wären unsichtbar.
zunächst: wenn man schon diesen vergleich bringen muss, dann bitte richtig - ich darf mir nach wie vor alles runterladen was ich irgendwie in die finger bekomme, solange ich nichts davon weiterverbreite. das ist zwar nicht nett, vom verständnis her alles andere als logisch aber dennoch geltendes recht - und daran haben sich nunmal auch die herren ermitter zu halten. strafbar wäre also nur, um zum kaufhaus zurückzukommen, die gestohlene ware weiterzureichen (man könnte hier noch nachhaken wieso das gewerbe milliardenverluste durch ladendiebe beklagt, wenn das kaum jemand macht...). wie gesagt, ein wackeliges, kaum verständliches konstrukt, das zur undurchsichtigen situation seinen teil beiträgt. übrigens: gerade dieses geben und nehmen ist ein knackpunkt bei dieser ganzen diskussion - die große mehrheit der sharing-software funktioniert so dass man heruntergeladene daten automatisch für andere user bereitstellt. aber zurück zum artikel, der sich etwas später im text beinahe selbst korrigiert:
Dass viele zu anderen Systemen abwandern und Direct-Downloader wie RapidShare nutzen, ist Lüngen egal: „Im Moment sind die da sicher. Aber die kriegen wir auch noch.“
man sieht also: gefährliches halbwissen, auch bei den leuten die dann strafanträge stellen. und so bescheiden! "die kriegen wir auch noch!". na klar tut ihr das - aber erst wenn euch jemand den rechtlichen rahmen für euer vorhaben gibt. ich befürchte zwar dass das nicht mehr lange auf sich warten lässt, aber solange halten wir dann bitte brav die füße still und unterlassen etwaige unterstellungen und anschuldigungen gegen web-user, die sich keines vergehens schuldig gemacht haben, ja? schönen dank auch. ein anderer absatz im bericht ist mir dann noch besonders aufgefallen:
Die Ermittler arbeiten Listen mit Interpreten ab, die bei den großen deutschen Plattenfirmen unter Vertrag sind, und suchen nach Tauschbörsennutzern, die Titel dieser Künstler anbieten. Ein paar Hundert Titel müssen es dabei schon sein, die genaue Grenze will aber niemand aus Lüngens Team verraten.
da ist sie also wieder, die gute alte gleichheit vor dem gesetz. und wie immer sind manche eben gleicher als andere. schön zu sehen wie jede auffassung von recht und ordnung hier so völlig belanglos mit den füßen getreten wird. aber das hat sicher irgendwelche noblen gründe, ganz gewiss steckt nicht die tatsache dahinter dass sich mit geschnappten großanbietern mehr geld verdienen lässt, da bin ich mir sicher...
