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Timing ist alles

Die CSU beweist ihr gesammeltes Unvermögen in so ziemlich jeder Situation. Aktuell: Bayerns Innenminister Hermann.

In den USA tobt seit der Ermordung George Floyds durch einen Polizisten der Beinahe-Bürgerkrieg - und dem Hermann fällt nichts dämlicheres ein, als gerade jetzt ein Statement abzugeben, in dem er beklagt, dass die Gewalt gegen Polizisten drastisch gestiegen sei. Schon auch tatsächliche Gewalt, aber eben auch so Dinge wie: "sind bespuckt worden".

Timing ist einfach alles.

Natürlich ist sich Hermann nicht zu schade, dem geneigten Zuhörer bei der Gelegenheit auch gleich noch ne dreiste Lüge aufzutischen. Vor drei Jahren wurde eine Gesetzesänderung beschlossen, durch die tätliche Angriffe auf Polizeibeamte härter bestraft werden. Das feiert er natürlich und findet, das habe sich bewährt.

Dennoch wurden aber wohl doch irgendwie mehr Polizisten als je zuvor angegriffen.

Für meine Begriffe sieht eine Bewährung anders aus - man könnte auch feststellen, dass deutlich mehr Polizeibeamte angegriffen wurden, seit diese Verschärfung eingeführt wurde. Wenn man denn wollte.

 

Polizeigewalt ist ein globales Problem und das nicht erst seit Floyd. Vielleicht an dieser Stelle einfach mal danke an all diejenigen in Uniform, die einfach nen guten Job machen, ihre Befugnisse nicht missbrauchen, kriminelle Kollegen nicht decken und Bürgern nicht ans Bein pissen. Euch braucht man wirklich dringend.

Nextcloud 18: Die neue Foto-App ist für'n Ar...!

Infor für Nextcloud-User, die überlegen, auf die aktuelle Version 18.0.1 zu aktualisieren: Tut es nicht, wenn ihr relativ viele Fotos damit verwaltet!

Die bisherige "Gallery"-App ist nun durch eine "Photo"-App ersetzt worden, die - gelinde gesagt - total scheiße ist. Ich hab das nach dem Update herausgefunden...

Alle Public Links sind nun ungültig, meine Ordner-Struktur in der App quasi nicht mehr nutzbar, Bilder in der Gallery-View teilen geht gar nicht mehr, der Bildbetrachter ist für öffentliche Links nicht mehr vorhanden - die Liste der Problemen mit diesem Re-Design lässt sich fortsetzen.

Wie kann man sowas bitte als "stable" ausliefern? Der Hauptgrund, weshalb ich zur NextCloud gewechselt habe ist der, weil die sich durch eine recht erträgliche Stabilität bei Aktualisierungen ausgezeichnet haben.

Anwender, die Updates gerne zeitnah einspielen, ärgern sich nun schon seit über einem Monat damit herum.

Und die Antwort von Nextcloud ist mit Aussagen wie "it is technically hard" für die Tonne: Ihr Pfeifen, ihr hattet die Features bereits, die für euch jetzt angeblich "technisch schwer zu realisieren" sind!

Immerhin: Eine überarbeitete Version 18.0.2 soll in Kürze erscheinen. Ich bin ja mal gespannt...

 

Update, 12.03.2020:

NextCloud 18.0.2 ist draussen, aber keine neue Photo-App.

Dieser Wechsel zur Photos-App wird immer unverständlicher, wenn man berücksichtigt, dass die schon seit November 2019 ungefixte Bugs in der App haben. Ich erwarte ja gar nicht, dass jede Anwendung fehlerfrei funktioniert - aber was derart kaputtes setzt man doch nicht einfach produktiv ein! Zu sowas wechselt man doch nicht, bevor es nicht zumindestens den alten Funktionsumfang fehlerfrei abdecken kann?

The gallery app has been replaced by the beautiful new app: Nextcloud Photos - Your memories under your control

"Beautiful", also. Ey, ich scheiß auf "aber hübsch isses", wenns nicht funktioniert! Well... i'm not amused.

Vielleicht wird das heimische NAS doch noch der zentrale Datenspeicher, dann kommt die NextCloud beim Hoster komplett weg. Wär auch ne Idee, mal gucken.

