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Julian Assange festgenommen

Der Wikileaks-Gründer Juian Assange, der sich seit 2012 in der londoner Botschaft Ecuadors aufgehalten hat, wurde heute festgenommen.

Der ecuadorianische Botschafter hat die londoner Polizei anscheinend "eingeladen", Assange in den Räumlichkeiten der Botschaft zu verhaften.

Assange gilt als Gründer der Plattform Wikileaks, auf der Whistleblower etliche Unterlagen über die Machenschaften der USA und diverse Vergehen weiterer Nationen veröffentlicht haben. Dadurch wurden viele als geheim eingestufte Unterlagen zu verschiedensten Themen für die breite Weltöffentlichkeit zugänglich. Eine der letzten größeren, medienwirksamen Veröffentlichungen waren belastende Mails der Präsidentschafts-Kandidatin Hillary Clinton, während des Wahlkampfs gegen Donald Trump.

Als Folge wurde 2012 versucht, Assange festzunehmen. Dieser konnte sich in die Botschaft Ecuadors retten, wo man ihm Asyl gewährte. Assange wurde bereits vor dem Aufenthalt in der Botschaft vorgeworfen, er hätte zwei schwedische Mädchen mißbraucht und vergewaltigt, Schweden erhob deshalb Anklage gegen ihn. Die Anklagepunkte erwiesen sich als nicht haltbar, sämtliche Verfahren, die gegen Ihn eingeleitet wurden, sind mittlerweile eingestellt. Die Auffassung, diese Anklage sollte nur der Diskreditierung von Assange dienen, wurde von vielen geteilt.

Das Asyl in der ecuadorianischen Botschaft wurde Assange nun entzogen.

Ecuadors Ex-Präsident Rafael Correa bezeichnete seinen Nachfolger [...] wegen der Eintrittserlaubnis für die Polizei in die Botschaft als "größten Verräter in der Geschichte Ecuadors und ganz Lateinamerikas".

Assange soll sich nun vor Gericht verantworten, da er sich 2012 der Festnahme entzogen hat. Zudem wird ihm vorgeworfen , sich mit Chelsea Manning verschworen zu haben, einer ehemaligen Angehörigen der US-Streitkräfte und IT-Expertin, die Dokumente zum US-Einsatz in Afghanistan auf Wikileaks veröffentlichte und dafür von 2010 bis zur Begnadigung durch US-Präsident Barack Obama 2017, kurz vor Ende dessen Amtszeit, in Haft saß.

 

Nachtrag:

Auf Wikileaks wurden jüngst auch Dokumente veröffentlicht, welche den aktuellen ecuadorianischen Präsidenten im Zusammenhang mit Schmiergeldern belasten. Man kann nur spekulieren, ob das Einfluss auf die Verhaftung von Assange hatte.

Bemerkenswert ist auch das Timing, mit dem Ecuador nun ein milliardenschwerer Kredit gewährt wird.

 

Update, 16.04.2019:

Der CCC ist not amused und wertet den Vorfall, wie viele andere auch, als Angriff auf die Pressefreiheit.