plastickblog - Computech

Wanze stellt sich völlig überraschend als Wanze herraus

Diese Google-Geräte mit Mikrofon, die ihr euch in die Wohnung gestellt habt, haben doch mehr aufgezeichnet, als das, was nach "Ok Google..." gesagt wurde. Nämlich: Beliebige Unterhaltungen und Hintergrundgeräusche.

Wer hätte das gedacht.

Braucht so ne News jetzt eine Quelle? Informationen interessieren euch doch sowieso nicht, sonst hättet ihr euch ja auch vor dem Kauf eines solchen Geräts informieren können. Gekauft wurden die Dinger natürlich trotzdem, entgegen aller Warnungen. Und Google tut das jetzt natürlich leid. Wirklich leid. Sooo leid...

Ein Glück, dass von den Geräten bzw. Mikrofonen von/mit Amazon, iOS, Android oder Microsoft absolut gar keine Gefahr ausgeht. Nicht im geringsten. Absolut gaaar keine. Da kann gar nichts schiefgehen. Das glaubt ihr doch - oder?

WuMo hat schonmal dargestellt, wie das dann weitergeht. Das wolltet ihr doch so?

News: Tolle Corona-App / Zugriffsbefugnisse

Die Corona-App, die ich persönlich ja generell eher unbrauchbar finde, funktioniert irgendwie doch nicht so toll. Probleme unter Android, Probleme unter iOS... das waren also ganz besonders gut investierte Millionen in T-Systems und SAP. Wenn ich raten müsste, würde ich mal darauf tippen, dass für das ausbessern der Fehler nochmal Geld nötig sein wird.

Daher mal was erfreutliches dazwischen: Das BVerfG in Karlsruhe hat mal wieder den ausufernden Datenzugriff der Behörden untersagt. Danke nach Karlsruhe! Es ist eine Schande, dass solche Dinge immer und immer wieder überhaupt erst von dieser Instanz gestoppt werden - mit der Verfassungstreue unserer Regierung scheint es nicht so besonders viel auf sich zu haben.

Aber nicht zu früh freuen - denn diese aktuelle Meldung auf EU-Ebene zielt unmissverständlich in eine andere Richtung:

Die EU-Kommission hat Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Haupthindernis ausgemacht, um Kinderschändern das Handwerk zu legen. Sie drängt auf Gegenmaßnahmen.

(Quelle)

Natürlich geht es da ausschließlich um den Schutz der Kinder. Wie halt bei allen bisherigen Vorstößen, die sichere Kommunikation torpedieren. Wer kann schon was gegen den Schutz von Kindern sagen? Und für etwas anderes würde man die geplanten Backdoors natürlich niiiemals verwenden. Man spricht nicht mal mehr von "Backdoors" - das heißt jetzt "Frontdoor":

BKA-Chef Holger Münch plädiert seit einiger Zeit dafür, eine "Frontdoor-Debatte" zu führen und von Hintertüren wegzukommen: Betreiber sollen so "zur Herausgabe einer unkryptierten Überwachungskopie" verpflichtet werden.

...wenn die bisherigen Begriffe abgenutzt und nur noch negativ behaftet sind, erfindet man halt neue. Einmal mehr schiebt man die Kinder vor - ich würd mich ja schämen, aber solche Gefühlsregungen darf man da nicht erwarten. Business as usual. Karlsruhe bekommt auch weiterhin genug zu tun.

 

Update, 27.07.2020:

Auch Seehofer hat das Memo bekommen. Nicht das von Karlsruhe.

Smartphone als Autoschlüssel

Vermutlich habt ihr bei Autos und mittlerweile sogar Motorrädern mal den Begriff "Keyless" gehört. Damit ist einfach gemeint, dass ihr weder einen Schlüssel ins Schloss stecken, noch einen Knopf drücken müsst, um ein Fahrzeug zu entsperren oder zu starten. Es genügt, sich mit dem Schlüssel in Reichweite des Fahrzeugs zu begeben - und dann entriegelt das ganz von selbst.

Ein Desaster. Es wird stets aufs neue dargestellt, wie leicht sich Fahrzeuge mit Keyless-Schließssystemen öffnen und stehlen lassen. Selbst der ADAC hat sich 2019 mal ein paar Modelle näher angesehen und erschreckendes festgestellt. Die Hersteller haben natürlich reagiert und verbauen nun noch mehr Technik, wodurch dieses unsinnige System dann sicherer werden soll. Mit eher mäßigem Erfolg. Das geht so weit, dass KFZ-Versicherungen sich teils weigern, Fahrzeuge mit so einem Schließsystem zu versichern - und dazu raten, das Schließssystem vom Hersteller deaktivieren zu lassen.

