plastickblog - CDU kritisiert Sparsamkeits-Appell beim Autokauf

CDU kritisiert Sparsamkeits-Appell beim Autokauf

Unsere Regierung versteht es einfach, stets aufs neue negativ aufzufallen. Insbesondere die CDU zeigt sich, ungeachtet kontinuierlich sinkender Wählerstimmen, als genau die Wirtschaftspartei, die sie ist - und eigentlich wäre das doch wirklich schön, muss man sich doch nicht mal Mühe geben, deren unternehmensorientiertes Auftreten zu demaskieren.

...nur bekommt das beim Wahlvolk leider nicht die angebrachte Aufmerksamkeit und die Partei mit diesem lächerlichen "C" im Titel bekommt wohl weiterhin Zuspruch.

Aktuell: Die Union kritisiert die Umweltministerin.

Den Appell der SPD-Ministerin, sparsamere Autos zu kaufen, nennt der CDU-Politiker Linnemann „fast schon zynisch“

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"Es ist schon fast zynisch, dass ausgerechnet die Umweltministerin den deutschen Autofahrern Ratschläge gibt, wie sie die Emissionen im Verkehrssektor senken sollen"

...so die CDU. Liebe Politiker: Wer, wenn nicht das Umweltministerium, dürfte sich denn dahingehend äußern? Unser Heimatschutzminister Seehofer? Das Verteidigungsministerium? Etwa gar keiner? Selbstverständlich ist ein Appell an die Bevölkerung, beim Autokauf doch bitte auf sparsame Modelle zu setzen, angebracht - insbesondere in einer SUV verliebten Nation. Offensichtlich ist es das Umweltministerium, das einen solchen Appell äußern darf. Falls es nicht aufgefallen ist: Das Thema steckt schon im Titel des Ministeriums. Aber was weiß ich schon.

Die Äußerungen der CDU offenbaren auch direkt, wo der Schuh drückt:

"Das Bundesumweltministerium hat die Deutsche Umwelthilfe bei ihrem Kampf gegen den Diesel unterstützt und so aus einem Betrugsskandal einen angeblichen Dieselskandal gemacht. Auch weil die klimaschonende Dieseltechnologie unter Generalverdacht gestellt wurde, steigen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor an."

Achso, ja klar. Die CDU ist also erbost, weil insbesondere große deutsche Automobilkonzerne nun schon seit Jahren ihre Abgaswerte manipulieren und millionen Verbraucher betrügen, die Deutsche Umwelthilfe sich erdreistet gegen diese Verstöße vorzugehen und das SPD geführte Umweltministerium dem auch noch Raum gegeben hat. Das Problem dabei ist nicht der Betrug der Hersteller, das Problem ist das Vorgehen dagegen. Beinahe wie im Mittelalter - "tötet den Boten!".

Im Grunde sollte jedem klar sein, dass kein Verbrennungsmotor "sauber" ist, gleich ob Diesel oder Benzin - und ebenso selbstverständlich sollte das Verständnis dafür sein, dass ein geringer Kraftstoffverbrauch auch mit einer geringen Schadstoffbelastung einhergeht. Sollte.

Gut, es wäre irgendwie auch überraschend, würde sich die CDU anders verhalten. Unsere Regierung ist schließlich dafür bekannt, den Automobilherstellern ein kleines bisschen unter die Arme zu greifen.

Zum Vergleich: In den USA legt man, gerade was den Dieselskandal betrifft, eine etwas andere Handhabe an den Tag.

Übrigens, ein an dieser Stelle gerne vorgebrachtes Argument, mit dem nun auch die CDU ihre Kritik an der SPD rechtfertigt, ist: Diesel-Fahrzeugen haben ja einen deutlich niedrigeren CO2-Ausstoß als Benziner, also sind Dieselfahrzeuge auch Umweltschonender. Nun, äh... nicht so wirklich. Aber das kann ja auch nur ein bedauerlicher Einzelfall gewesen sein.