plastickblog - Carrion Mother - Koronis

Carrion Mother - Koronis

Kontrastprogramm. Joe hat zwar immer wieder mal von Auftritten mit der Band erzählt - aber ich hab erst kürzlich überhaupt mal in die Musik von "Carrion Mother" gehört. Und... bin ziemlich begeistert! "Metal" - ganz allgemein -  ist ja nicht mein Revier und ich krieg da im wesentlichen nur durch Freunde was mit. Für "Desert-" und "Stoner Rock" und verwandte Spielweisen kann ich mich aber schon sehr begeistern. Sowas läuft bei mir als "Musik zur Untermalung des Lebens". Also: nebenher, halt.

Allerdings zählen "Carrion Mother" nicht zu den genannten Genres. Etiketten sind ja sowieso immer schlecht, aber weil man damit noch am einfachsten ne Zugehörigkeit ausdrücken kann: ...die machen "Doom-Metal", oder jedenfalls: es geht in diese Richtung. Sehr atmosphärische, schwere, langsame Riffs die gerne auch mal ne Viertelstunde vor sich hin dümpeln. Fette Gitarren mit Hang zum disharmonischen, einfach schön.

 

carrion_mother

 

Das kenn ich so von einigen wenigen anderen Bands aus der Ecke, deren Namen ich mir aber allesamt nicht merken kann. "Ahab" ist mir in Erinnerung geblieben, die haben da diesen einen Track...

Mit "Bohren und der Club of Gore", einer durchaus geilen Band aus ner ähnlich verwegenen musikalischen Ecke, würd ichs nicht vergleichen, dafür isses zu laut und zu sehr Metal.

Aber "Carrion Mother" machen nicht nur schöne, schwere, ruhige Musik... sie schaffen auch was, was nur wenige Bands schaffen: Deren Gesang ist geil. Sowas aus meinem Mund ist als Auszeichnung zu verstehen - die meisten Sänger(innen) bei ganz egal was für ner Musikrichtung gehn mir einfach nur auf den Sack. Sogar der grottenschlechte, zeitgemäße Deutschrap ließe sich ertragen - ohne den Sprechgesang. Die DJs, Komponisten, Bands und Produzenten leisten sehr häufig tolle Arbeit - aber dann macht irgendein Depp vorm Mikrofon seinen Mund auf und ich könnt kotzen. Lang lebe die Instrumentalmusik.

 

Der Gesang von "Carrion Mother", also das wenige bisschen das vorhanden ist, in Form von Gesang, Ruflauten, Geschrei, whatsoever... das passt einfach wirklich prima. Nicht zuviel, nicht zuwenig und phonetisch große Klasse.

"Koronis" nennt sich das Debutalbum der Band. Das gute Stück wurde bis aufs Mastering in Eigenregie produziert. Da die Mitglieder der Band in sachen Grafikdesign was können ist das Digi-Album, was das Artwork betrifft, schon ein hingucker geworden. Wer will kann sich das Ding für empfohlene 7€ kaufen - aber weil die Jungs was von modernem Marketing verstehen kann man sich das Album - bestehend aus drei Tracks mit ner Laufzeit von knapp 50 Minuten - auch kostenlos runterladen:

 

carrionmother.bandcamp.com

 

...und wer will kann ja mal reinhören:

Musik Freitag, 22. November 2013