Nun hat einer der notleidenden, subventionierungs-bedürftigen deutschen Hersteller eine ganz neue, tolle Idee: Nehmen wir halt die iPhones als Autoschlüssel! Oder eine Apple Watch!

Nutzer haben die Möglichkeit, ihren digitalen Schlüssel zudem über iMessage mit bis zu fünf Personen zu teilen.

...was soll schon schiefgehen.

Eine Corona-App bringt nichts

Bruce Schneier hat sich zu Corona-Apps geäußert und stellt fest: ...bringt nichts, funktioniert nicht.

Schneier ist ein Experte bei Sicherheits-Dingen, also jemand der durchaus weiß, was er von sich gibt. Das schöne: Seine Argumente haben gar nichts mit Technik zu tun, die versteht jeder - einfach mitdenken:

Mal angenommen es gäbe eine Corona-App, die wie-auch-immer funktioniert. Und dann gehst du mit dieser App auf deinem Smartphone einkaufen.

Situation A: Die App schlägt Alarm und meldet eine Infektion.

Was tust du? Stürmst du sofort aus dem Laden? Rufst du sofort den Chef an, nimmst 14 Tage Urlaub und isolierst dich umgehend zuhause in Quarantäne? Weil... deine App geklingelt hat? Unrealistisch. Insbesondere, da keine App den Anspruch hat, zu 100% korrekt zu sein. Ich denke spontan eher an Menschen, die das Smartphone aus der Tasche ziehen, den Alarm wegdrücken - und weiter einkaufen.

Situation B: Die App schlägt nicht Alarm.

Fühlst du dich dadurch wirklich restlos sicher? Gehst du davon aus, dass die Anzeige auf dem Display auch der Realität entspricht? Sind sämtliche Zweifel dadurch vorbehaltlos ausgeräumt? Wohl eher nicht, insbesondere da keine App... 100%... ihr wisst schon. Ich denke spontan an Menschen, die den Status auf ihrem Smartphone sehen, trotzdem Abstand halten, sich die Hände waschen, Desinfektionsmittel verwenden und dergleichen.

Also mal ganz davon abgesehen, dass es da noch viel weitreichendere technische Aspekte gibt, die eine Corona-App hinfällig machen - selbst wenn es sie irgendwann gibt, wird sie nichts nützen. Aus ganz trivialen Gründen.

 

Update, 11.05.2020:

Nun, einer ist sich natürlich für nichts zu blöde: Axel Voss möchte "Anzreize" für diejenigen schaffen, die eine App benutzen. Sollte dieser Name jemandem nicht geläufig sein:

1) Schande!

2) Axel Voss war hier maßgeblich beteiligt.

 

Update, 17.06.2020:

Die Corona-App wird richtig teuer. 20 Millionen für die Entwicklung, weitere 45 Millionen jährlich, für Wartung und so. Es war klar, dass Kosten explodieren, sobald bekannt wurde, dass da T-Systems und SAP mitmischen. Erinnert euch einfach daran, wenn es in Zukunft wieder heißt, man müsse irgendwo sparen oder habe kein Geld zur Verfügung.

Kürzlich habe ich mich mit jemandem aus Österreich unterhalten, der eine Corona-App, die es auch dort gibt, richtig gut findet. Ich habe versucht, zu erklären, warum diese App nur Augenwischerei ist und die theoretisch gute Idee praktisch leider nicht erfüllen kann. Mir wurde dann genau das "erklärt", was schon aus den Anpreisungen der App bekannt ist.

Und später im Gespräch stellt sich raus: ...diese supertolle App empfängt noch gar keine Daten, die kann derzeit nur senden. An der Stelle müsst ihr vielleicht mal kurz überlegen, wie diese App eigentlich funktionieren soll. Aber die Anwender finden die voll super!

Deshalb redet man bei sowas halt auch nicht mit Anwendern. Das sind schließlich genau dieselben Menschen, die seit Jahrzehnten die Meldungen ihrer Virenschutz-Programme weg-klicken, ohne sie gelesen zu haben.

Nextcloud 18: Die neue Foto-App ist für'n Ar...!

Infor für Nextcloud-User, die überlegen, auf die aktuelle Version 18.0.1 zu aktualisieren: Tut es nicht, wenn ihr relativ viele Fotos damit verwaltet!

Die bisherige "Gallery"-App ist nun durch eine "Photo"-App ersetzt worden, die - gelinde gesagt - total scheiße ist. Ich hab das nach dem Update herausgefunden...