 

Update, 23.03.2020:

Auch bei Nextcloud 18.0.3 wird noch die unbrauchbare App für die Bildverwaltung verwendet, bis jetzt kam da kein Update...

 

Update, mitte Mai 2020:

Von einer funktionierenden Foto-Verwaltung fehlt nach wie vor jede Spur. Die angekündigten "Nachbesserungen" blieben aus.

Neuste Feststellung bei der aktuellen, neuen, beschissenen Foto-App: Wenn ich ein Thumbnail anklicke, wird mir nicht das Bild des Thumbnails angezeigt - sondern irgend ein ganz anderes. Und ich finde auf die Schnelle noch nicht mal irgend einen Menüpunkt, der es mir ermöglichen würde, die Thumbnails neu zu generieren. Ey, wenn die Anwendung so wenig taugt, dann lasst es doch bitte lieber ganz bleiben.

Für mich Grund genug mich nach anderen Möglichkeiten umzusehen. Jetzt, mit einer mittlerweile doch recht brauchbaren Internet-Anbindung, macht zuhause Hosten wohl doch wieder Sinn. Alles muss man selber machen...

 

Update, Anfang Juni 2020:

Meine Nextcloud-Installation meldet mal wieder ein Update (18.0.5). Die Meldung besagt auch, dass für alle Apps Aktualisierungen vorliegen.

...wirklich alle? Naja, Detail sind es dann doch nur ne Handvoll - und natürlich ist die Foto-Verwaltung nicht dabei. Aus gegebenem Anlass wollte ich mich nun mal vor dem Update informieren, was sich genau alles ändert. Allerdings gibt es zu dieser Version derzeit noch keine Informationen im Changelog. Gar keine. Stattdessen finde ich heraus, dass es bereits ein neues Major Release gibt, Version 19 - aber davon scheint meine Installation noch nichts zu wissen.

Die Bilder in meiner Nextcloud sind immer noch unbrauchbar, für mich ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, welches Foto ich angezeigt bekomme, wenn ich ein Thumbnail anklicke. Das des Thumbnails ist es nur gelegentlich. Und die aktuelle Foto-Verwaltung ignoriert auch sie manuell gesetzten Verzeichnis-Ausschlüsse (sinngemäß: "in diesem Verzeichnis sollst du nicht nach Bildern suchen") und zeigt wahllos alles an, was irgendwie Grafik ist - ob man will oder nicht.

Äh... ne. Es ist wirklich schade, eigentlich guten Projekten dabei zuzusehen, wie sie kontinuierlich an Qualität verlieren.

Eine Corona-App bringt nichts

Bruce Schneier hat sich zu Corona-Apps geäußert und stellt fest: ...bringt nichts, funktioniert nicht.

Schneier ist ein Experte bei Sicherheits-Dingen, also jemand der durchaus weiß, was er von sich gibt. Das schöne: Seine Argumente haben gar nichts mit Technik zu tun, die versteht jeder - einfach mitdenken:

Mal angenommen es gäbe eine Corona-App, die wie-auch-immer funktioniert. Und dann gehst du mit dieser App auf deinem Smartphone einkaufen.

Situation A: Die App schlägt Alarm und meldet eine Infektion.

Was tust du? Stürmst du sofort aus dem Laden? Rufst du sofort den Chef an, nimmst 14 Tage Urlaub und isolierst dich umgehend zuhause in Quarantäne? Weil... deine App geklingelt hat? Unrealistisch. Insbesondere, da keine App den Anspruch hat, zu 100% korrekt zu sein. Ich denke spontan eher an Menschen, die das Smartphone aus der Tasche ziehen, den Alarm wegdrücken - und weiter einkaufen.

Situation B: Die App schlägt nicht Alarm.

Fühlst du dich dadurch wirklich restlos sicher? Gehst du davon aus, dass die Anzeige auf dem Display auch der Realität entspricht? Sind sämtliche Zweifel dadurch vorbehaltlos ausgeräumt? Wohl eher nicht, insbesondere da keine App... 100%... ihr wisst schon. Ich denke spontan an Menschen, die den Status auf ihrem Smartphone sehen, trotzdem Abstand halten, sich die Hände waschen, Desinfektionsmittel verwenden und dergleichen.

