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Scheuer und die Medien

Unsere Steuergelder bei der Arbeit...

 

Update, 07.07.2020:

Ah, der Scheuer hat die selbe Nebelkerze gefunden wie auch schon seine Kollegen - und macht jetzt Glasfaser-Ausbau. Weil er damit Ampeln schalten will. Kein Witz, das steht da!

Das Glasfasernetz soll laut Bundesverkehrsministerium unter anderem ermöglichen, Ampeln intelligent zu schalten.

Wie konnten wir nur all die Jahre ohne Glasfaser-Ampeln leben? Endlich tut da mal jemand was...

Smartphone als Autoschlüssel

Vermutlich habt ihr bei Autos und mittlerweile sogar Motorrädern mal den Begriff "Keyless" gehört. Damit ist einfach gemeint, dass ihr weder einen Schlüssel ins Schloss stecken, noch einen Knopf drücken müsst, um ein Fahrzeug zu entsperren oder zu starten. Es genügt, sich mit dem Schlüssel in Reichweite des Fahrzeugs zu begeben - und dann entriegelt das ganz von selbst.

Ein Desaster. Es wird stets aufs neue dargestellt, wie leicht sich Fahrzeuge mit Keyless-Schließssystemen öffnen und stehlen lassen. Selbst der ADAC hat sich 2019 mal ein paar Modelle näher angesehen und erschreckendes festgestellt. Die Hersteller haben natürlich reagiert und verbauen nun noch mehr Technik, wodurch dieses unsinnige System dann sicherer werden soll. Mit eher mäßigem Erfolg. Das geht so weit, dass KFZ-Versicherungen sich teils weigern, Fahrzeuge mit so einem Schließsystem zu versichern - und dazu raten, das Schließssystem vom Hersteller deaktivieren zu lassen.

Nun hat einer der notleidenden, subventionierungs-bedürftigen deutschen Hersteller eine ganz neue, tolle Idee: Nehmen wir halt die iPhones als Autoschlüssel! Oder eine Apple Watch!

Nutzer haben die Möglichkeit, ihren digitalen Schlüssel zudem über iMessage mit bis zu fünf Personen zu teilen.

...was soll schon schiefgehen.

Warren Ellis - #metoo?

Oh, Warren Ellis kommt gerade ein bisschen unter die Räder. Aus scheinbar eher fragwürdigen Gründen fühlen sich wohl Frauen von ihm... falsch? schlecht? unfair? ...behandelt.

Allem Anschein nach gibt es keine konkreteren Vorwürfe als "der hat mit einer Frau intim gechattet, die schon einen Freund hatte". Die wirklich gewichtigen Probleme der Neuzeit, also.

Na, mal sehen, wäre ja nicht der erste Kerl, dem völlig zu unrecht irgendwas mit Sexismus an den Kopf geworfen wird. Seine Transmetropolitan-Reihe nehme ich jedenfalls nicht aus dem Regal.

Eine Corona-App bringt nichts

Bruce Schneier hat sich zu Corona-Apps geäußert und stellt fest: ...bringt nichts, funktioniert nicht.

Schneier ist ein Experte bei Sicherheits-Dingen, also jemand der durchaus weiß, was er von sich gibt. Das schöne: Seine Argumente haben gar nichts mit Technik zu tun, die versteht jeder - einfach mitdenken:

Mal angenommen es gäbe eine Corona-App, die wie-auch-immer funktioniert. Und dann gehst du mit dieser App auf deinem Smartphone einkaufen.

Situation A: Die App schlägt Alarm und meldet eine Infektion.

Was tust du? Stürmst du sofort aus dem Laden? Rufst du sofort den Chef an, nimmst 14 Tage Urlaub und isolierst dich umgehend zuhause in Quarantäne? Weil... deine App geklingelt hat? Unrealistisch. Insbesondere, da keine App den Anspruch hat, zu 100% korrekt zu sein. Ich denke spontan eher an Menschen, die das Smartphone aus der Tasche ziehen, den Alarm wegdrücken - und weiter einkaufen.

Situation B: Die App schlägt nicht Alarm.