Alle Public Links sind nun ungültig, meine Ordner-Struktur in der App quasi nicht mehr nutzbar, Bilder in der Gallery-View teilen geht gar nicht mehr, der Bildbetrachter ist für öffentliche Links nicht mehr vorhanden - die Liste der Problemen mit diesem Re-Design lässt sich fortsetzen.

Wie kann man sowas bitte als "stable" ausliefern? Der Hauptgrund, weshalb ich zur NextCloud gewechselt habe ist der, weil die sich durch eine recht erträgliche Stabilität bei Aktualisierungen ausgezeichnet haben.

Anwender, die Updates gerne zeitnah einspielen, ärgern sich nun schon seit über einem Monat damit herum.

Und die Antwort von Nextcloud ist mit Aussagen wie "it is technically hard" für die Tonne: Ihr Pfeifen, ihr hattet die Features bereits, die für euch jetzt angeblich "technisch schwer zu realisieren" sind!

Immerhin: Eine überarbeitete Version 18.0.2 soll in Kürze erscheinen. Ich bin ja mal gespannt...

 

Update, 12.03.2020:

NextCloud 18.0.2 ist draussen, aber keine neue Photo-App.

Dieser Wechsel zur Photos-App wird immer unverständlicher, wenn man berücksichtigt, dass die schon seit November 2019 ungefixte Bugs in der App haben. Ich erwarte ja gar nicht, dass jede Anwendung fehlerfrei funktioniert - aber was derart kaputtes setzt man doch nicht einfach produktiv ein! Zu sowas wechselt man doch nicht, bevor es nicht zumindestens den alten Funktionsumfang fehlerfrei abdecken kann?

The gallery app has been replaced by the beautiful new app: Nextcloud Photos - Your memories under your control

"Beautiful", also. Ey, ich scheiß auf "aber hübsch isses", wenns nicht funktioniert! Well... i'm not amused.

Vielleicht wird das heimische NAS doch noch der zentrale Datenspeicher, dann kommt die NextCloud beim Hoster komplett weg. Wär auch ne Idee, mal gucken.

 

Update, 23.03.2020:

Auch bei Nextcloud 18.0.3 wird noch die unbrauchbare App für die Bildverwaltung verwendet, bis jetzt kam da kein Update...

 

Update, mitte Mai 2020:

Von einer funktionierenden Foto-Verwaltung fehlt nach wie vor jede Spur. Die angekündigten "Nachbesserungen" blieben aus.

Neuste Feststellung bei der aktuellen, neuen, beschissenen Foto-App: Wenn ich ein Thumbnail anklicke, wird mir nicht das Bild des Thumbnails angezeigt - sondern irgend ein ganz anderes. Und ich finde auf die Schnelle noch nicht mal irgend einen Menüpunkt, der es mir ermöglichen würde, die Thumbnails neu zu generieren. Ey, wenn die Anwendung so wenig taugt, dann lasst es doch bitte lieber ganz bleiben.

Für mich Grund genug mich nach anderen Möglichkeiten umzusehen. Jetzt, mit einer mittlerweile doch recht brauchbaren Internet-Anbindung, macht zuhause Hosten wohl doch wieder Sinn. Alles muss man selber machen...

 

Update, Anfang Juni 2020:

Meine Nextcloud-Installation meldet mal wieder ein Update (18.0.5). Die Meldung besagt auch, dass für alle Apps Aktualisierungen vorliegen.

...wirklich alle? Naja, Detail sind es dann doch nur ne Handvoll - und natürlich ist die Foto-Verwaltung nicht dabei. Aus gegebenem Anlass wollte ich mich nun mal vor dem Update informieren, was sich genau alles ändert. Allerdings gibt es zu dieser Version derzeit noch keine Informationen im Changelog. Gar keine. Stattdessen finde ich heraus, dass es bereits ein neues Major Release gibt, Version 19 - aber davon scheint meine Installation noch nichts zu wissen.

Die Bilder in meiner Nextcloud sind immer noch unbrauchbar, für mich ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, welches Foto ich angezeigt bekomme, wenn ich ein Thumbnail anklicke. Das des Thumbnails ist es nur gelegentlich. Und die aktuelle Foto-Verwaltung ignoriert auch sie manuell gesetzten Verzeichnis-Ausschlüsse (sinngemäß: "in diesem Verzeichnis sollst du nicht nach Bildern suchen") und zeigt wahllos alles an, was irgendwie Grafik ist - ob man will oder nicht.

Äh... ne. Es ist wirklich schade, eigentlich guten Projekten dabei zuzusehen, wie sie kontinuierlich an Qualität verlieren.