27.10.2008 | 13:07
mtv schafft sich selbst ab
so titelt der artikel beim tonspion - und das könnte hinkommen. man will die deutschen produktionen minimieren und moderatoren rauskanten, dabei hatte manch einer noch gedacht das programm des einstmaligen musiksenders könnte garnicht schlimmer kommen.
tja, bei menschen die zu lange krawatten tragen scheint die sauerstoffzufuhr des gehirns nichtmehr ganz so prima zu funktionieren. aber wer braucht schon zuschauer...
Damit dürfte wohl das Ende des Musikfernsehens, wie wir es kannten, endgültig vollzogen sein. Aber es gibt keinen Grund zur Trauer, denn die Zukunft wird dort stattfinden, wo die Musik sowieso längst spielt: im Internet. Und MTV wird dabei nur noch Zuschauer sein.
13.10.2008 | 13:55
vorhersage: viel ranicki, viel gedöns, wenig inhalt
am samstag wurden wohl wiedermal preise vergeben und die medien weiden gerade ranicki aus, der sein stück vom kuchen nicht wollte. da tut ein artikel wie der von ix-wirres-schwenzel richtig gut:
bald wird es ein berliner auf die titel- und startseiten schaffen weil er in einem haufen hundescheisse scheisse erkannte und den mut hatte das vor einer kamera einem haufen hundebesitzer ins gesicht zu sagen.
die krönung des hundehaufens ist ein kommentar von niemand geringerem als bastian pastewka (der, der die deutschen medien so unglaublich weit nach vorne gebracht hat, wir erinnern uns...), der da tatsächlich das lobenswerte verhalten von atze schröder, ingolf lück und ralf schmitz herausgreift und ranickis reaktion nun so garnicht versteht.
aber hey, ist ja nicht so das wir irgendwas besseres zu tun hätten. lasst uns doch nochmal alle in den eingeweiden dieses kritikers suhlen! lasst uns noch mehr kommentare dazu lesen! lasst vor allem noch mehr comedians was dazu sagen! und anschließend untersucht "galileo mystery" noch das rätsel um ranicki und rtl bringt ne doku die uns hinter die kulissen der preisverleihung führt.
deutsches fernsehen ist die schönste bankrotterklärung der gesellschaft die man sich vorstellen kann.
19.09.2008 | 07:39
wanted (the movie)
und der award für die schlechteste comic-verfilmung dieses jahrtausends geht an: wanted! wäre es keine comic-verfilmung könnte man den film noch bis zu einem gewissen punkt durchwinken, belächeln, mal ansehen, ein bisschen über die coolen sprüche lachen und damit hätte sich das. aber nein, man musste diesem "etwas" ja unbedingt den titel des comics geben und behaupten es handle sich um eine verfilmung dessen.
im comic geht es um einen looser. einen looser mit einem scheiss-job, einer blöden freundin und "kumpels" die mit dieser ziege auchnoch vögeln. es geht um ein ängstlich wimmerndes muttersöhnchen, das sich nie irgendwelchen konflikten gestellt, sondernd immer nur den schwanz eingezogen hat. das ist der hauptcharakter. in dessen leben tritt unangemeldet eine frau die sich fox nennt. diese offenbart ihm dann folgendes: du bist ein killer. dein vater war mitglied in einer gemeinschaft von super-bösewichten und er war der beste killer den es je gab. dein vater wurde bei einem hinterhalt ermordet, und jetzt liegt es an dir sein erbe anzutreten.
klar hält man das dann erstmal für verrückt, aber wenn dir dann erstmal die geballte macht der superschurken-vereinigung demonstriert wird, die weit über polizei, militär und regierung agiert, dann glaubst auch du irgendwann daran. unser looser begibt sich also in die hände der gesellschaft und trainiert - mit zufälliger, sinnloser und vor allem extremer gewalt. wahllos ermordet er menschen, er verprügelt, vergewaltigt und stellt schnell fest: in ihm steckt wirklich mehr als er dachte. und er kann prima töten. er kann prinzipiell mit allem töten, aber schusswaffen werden natürlich bevorzugt. das ist seine gabe, seine superkraft.
und diese widmet er der vereinigung, die gerade dabei ist sich die welt so zurechtzubiegen wie sie ihr am besten passt. dass dafür sehr viele superhelden ihr leben lassen mussten ist ebenso selbstverständlich wie das trophäenartig aufbewahrte cape von superman. ja, der ist auch krepiert. und so ziemlich jeder andere der irgendwann mal von bedeutung war. auf der erde sind superhelden deswegen längst geschichte, aber in paralleluniversen wird fleissig weiter gekämpft. diese schurken meinens ernst.
die handlung des comics führt über einen streit unter den bösewichten, über eine erläuterung der hintergründe und zusammenhänge zu einem einzigartigen ende, an dem sich wesley, also der ehemalige looser, entscheidet weiterhin als super-gangster zu leben. warum? das erklärt er in einem abschließenden monolog, in dem er uns, jeden einzelnen menschen, die leviten ließt und uns auf unser jämmerliches dasein aufmerksam macht. er endet mit den worten:
das ist mein gesicht während ich dich in den arsch ficke.
