plastickblog

Schon mal ein Auto heruntergeladen?

Fefe: They downloaded a car.

Okay, als der Spruch aufkam, auf den sich das bezieht, war sowas aber auch noch nicht wirklich absehbar. Dennoch: Respekt!

Keine Waffenlieferungen mehr in die Türkei?

Das ist aber auch gemein: Da liefern wir der Türkei Kriegswaffen - und die ziehen damit in den Krieg.

Ja, so war das nicht gedacht! Denen liefern wir besser keine Waffen mehr!

 

Dabei hat Erdogan doch so ein gutes Angebot gemacht: Wir halten uns aus seinem Kriegstreiben raus und er behält weiterhin die 3,6 Millionen Flüchtlinge, die ganz Europa bei ihm eingelagert hat. Hätte doch nur jemand davor gewarnt, dass es eine schlechte Idee sein könnte, mit Erdogan diesen Deal mit den Flüchtlingen einzugehen...

Deutsches 5G doch von Huawei?

Allen Spionage-Anschuldigungen zum Trotz:

Es sieht nun doch danach aus, als dürfe Huawei Teile für das deutsche 5G-Netz liefern. Das Handelsblatt berichtet von einem entsprechenden Beschlussentwurf der Bundesnetzagentur.

Okay, die Bundesnetzagentur hat bisher auch noch nichts belastbares gegen Huawei gefunden und deren Ausschluss auch nicht befürwortet. Dass Huawei bei unserer Infrastruktur nicht mitspielen sollte, das kam von anderer Stelle:

Einen Ausschluss des chinesischen Netzwerkausrüsters hat nach Informationen der Zeitung vor allem das Kanzleramt verhindert. Demnach befürchtete Bundeskanzlerin Angela Merkel Streit mit der Volksrepublik.

Und Streit mit China, das geht halt doch irgendwie nicht.

 

Was ich dabei auch immer interessant finde:

Huawei ist umstritten, weil das Unternehmen eng mit der chinesischen Regierung verflochten ist.

...meinen die das in etwa so wie das auch auf die Telekom, DE-CIX und Co. zutrifft? Ungefähr so? Oder sind unsere Unternehmen "Die Guten (tm)", weil sie Daten ja nur gezwungenermaßen den Behörden diverser Regierungen (ja, Mehrzahl) zur Verfügung stellt?

 

Die eigentliche Scheiße ist wohl, dass es in dem Sektor keine vertrauenswürdigen, integren Unternehmen gibt. Man kann sich halt aussuchen wer einen ausspäht, aber nicht dass man ausgespäht wird.

Camp Century

Ich bin gerade über diese Story zu Camp Century gestolpert.

Eine US-Lager im Eis Grönlands. Errichtet zu Zeiten des kalten Kriegs, in den fünfziger Jahren. Dass es sich um ein Militärprojekt handelt, hatte man der Dänischen Regierung nicht mitgeteilt - es hieß, die Amerikaner wollen eine Forschungsstation im Eis errichten. Nur wenige wussten überhaupt davon, die Bevölkerung natürlich nicht. Die Dänen hatten allerdings bedenken und schickten einen Spion dorthin, der das Treiben des US-Militärs beobachtete.

Erst 40 Jahre nach den Berichten dieses Spions wurde offengelegt, was Camp Century werden sollte: Eine gewaltige Abschussanlage für Atomraketen. Insgesamt 600 Interkontinentalraketen sollten dort in einem Tunnelsystem mit 4.000 Kilometer Länge abschussbereit stationiert werden, um Druck auf die Sowjetunion auszuüben.

Die Amerikaner hatten dabei nur eines vergessen: Eis bewegt sich. Und so wurde das Vorhaben beendet, bevor es überhaupt richtig begonnen hatte. Es war schlicht unmöglich, die geplante Anlage unter den vorherrschenden Bedingungen zu errichten.

Dennoch waren über Jahre 200 Soldaten dort stationiert, die ein Fitness-Studio ebenso wie ein Kino und eine Kapelle, sowie weitere Annehmlichkeiten der geheimen Basis nutzen konnten. Ein mobiler Atomreaktor hat die Anlage bis zum Abbruch der "Project Iceworm" getauften Operation mit Strom versorgt.

 

Denkt man nun, das ganze wäre lediglich eine weitere Geschichte aus dem kalten Krieg, die nun keine Bedeutung mehr für uns hat, täuscht man sich leider. Denn mittlerweile schmilzt das Eis in Grönland und die Hinerlassenschaften der einstigen US-Basis drohen zum Vorschein zu kommen:

Noch immer ist unklar, was genau unter dem Eis verborgen liegt, aber dazu könnten an die zehntausend Tonnen gewöhnlicher Müll und Schrott, 200.000 Liter Dieselöl und krebserregende Chlorverbindungen, gefrorenes Abwasser und gefrorenes, schwach radioaktives Kühlwasser aus dem Reaktor zählen.

Der einstige Spion brach im dänischen Rundfunk sein Schweigen, was eine Anhörung in Kopenhagen und erste Expeditionen in das betroffene Gebiet zur Folge hatte.

 

Und während Dänemark nun überlegt, wie man mit den Altlasten von damals umgehen kann, sind in Deutschland nach wie vor US-Atomraketen stationiert. Nicht im geheimen, sondern ganz offiziell im Rahmen der "nuklearen Abschreckungsstrategie" der NATO. Allen Bemühungen zum trotz, die Abrüstung diese Atomwaffen zu erwirken, ist letztlich nur eines geschehen: Die in die Jahre gekommenen Atombomben sollen 2021 durch modernere und präzisere Versionen ersetzt werden.

Patientendaten ungeschützt im Netz

Alle Kritiker zu Online-Patientendaten haben es schon lange befürchtet. Es ist eines der zentralen Argument gegen jede Art von Datenbanken, die Gesundheitsdaten speichern. Und siehe da: Millionenfach Patientendaten ungeschützt im Netz

Hochauflösende Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder und Röntgenaufnahmen. Zusammen mit Vor- und Nachnamen der Patienten, Geburtsdatum und natürlich auch Details über die Behandlung.

[Experte für Informationssicherheit] Schrader spricht von einem "near realtime-access". Ein Zugriff, beinahe in Echtzeit also. "Bei den Systemen, die ich überprüft habe, hatte ich den Eindruck, dass ich im Zweifelsfall sogar in der Lage wäre, früher als der Arzt auf das Bild zuzugreifen", sagt er.

...aber ihr habt ja alle "nichts zu verbergen", ne?