Also mal ganz davon abgesehen, dass es da noch viel weitreichendere technische Aspekte gibt, die eine Corona-App hinfällig machen - selbst wenn es sie irgendwann gibt, wird sie nichts nützen. Aus ganz trivialen Gründen.

 

Nachtrag, 11.05.2020:

Nun, einer ist sich natürlich für nichts zu blöde: Axel Voss möchte "Anzreize" für diejenigen schaffen, die eine App benutzen. Sollte dieser Name jemandem nicht geläufig sein:

1) Schande!

2) Axel Voss war hier maßgeblich beteiligt.

 

 

In other news:

Unser Hamster wird auf Diät gesetzt. Davor müssen wir mal seine Vorratsspeicher ausfindig machen und reduzieren. Der Kleine hat in der letzten Woche etwas arg viel zugelegt. Wahrscheinlich trifft das auch auf seine beiden Besitzer zu. Alle mögen "Leckerlies"...

Corona eskaliert weiter

Unserem Hamsterkauf geht es nach wie vor gut.

Uns auch. Meine Frau und ich waren die letzte Zeit zuhause, meine bessere Hälfte mit Erkältung (Nur ne Schnupfen-Nase, halt! Sie wird kein Zombie, ehrlich!) und ich im Home-Office. Ein Novum, bei meinem Arbeitgeber herrscht die Meinung "Wer zuhause ist, der arbeitet nichts" - ungeachtet aller gegenteiligen Erkenntnisse.

Also müssen wir kommende Woche voraussichtlich wieder zurück an unsere Arbeitsplätze, selbst wenn wir alles von Zuhause aus erledigen könnten. Großraum-Büro, ick freu mir. Und ich erlebe dann zum ersten mal, was "Kurzarbeit" bedeutet. Böse Zungen könnten äußern, dass die aktuelle Situation und die damit verbundenen Produktionsstopps ein paar Konzernen gerade sehr gelegen kommen. Vor Corona wären das Maßnahmen gewesen, weil sich die Branche wieder mal in eine handfeste Krise gesteuert hat - jetzt sind es Corona-Maßnahmen und der Staat finanziert das ganze fleißig mit. Unsere Steuergelder bei der Arbeit.

Ich hoffe euch geht es gut. Bleibt zuhause, wenn ihr könnt. Kauft nicht die Supermärkte leer, auch andere brauchen noch ein paar Sachen. Vertickt euer Klopapier nicht auf Ebay. Und wascht euch verdammt nochmal die Hände - hat es wirklich Corona gebraucht, um klarzumachen, dass das ganz allgemein ne gute Idee ist? DAS wäre wirklich beängstigend.

Privat Freitag, 20. März 2020

Totes Botnet / Datendurchsatz-Weltrekord

Zweimal Tech-News:

1) Das Botnet "Necurs" ist tot. Das Ding bestand aus über 9 Millionen Computern, die jahrelang für so ziemlich alles genutzt wurden, was das kriminelle Herz begehrt: Spam-Mails, Cryptomining, Ransomware und Erpressungstrojaner verteilen - und nicht zuletzt Aktienmanipulation. Da kann unter anderem auch eure "Smart-Glühbirne" oder diese tolle "Smart-Home-Steuerung" dabei gewesen sein, wenn ihr sowas mit dem Internet verbunden habt. Nutzt aktuell noch jemand Windows 7 online? Falls ja: Gratuliere, das nächste Botnet bedankt sich für eure Teilnahme!

2) Das DE-CIX hat einen neuen Weltrekord in Sachen Datendurchsatz aufgestellt. Dort wurden am 10.03.2020 über 9 Terabit pro Sekunde übertragen. Das ist... echt verdammt viel. Mal angenommen ihr könnt einen dieser tollen neuen Glasfaser-Anschlüsse für euren Internetzugang nutzen, dann läuft sowas z. B. mit 200 Megabit pro Sekunde. Dieser Rekord-Durchsatz des DE-CIX ist über 47.000 mal so hoch. eine 512 GB Festplatte wäre theoretisch in weniger als einer halben Sekunde komplett kopiert, wenn man rein die Datenmenge betrachtet. Gratuliere, DE-CIX!