Fühlst du dich dadurch wirklich restlos sicher? Gehst du davon aus, dass die Anzeige auf dem Display auch der Realität entspricht? Sind sämtliche Zweifel dadurch vorbehaltlos ausgeräumt? Wohl eher nicht, insbesondere da keine App... 100%... ihr wisst schon. Ich denke spontan an Menschen, die den Status auf ihrem Smartphone sehen, trotzdem Abstand halten, sich die Hände waschen, Desinfektionsmittel verwenden und dergleichen.

Also mal ganz davon abgesehen, dass es da noch viel weitreichendere technische Aspekte gibt, die eine Corona-App hinfällig machen - selbst wenn es sie irgendwann gibt, wird sie nichts nützen. Aus ganz trivialen Gründen.

 

Update, 11.05.2020:

Nun, einer ist sich natürlich für nichts zu blöde: Axel Voss möchte "Anzreize" für diejenigen schaffen, die eine App benutzen. Sollte dieser Name jemandem nicht geläufig sein:

1) Schande!

2) Axel Voss war hier maßgeblich beteiligt.

 

Update, 17.06.2020:

Die Corona-App wird richtig teuer. 20 Millionen für die Entwicklung, weitere 45 Millionen jährlich, für Wartung und so. Es war klar, dass Kosten explodieren, sobald bekannt wurde, dass da T-Systems und SAP mitmischen. Erinnert euch einfach daran, wenn es in Zukunft wieder heißt, man müsse irgendwo sparen oder habe kein Geld zur Verfügung.

Kürzlich habe ich mich mit jemandem aus Österreich unterhalten, der eine Corona-App, die es auch dort gibt, richtig gut findet. Ich habe versucht, zu erklären, warum diese App nur Augenwischerei ist und die theoretisch gute Idee praktisch leider nicht erfüllen kann. Mir wurde dann genau das "erklärt", was schon aus den Anpreisungen der App bekannt ist.

Und später im Gespräch stellt sich raus: ...diese supertolle App empfängt noch gar keine Daten, die kann derzeit nur senden. An der Stelle müsst ihr vielleicht mal kurz überlegen, wie diese App eigentlich funktionieren soll. Aber die Anwender finden die voll super!

Deshalb redet man bei sowas halt auch nicht mit Anwendern. Das sind schließlich genau dieselben Menschen, die seit Jahrzehnten die Meldungen ihrer Virenschutz-Programme weg-klicken, ohne sie gelesen zu haben.

Timing ist alles

Die CSU beweist ihr gesammeltes Unvermögen in so ziemlich jeder Situation. Aktuell: Bayerns Innenminister Hermann.

In den USA tobt seit der Ermordung George Floyds durch einen Polizisten der Beinahe-Bürgerkrieg - und dem Hermann fällt nichts dämlicheres ein, als gerade jetzt ein Statement abzugeben, in dem er beklagt, dass die Gewalt gegen Polizisten drastisch gestiegen sei. Schon auch tatsächliche Gewalt, aber eben auch so Dinge wie: "sind bespuckt worden".

Timing ist einfach alles.

Natürlich ist sich Hermann nicht zu schade, dem geneigten Zuhörer bei der Gelegenheit auch gleich noch ne dreiste Lüge aufzutischen. Vor drei Jahren wurde eine Gesetzesänderung beschlossen, durch die tätliche Angriffe auf Polizeibeamte härter bestraft werden. Das feiert er natürlich und findet, das habe sich bewährt.

Dennoch wurden aber wohl doch irgendwie mehr Polizisten als je zuvor angegriffen.

Für meine Begriffe sieht eine Bewährung anders aus - man könnte auch feststellen, dass deutlich mehr Polizeibeamte angegriffen wurden, seit diese Verschärfung eingeführt wurde. Wenn man denn wollte.

 

Polizeigewalt ist ein globales Problem und das nicht erst seit Floyd. Vielleicht an dieser Stelle einfach mal danke an all diejenigen in Uniform, die einfach nen guten Job machen, ihre Befugnisse nicht missbrauchen, kriminelle Kollegen nicht decken und Bürgern nicht ans Bein pissen. Euch braucht man wirklich dringend.