plastickblog - Dusty Revenge

Dusty Revenge

Hab mal wieder 'n Game gezockt.

Dusty Revenge

 

"Dusty Revenge" ist ein 2D-Sidescroller-Beat-em-Up. In wunderhübscher Cartoon-Grafik und toller Atmosphäre ballert und prügelt man sich als rachsüchtiger Hase durch verschiedene Western-Schauplätze. Der Grund? Braucht es denn einen? Okay - die geliebte Häsin wurde ermordet. Von... Bösewichten. Vergessen wir die Story einfach, ja?

Die Trailer und Gameplay-Videos sahen einladend aus, voll Vorfreude hab ich das Spiel gestartet. Erster Eindruck: ...lädt das noch? Gehört sich das so? Tut sich da was? Wo bleibt denn das Spielemenü... ah, da. Ganz schön lange Ladezeiten, für ein derartiges Spiel. Aber okay.

Nach der schön erzählten Einführung gehts dann doch auch schnell zur Sache. Die Steuerung ist überschaubar und gelungen - eigentlich ideal für alle die sich mit dem Einprägen von komplexen Tastenfolgen schwertun. Also - ideal für mich.  Und die ersten Gegner sind auch schnell ausser Gefecht gesetzt. Ein paar Schüsse, ein paar leichte und schwere Hiebe, fertig sind die ersten Combos. Es geht gut voran.

Dusty Revenge

Ziemlich genau bist zum ersten Bosskampf. Da wird dann relativ schnell klar dass irgendwas nicht in Ordnung ist: Im Gegensatz zu den bisherigen Gegnern des ersten Levels ist der erste Endboss nahezu unzerstörbar. Nach etlichen zeitraubenden Versuchen hab ich aber irgendwann den Dreh raus und bringe dieses Vieh zur Strecke.

Das zweite Level spielt sich dann wieder im angenehm fordernden, aber nicht überfordernden Schwierigkeitsgrad. Ein bisschen Jump'n'Run und viel gekloppe. Schon geil. Auch die laufend neuen Gegnertypen sorgen für ne gelungene Abwechslung - eintönig wird das Spiel jedenfalls nicht. Bis dann irgendwann der zweite Endkampf ansteht. Keine Chance. Und ich bin auch wirklich nicht der typische Gamer, der alles daran legt solche Situationen dann doch irgendwie zu meistern. Nach ner Stunde (!) des absolut ergebnislosen rumprobierens bin ich nurnoch gefrustet und schwanke zwischen Controller gegen die Wand werfen - oder cheaten.

Ich gestehe - ich wollte wissen wie es weitergeht und hab gemogelt. Scheiss Bossfight. Level drei ist dann wieder problemlos zu meistern. Auch die wieder neuen Gegner. Hier und da stirbt man mal und macht ab einem der gut gelegenen Checkpoints weiter - wie sich das eben gehört.

 

So geht das dann noch nen Abschnitt weiter - ich kämpfe mich durch das Level und cheate mich durch den Bossfight. Wenig später sind die Level dann auch ein wenig anspruchsvoller: mehr Fallen, Abgründe, bewegliche Plattformen und so weiter. Spätestens hier bestätigt sich dann mein Verdacht: ...irgendwas ist mit diesem Spiel nicht in Ordnung.

 

Die normalen Gegner verhalten sich... fragwürdig. Vom richtigen Platz aus aufs Korn genommen verweilen sie unbewegt und lassen selbst 200-Hit-Combos regungslos über sich ergehen. An anderer Stelle versuchen sie zwar mich anzugreifen und laufen auf mich zu - dummerweise allerdings genau in ein Levelhindernis, wie z. B. dornenbewehrte Pendel. Ich kann stehenbleiben und in aller Ruhe die Punkte einstreichen. Als das Level mich in luftige Höhen bringt stürzen sich Gegner beim Versuch mich zu erreichen in Scharen von Plattformen und Klippen. Langsam wirds albern.

Der anschließende Bosskampf - das pure Gegenteil. Als wären die Endfights bisher noch nicht schwer genug gewesen muss der nächste Boss über insgesamt drei Energiebalken von beachtlicher Länge verfügen. Ich schaffs trotz auswendig gelernter Special-Move-Attacken nichtmal eine davon merklich zu verkleinern. Hat dieses Scheissvieh denn überhaupt sowas  wie ne verwundbare Stelle? Trotz mogeln dauert es eine kleine Ewigkeit bis der gigantische Gorilla endgültig umkippt.

 

Danach: ...das übliche. Suizidgefährdete, eigentlich wirklich tolle Gegner lassen keine Gelegenheit ungenutzt um sich selbst ins jenseits zu befördern. Es gibt schon noch genug für mich zu tun, aber ich denk das kann so nicht Sinn und Zweck des Spiels sein. Und der folgende Boss gibt mir dann den Rest. Nicht nur dass er über die bereits bekannten, mehrfachen Energieleisten verfügt - er bewegt sich auch mit Lichtgeschwindigkeit und kann sich teleportieren. Is klar.

An der Stelle schalte ich ab. Endgültig.

 

"Dusty Revenge" ist nett gedacht - aber für meine Begriffe schlecht umgesetzt.

 

Die Grafik ist große klasse, der Sound trägt wesentlich zur tollen Atmosphäre bei und das komplette Spielkonzept funktioniert richtig gut. Die Steuerung ist perfekt, die zahlreichen Combos und Moves lassen sich hervorragend ausführen. Aber das reicht leider nicht um die erwähnten negativen Dinge aufzuwiegen.

"Dusty Revenge" ist wohl eher etwas für den ambitionierten, ehrgeizigen Gamer der auch mal bereit ist sich länger an einem der Endbosse abzumühen - und nichts für so Einmal-im-Jahr-Gamer wie mich. Schade drum.

http://dustyrevenge.com

Spiele Samstag, 9. November 2013