da stellt sich doch die frage ob man das überhaupt irgendwie verfilmen kann...
im film geht es zunächst auch um jenen looser. der anfang gleicht sich, bis zum erscheinen von fox. ich hatte schon hoffnungen. doch wesley wird dann in eine geheimorganisation aufgenommen. das training läuft natürlich deutlich harmloser ab und wesleys superkraft beschränkt sich darauf blitzschnell reagieren zu können, mit der pistole hervorragend zu treffen - und er kann um die kurve schießen. das können aber irgendwie auch alle anderen in dem verein.
diese organisation funktioniert übrigens so: die haben da einen webstuhl (!), der mit fäden, von deren herkunft scheinbar niemand etwas weiß (!) ein tuch webt. ab und zu passieren dabei aber fehler, also manche maschen werden übersprungen, wodurch im entstehenden tuch quasi ein binärcode (!) ablesbar ist, aus dem sich der name einer person zusammensetzt, die getötet werden muss, weil das der wille des schicksals (!) ist. nein, das ist kein witz, seht euch den film an!
also tötet wesley die so auserwählten opfer, stets in der hoffnung dass das die bösen sind. auch seine kollegen sind im glauben für recht und ordnung zu kämpfen. bis sich dann herausstellt dass das oberhaupt dieser gang den webstuhl zu seinen zwecken missbraucht. am ende tötet wesley die gesamte organisation und beschließt als einziger überlebender sein leben nun endlich selbst in die hand zu nehmen.
man sieht - recht viel mehr hätte man schon nicht verkacken können. bei einer derartigen vorlage weiß man genau was man da umzusetzen hat, da nimmt man das entweder ernst - oder man dreht einfach irgendeinen anderen film. aber der hauptcharakter darf natürlich nicht bewusst böse sein, er darf sich auch keinesfalls bewusst über den in der tat fragwürdigen tagesablauf von uns lohnsklaven äussern, natürlich brauchen wir da ein paar raffinierte wendungen der story wie wir sie seit "ich bin dein vater, luke" bereits bis zum erbrechen gesehen haben und am schluss muss, muss einfach noch eine kleine lebensweisheit für den zuschauer rausspringen. und dazu gibts popcorn und cola. genial.
20.08.2008 | 12:08
upcoming games
die games-convention steht wiedermal an und erneut werden rekorde gebrochen und prognosen erstellt. naja, was solls.
bei heise hat man eine kleine ecke zum special eingerichtet, in der sich unter anderem eine bildergalerie befindet die da titelt: "platte der 20 köstlichkeiten". gewagt.
beim überfliegen der games reicht allein die optik um die hälfte ausscheiden zu lassen. ich bin kein fan der wii-grafik. ich hab nichts gegen bunt, aber wenn jedes minigame in grellbunt blendet wirds auch irgendwann öde. ein weiteres viertel basiert auf so abgedroschenen ideen dass auch die neu glänzende verpackung nicht überzeugen kann. und dann bleiben noch ein paar spiele die nicht sofort brechreiz auslösen, mal sehn wie die einer näheren betrachtung standhalten können.
favourit der ganzen ankündigungen: "resident evil". die reihe hat nicht nur kultstatus, sondernd mit dem letzten teil auch eine rundum-kur bekommen durch die das spiel zum must-have wurde. eine fortsetzung auf die man sich tatsächlich mal freuen kann.
absoluter tiefpunkt der ankündigungen: "flower". manchmal wünsche ich mir die zeiten zurück, in denen zocker noch nachts vorm monitor saßen und vom rest der welt als pickelige, pizzafressende spinner abgestempelt wurden. da hätte es sowas wie "flower" nicht gegeben:
Wer schon immer einmal als Blütenblatt über traumhaft schöne Wiesen schweben wollte, kann dies bei "Flower" digital ausprobieren.
janeee, is klar. ich halt das ja für nen scherz, aber ich befürchte das wird tatsächlich so umgesetzt - und, noch viel schlimmer, gekauft.
19.08.2008 | 10:31
70200
genau so viele urheberrechtlich geschützte zitate beinhaltet johannes kreidlers neuste 33-sekunden-komposition, die er demnächst ganz offiziell bei der GEMA anmelden wird.
spannende sache, das. denn genaugenommen müsste man bei der GEMA tatsächlich alle 70200 formulare abarbeiten und die rechtmäßigkeiten klären. ob diese aktion irgendwas am bestehenden system ändert ist noch fragwürdig und ich vermute hier hofft man vergebens.
allerdings wird dadurch sehr schön vor augen geführt wie unsinnig behörden, formulare, bürokratielawinen und gerichtsentscheidungen in der digitalen gegenwart sind.
Als nächstes komme ich mit einem leeren Laster und reiche ein symbolisches Nichts ein, meine Musik ist nun geläutert und rein, nur von mir und niemandem sonst. Ich habe mir schon einen Decoder dafür programmiert, „3pm“, die Umkehrung von „mp3“, mit dem nicht die unhörbaren Frequenzen entfernt werden, sondern die hörbaren. Das wäre die Lösung.johannes kreidler
via nerdcore.
